Haspa gliedert Bankgeschäft in Aktiengesellschaft aus
Von Günter Heismann, Frankfurt
Mit einer Umwandlung ihrer Rechtsform rüstet sich die Hamburger Sparkasse (Haspa) für Fusionen und Übernahmen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2003 gliedert die größte deutsche Sparkasse ihr Bankgeschäft in eine Aktiengesellschaft aus, teilte das Institut mit.
Ebenfalls in ein rechtlich selbstständiges Unternehmen wird das Immobiliengeschäft abgespalten. Mit der Neuordnung rüstet sich die Haspa für die Umwälzungen im Sparkassenlager, die der Wegfall der Gewährträgerhaftung ab 2005 auslösen wird. Eine AG schaffe die nötige "Handlungsfähigkeit und Flexibilität", um sich auf die erwartete Konsolidierung einzustellen, sagte Vorstandssprecher Karl-Joachim Dreyer. Die Haspa sei insbesondere für ein Zusammengehen mit benachbarten Sparkassen im Großraum Hamburg aufgeschlossen.
Dreyer äußerte ebenfalls prinzipielles Interesse an der Vereins- und Westbank, die der Mehrheitseigner HypoVereinsbank (HVB) auf den Prüfstand gestellt hat. Derzeit gebe es jedoch keine konkreten Verkaufsabsichten, sagte er. Das könne sich aber bei einem Zusammengehen der HVB mit der Commerzbank ändern, das frühestens 2004 zu erwarten sei.
An der zur Bankgesellschaft Berlin gehörenden Berliner Sparkasse sei die Haspa hingegen nicht mehr interessiert, sagte Dreyer. Ende 2001 hatte das Institut dem Berliner Senat ein Übernahmekonzept vorgelegt.
Freie Sparkasse
Die neue Hamburger Sparkasse AG ist mit einem Eigenkapital von 1,7 Mrd. Euro ausgestattet. Das Eigenkapital der Haspa Immobilien GmbH & Co. KG beträgt 90 Mio. Euro. Über den neuen Tochtergesellschaften bleibt die alte Haspa als Finanzholding mit einem Kapital von 2,2 Mrd. Euro bestehen. Anders als die meisten anderen Sparkassen, die als öffentlich-rechtliche Anstalten organisiert sind, ist die Haspa eine freie Sparkasse in Form einer "juristischen Person nach altem Hamburgischen Recht".
Auf Grund der Pleitewelle im Mittelstand muss die Haspa die Risikovorsorge für das Jahr 2002 voraussichtlich um die Hälfte auf 250 Mio. Euro erhöhen. Dennoch soll der Gewinn auf Grund von Sondereffekten aus der Abspaltung der operativen Einheiten deutlich gegenüber 2001 steigen, als der Jahresüberschuss 87 Mio. Euro betrug. Allein im Immobiliengeschäft würden 250 Mio. Euro stille Reserven gehoben, sagte Haspa-Chef Dreyer.
© 2003 Financial Times Deutschland