Fusion zur Sparkasse Oberhessen steht
Zusammenschluss der Sparkassen Wetterau und Vogelsbergkreis steht seit Freitagabend fest - Kreistage müssen zustimmen
Von Claudia Kempf
VOGELSBERGKREIS. Die bisher eigenständigen Sparkassen des benachbarten Wetteraukreises und des Vogelsbergkreises fusionieren spätestens zum l. Januar des kommenden Jahres zur Sparkasse Oberhessen. Das besiegelten Vertreter beider Banken und Politiker beider Kreise am Freitagabend in den Räumen der Welterauer Sparkasse in Nidda. Sitz der fusionierten Sparkasse wird Friedberg sein, Hauptstellenstatus sollen weiterhin die N iederlassungen in Nidda, Laulerbach und Aisfeld haben.
Bezüglich der künftigen Vorstandsbesetzung gibt es noch keine konkreten Vereinbarungen. "Darüber haben wir uns noch nicht verständigt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Vogelsbergkreis, Gerold Beckmann. Zu erwarten ist jedoch, dass der bisherige Wetterauer Sparkassenchef, der 48-jährige Günter Sedlak, als Vertreter des stärkeren Instituts neuer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen wird und daneben der bisherige Wetterauer Vorstand Reinhold Wintermeyer und ein Vogelsberger Vertreter dem neuen Vorstand angehören werden. Bei der Sparkasse Vogelsbergkreis füngiert derzeit Gerold Beckmann als Vorstandsvorsitzender, Dieter Bonn und Thomas Falk (Letzterer ist Verhinderungsvertreter mit Sitz und Stimme) komplettieren die Führungsriege im 169. Geschäftsjahr der Bank. Da Beckmann und Bonn in nicht allzu ferner Zeit die Pensionsberechtigung einfordern können, könnte auf lange Sicht aus vorhandener Personalsubstanz also möglicherweise mit Thomas Falk ein Dreier-Vorstand das fusionierte Haus "Sparkasse Oberhessen" lenken. Recht schnell soll die Fusion der beiden Sparkassen auf den Weg gebracht werden. "Zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber zum 1. Januar 2006", so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Landräte Rolf Gnadl (Wetterau) und Rudolf Marx (Vogelsberg) und der Sparkassenvorstände. Zustimmen müssen noch die beiden Kreistage, die als Parlamente der Träger Wetteraukreis und Vogelsbergkreis über die Zukunft der Sparkassen zu entscheiden haben.
"Mit der neuen Sparkasse Oberhessen entsteht ein modernes, weltbewerbsstarkes
Finanzinstitut, das im Sinne aller Kunden, aller Mitarbeiter und der Landkreise
auf die zukünftigen Herausforderungen ausgerichtet sein wird", sagten
die Landräte Rolf Gnadl und Rudolf Marx. "Durch die Fusion wächst
eine langjährige kollegiale Zusammenarbeit zwischen den beiden benachbarten
Instituten in den unterschiedlichsten Gremien und Arbeitskreisen zusammen",
ergänzten die beiden Vorstandsvorsitzenden (Günter Sedlak und
Gerold Beckmann). Mit diesem Schritt wollen die beiden Sparkassen ein Bekenntnis
zur Region Oberhessen abgeben. Die Region wachse zum Wohle der mittelständischen
Unternehmen und der hier lebenden Menschen mehr und mehr zusammen.
Diese Entwicklung wolle die neue Sparkasse Oberhessen künftig
begleiten und aktiv mitgestalten. Die Verantwortung für die Region
spiegele auch der Name der neuen Sparkasse wider: Er stehe für die
historische Bezeichnung einer Region, in der seit 1833 zahlreiche, einst
selbstständige Bezirkssparkassen den öffentlichen Auftrag zur
kreditwirtschaftlichen Versorgung breiter Bevölkerungskreise erfüllten.
Die Nähe zu den Kunden bleibe zentrales Element der Geschäftspolitik.
Das zukünftige Geschäftsgebiet der Sparkasse umfasst den Wetteraukreis
und den Vogelsbergkreis mit insgesamt 44 Städten und Gemeinden, von
Bad Vilbel im Süden bis Alsfeld im Norden, von Butzbach im Westen
bis Schlitz im Osten. Auf einer Gesamtfläche von 2558 Quadratkilometern
leben hier rund 420 000 Einwohner.
Für eine flächendeckende Kundenbetreuung stehen allen Kunden gegenwärtig insgesamt über 80 stationäre und vier fahrbare Geschäftsstellen sowie 13 Selbstbedienungseinheiten zur Verfügung. Die Bargeldversorgung sichern insgesamt 120 Geldautomaten im zukünftigen Geschäftsgebiet. Mit einer Bilanzsumme von rund 4,6 Milliarden Euro wird die Sparkasse Oberhessen zu einem der größeren Häuser der Sparkassen-Finanzgruppe gehören (Platz vier in Hessen, unter den Top 50 in Deutschland). Das Volumen der Kundeneinlagen und der Kundenkredite beträgt jeweils zirka drei Milliarden Euro und bedeutet eine ausgeglichene Bilanzstruktur. "Mit rund 1200 Mitarbeitern zählt die Sparkasse Oberhessen zu den größten Arbeitgebern in der Region Oberhessen und mit über 60 Auszubildenden auch zu den attraktivsten Ausbildungsbetrieben für junge Menschen", erklärten Sedlak und Beckmann.
Auch vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen wird die
geplante Fusion begrüßt, der geschäftsführende Präsident
Gregor Böhmer "unterstützt das Vorhaben ausdrücklich".
Weitere Ausführungen des Homepage- Inhabers
- Einzelheiten der Sparkassenfusion (siehe : Unterlagen zur Beschlussfassung der Fusion der Sparkasse Vogelsbergkreis mit der Sparkasse Wetterau)
- Kritik (siehe : Bemerkungen zur Fusion der Sparkasse Vogelsberg)