SPD-Fachkongreß „Sport — Gesundheit — Bildung"
Kanzler liegt Schulsport besonders am Herzen
Bonn (dpa). Sport ist nach den Worten von Bundeskanzler Helmut Schmidt auch „Spiel und Spaß an der Freude" und nicht In erster Linie Hochleistung. Zum Abschluß des SPD-Fachkongresses „Sport - Gesundheit - Bildung" wiederholte er in Bonn seine Anregung von einem fernsehfreien Abend in der Woche und erklärte, an einem Tag ohne Femsehen lasse sich sehr gut Sport treiben.
Besonders am Herzen liege ihm der Schulsport, sagte der Kanzler, und wandte sich gegen das ausschließliche Prinzip, von Noten und Leistungskrieterien in diesem Bereich. „Sport bedeutet Spiel und Können, Leistungsstreben und Rücksichtnahme, Anstrengung und Entspannung." Wer aber aus Spaß zum Sport zum Spitzensport komme, dem stimme er zu.
Kritik übte Schmidt am Sportstättenbau. Da sei des öfteren zuviel getan worden -auch aus "provinziellem Prestige-Denken". Schmidt erwähnte die ungenügende Nutzung von Anlagen und verlangte, die Sportstätten. zum Beispiel während der Schulferien für alle zu offnen
Der Bundeskanzler appellierte gleichzeitig an die Sportmediziner, Anwalt
der Gesundheit der Sportler zu bleiben und nicht „Büttel der Hochleistung
um jeden Preis" zu werden.
Auf der eintägigen SPD-Sportkonferenz wurde in Arbeitskreisen
eine Resolution vorbereitet, in der Schwerpunkte bei der Sportmedizin und
bei dem Defizit des Sportangebots an Berufsschulen gesetzt wurden.
Als notwendig wurde eine Ausweitung der "Forschung für die Vorsorgemedizin und die freizeit-, familien- und jugendpolitischen Aspekte des Sports bezeichnet. Dazu gehörten auch bessere Voraussetzungen für sportmedizinische Untersuchungen auch im Freizeit- und Breitensport und die Verankerung der Sportmedizin bei der Ausbildung und Weiterbildung von Ärzten.
Vor Schmidt hatten sieh besonders der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert
Wehner und der Bremer Senator Walter Franke für eine Ausweitung des
Sports an den Berufsschulen eingesetzt, den Franke als desolat bezeichnete.
In der Resolution der SPD-Fachkonferenz heißt es dazu, die Tarifvertragspartner
„sollen sich dafür einsetzen, daß den Jungen Menschen auch das
Recht auf sportliche Betätigung in der Berufsschule gewahrt wird.