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Oberhessische Zeitung (Alsfeld), Samstag, 17. Juli 2004

Erste Anleihen für Mikrobanken: 6,5 Prozent Zinsen

FRANKFURT (otr). 24 Prozent, mitunter auch 34 Prozent sind ein stolzer Zins für einen Kredit für 200, 300 oder auch 1000 Dollar. Trotzdem läuft das Geschäft der Mikrobanken - in Afrika, Lateinamerika und Osteuropa. Grund: Normale Geschäftsbanken geben kleinen Händlern, Dienstleistern, Bauern oder Handwerkern keinen Kredit, weil keine herkömmlichen Sicherheiten da sind. Und private Geldverleiher verlangen Zinsen von 100 Prozent und mehr, wie Claus-Peter Zeitinger, Geschäftsführer der Frankfurter IPC weiß. IPC ist ein Beratungsunternehmen, das sich auf den Finanzsektor in Entwicklungsländern spezialisiert hat und sich an Mikrobanken beteiligt. Jetzt sucht IPC zum ersten Mal Unterstützung auch bei Privatanlegern über Anleihen, die mit bis 6,5 Prozent durchaus ansehnlich verzinst werden. Für 2007 ist sogar der Gang an die Börse geplant.

"Unser Modell erweist sich mittlerweile als so erfolgreich, dass wir mehr Eigenkapital brauchen", umreißt Zeitinger den Hintergrund des einmaligen Ansatzes. Vor allem in Afrika will er mehr Mikrobanken aufbauen. Bislang zählen nur große Entwicklungs-Organisationen und -Banken zu den Kapitalgebem von iPC, unter anderem die bundeseigene KfW-Bankengruppe, die Weltbank-Tochter IFC und die holländische Entwicklungsbank FMO. Jetzt will Zeitinger das Unternehmen auf eine breite Basis stellen. Zwei Anleihen wird die IPC anbieten: Bei drei Jahren Laufzeit - ab Oktober - werden pro Jahr fünf Prozent Zinsen geboten, bei sechs Jahren 6,5 Prozent. Mindestanlage-Betrag sind aber für einen Privatanleger durchaus stolze 10000 Euro. Insgesamt will die IPC über die Anleihen sechs Millionen Euro Kapital einsammeln.

® Weitere Infos im Internet:
www.ipcgmbh.com