Während man heute am 21.07.2004 in der "FR" lesen kann, dass ein "privates Gutachten" für die Fraspa (Frankfurter Sparkasse) die Rechtsform einer AG vorschlägt ( vergl. Bericht "Gutachter empfiehlt Fraspa-Verkauf - Frankfurter Sparkasse gilt im Alleingang nicht zukunftsfähig/ Landesbank Hessen-Thüringen Wunschkandidat " ) , flattert mir fast gleichzeitig das Schreiben von dem Autoren Dr. Alexander Scheike aus Hannover mit dem Prospekt seines Buches "Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen - Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft" in den Briefkasten.
Bereits zum 01.01.2003 hat die Haspa. die Hamburger Sparkasse hanseatischen Rechts, die größte deutsche Sparkasse, ihr Bankgeschäft in eine Aktiengesellschaft ausgegliredert. (vergl. "Haspa gliedert Bankgeschäft in Aktiengesellschaft aus" von Günter Heismann, Frankfurt). Nun schlägt eine private Beratungsgesellschaft in einem Gutachten vor, die in Schwierigkeiten geratene Fraspa auch in eine AG umzuwandeln und meistbietend zu versteigern. Für mich tauchen da die Fragen auf :
Wer hat dieses Gutachten vergeben ?
Was hat es gekostet ?
Wer muss es bezahlen ?
Haben wir nicht eine staatliche Sparkassen- und Bankenaufsicht ? Bestimmen private Wirtschaftskreise mit eigenen Interessen hier nicht nur im "Markt"-Geschehen, sondern auch bei den Rahmenbedingungen ? Beim Börsengang der Postbank haben wir ja bereits ähnliche Versuche erlebt, wie im eigenen Interesse innerhalb des Verfahrens Einfluss genommen wurde.
Und dann erhalte ich fast gleichzeitig diesen o.a. Prospekt, der auf ein Buch hinweist, das die Möglichkeiten einer Umwandlung der Sparkassen in Genossenschaften prüft. Dass ich es handschriftlich von dem Autor erhielt, ist wohl auf meine Veröffentlichungen zu diesem Thema auf meiner Homepage zurückzuführen : Der Verfasser will halt sein Buch verkaufen.
Aber sachlich interessant ist es doch, dass das Buch in dem "Europäischen
Verlag der Wissenschaften Peter Lang" erscheint, aus dem auch das 1989
erschienene Buch kam, welches in einem besonderen Kapitel sich mit der
Sparkassenprivatisierung befasste und u. a. auch die in meinen hier auf
meiner Homepage veröffentlichten Entwicklungen der Sparkasse, z. B.
mit deren "Stillen Beteiligungen", bereits vor 15 Jahren bekanntmachte
(vergl.
Auszug aus "Sparkassen und Genossenschaftsbanken
im Spannungsverhältnis zwischen Moral und Ökonomie : Strukturelemente,Organisationsgrundsätze
und Geschäftspolitik , Seite 170 - 176 von Claus Oellerking, Manfred
Holzgrabe : 2.1.3 Sparkassenprivatisierung ).