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Ist die Ausnutzung der "Zinsunempfindlichkeit der Sparer"  von einem  "stillschweigenden Kartell" ( lt. Poullain) nicht Wucher ? (19.07.2004)

Auf meinem Girokonto bei der einheimischen Sparkasse erhalte ich 0 % Zinsen, wenn ich es überziehe, muss ich über 18 % bezahlen.. Daneben fallen noch die üblichen Kontoführungsgebühren an. Auf dem normalen Sparbuch erhält man hier 0,5 % Zinsen bei einer aktuellen Inflationsrate von 1,7 %.

Um die gleiche Zeit, an dem die ungehaltene Rede von Ludwig Poullain in der FAZ veröffentlicht wurde, in der er in seiner "Bänkersprache" Kritik an dem "Mißverhältnis zwischen hohen Kreditzinsen auf der einen Seite und niedrigen Sparzinsen auf der anderen Seite" übte, konnte man in der Tagespresse die in den Schwellen- und Entwicklungsländern üblichen Zinssätze lesen und zwar im Zusammenhang mit der Frankfurter Beratungsgesellschaft IPC , die hiermit noch gute Geschäfte mit den Anlage- und Kreditgeldern anbietet.

Vergl. FR vom 16.07.2004: "Entwicklungspolitik mit festem Zins - Beratungsfirma IPC sammelt bei privaten Investoren Geld für Mikrokredite in Osteuropa und Lateinamerika ein" und
Oberhessische Zeitng (Alsfeld) vom 17.07.2004 : "Erste Anleihen für Mikrobanken"

Danach werden in Afrika, Lateinamerika und Osteuropa 24 - 34 % Zinsen von sog. "Mikrobanken" für Kredite in Höhe von 200, 300 oder auch 1000 Dollar  verlangt,. da private Geldverleiher das Dreifache einkassieren sollen (ca.100 %).  Die Beratungsgesellschaft IPC ,die sich auch an den "Mikrobanken" beteiligt, verdient natürlich mit und gibt ihren europäischen Anlegern die Möglichkeit, 6,5 % Zinsen bei einer Laufzeit von 3  Jahren und 5  % bei 2 Jahren einzunehmen (Mindestsumme: 10000,-- Euro).