Die höchste Stufe der Privatisierung wird erreicht : die volle Kapitalisierung
Alle lukrativen Aktien können sich die (internationalen) Konzerne "unter den Nagel reissen.".Wir haben nämlich bei uns in Deutschland nicht nur eine Umverteilung von unten, sondern auch von der Mitte nach oben. Das kann man an den auf meiner Homepage schon oft erwähnten Vattenfall- Europe- Aktien ("Schwedischer Stamokap" ) erläutern.
Im Zusammenhang mit der neuen gesetzlichen "Enteignungsmoeglichkeit" der Gross- gegenueber den Kleinaktionaeren bei ueber 95 % Beteiligung hatte ich bereits gemutmasst :
"Die Konzerne werden die ertragreichen Unternehmen voll uebernehmen. Fuer die anderen Anleger werden dann nur noch die Bereiche uebrig bleiben, wo wenige oder gar keine Gewinne mehr zu erzielen sind."
Nun ist es mir möglich, dies zu belegen :
Am 25.11. 2002 hatte ich von meiner Bank folgenden Bescheid bekommen
: "Die Gesellschaft hat ihren Namen von Hamburgische Electricitaetswerke
AG in Vattenfall Europe AG geaendert. Wir haben Ihnen fuer 1 alte Aktie
1 neue Aktie
hinzugebucht.".
Da hatte ich zunächst den Wortteil "hinzu-" uebersehen. Deshalb war ich erstaunt, dass in meiner Jahresabrechnung auf einmal statt 10 nun 20 Aktien aufgefuehrt waren.
Das bedeutete, dass sich der Kurswert vom Kaufangebot ( vergl. http://www.meinepolitik.de/vattenf.htm )
am 30.08.01 mit 10 Aktien zu 31,-- Euro = 310,-- Euro Kurswert
am 28.01.03 auf 20 Aktien zu 23,-- Euro = 460,-- Euro Kurswert
verbessert hatte.
Es ist zu bemerken., dass ich das Angebot nicht angenommen hatte und Vattenfall sich nicht traute, eine "Enteignung" ( gegen Entschaedigung ) durchzufuehren ( vergl. http://www.meinepolitik.de/vattenf3.htm )
Was dieser Kursgewinn (fast 50 % ) bei der derzeitigen sonstigen Börsenlage bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erläutern Hätte ich das Angebot der Vattenfall Europe AG Mitte 2001 angenommen und mir eventuell vom Erlös andere Aktien gekauft, hätte ich wohl einen relativ sehr grossen Verlust erlitten.
Die von mir oben angestellten Ueberlegungen wurden also in der Praxis bestätigt. .
Ich kann also den Punkt 8 in meinem Theorie- Papier ( aus 1980 ! ) wie folgt neu abfassen :
"8. Schritt der Privatisierung :
Konzerne booten die Kleinaktionäre ihrer Tochtergesellschaften aus, wenn sie die entsprechenden Mehrheit erreicht haben. Dies geschieht zunächst durch lukrative Angebote, spaeter durch Verschmelzung. Sie koennen in einem Kauf- Angebot in Einzelfällen auf die seit 01.01.2002 gültige Gesetzesregelung hinweisen, wonach bei einer mehr als 95 %-igen Beteiligung des Mehrheitsaktionärs die Möglichkeit besteht, dass außenstehende Minderheitsaktionäre gegen Gewährung einer Abfindung ausgeschlossen werden können und diese dann zu dessen Annahme im Hinblick auf eine spaetere "Enteignung" veranlassen. Letztlich kann die betreffende Gesetzesregelung zur "Enteignung" mit Geldentschaedigung durchgfuehrt werden.
Sinn und Zweck ist wohl u. a., durch den kurzfristigen und von den Aktionären nicht zu kontrollierenden An- und Verkauf von Anteilen ( meist in Paketform ) Gewinne zu erzielen.
Bei dieser abschliessenden Kapitalkonzentration werden Unternehmen nur von einem Aktionär übernommen. Ist er eine private ( natürliche ) Person, kann man dies eine echte "Ein- Mann AG" nennen. In der Regel wird wohl wegen der Grösse aber eine anonyme Kapitalgesellschaft ( juristische Person : AG oder GmbH ) der Einzelaktionaer sein. In diesem Falle kann man diesen Vorgang wohl nicht mehr Privatisierung nennen, da ja private Personen in der Eigentümerrolle vollkommen ausgeschieden sind. Man sollte diesen Vorgang der letzten Stufe dann Kapitalisierung bezeichnen.
Und was sind die Folgen ? Ueber Handlungen von Managern und Nutzniessern ( Vorstaende, Aufsichtsraete, Beiraete, Notare, Wirtschaftspruefern usw. ) wird auch im Innenverhaeltnis die Kontrolle stark vermindert.
Weiter sehe ich hier noch eine andere Entwicklung : Die Konzerne
werden die ertragreichen Unternehmen voll übernehmen.. Fuer die anderen
Anleger werden dann nur noch die Bereiche uebrig bleiben, wo wenige oder
gar keine Gewinne mehr zu erzielen sind."
( vergl. http://www.meinepolitik.de/schritte.htm
und http://www.meinepolitik.de/kapitali.htm
)
Aus meiner politischen Tätigkeit der 80-er Jahre besitze ich noch Aktien ( z. B. Gelsenwasser AG, Rhenag neu, Thuega Beteiligungen AG ), die m. E. auch kurz vor der "höchsten Stufe der Privatisierung" stehen. Die beiden Letzgenannten werden an der Börse nicht mehr notiert und in dem Depotauszug meiner Bank "ohne Wertberechnung" ausgewiesen.
In der Zwischenzeit soll wohl doch noch wegen Protest und auch Klagen
bei der Entschädigungsfrage eine Änderung der Gesetzesbestimmungen
zugunsten der Kleinaktionäre erfolgen ( vergl."FR"
vom 07.11.2002 ." Minderheitsaktionäre : Berlin will Verfahren über
Abfindungen beschleunigen" )
Weitere Informationen zum Thema :
- "Die höchste Stufe der Privatisierung
ist in Deutschland erreicht - Grossanleger dürfen Kleinaktionäre
enteignen." unter
http://www.meinepolitik.de/kapitali.htm
- "Mannesmann - Aktionäre wollen höhere Abfindung" unter http://www.meinepolitik.de/mannesma.htm