Ab sofort private Kommandos
Österreichischer Konzern übernimmt Betriebsführung der Abwasserverbände Antrifttal und Kirtorf
ANTRIFTTAL (rwh). Dass die neuen Besen genausogut kehren, das hoffen die Verantwortlichen, dass sie es auf alle Fälle billiger tun, davon sind sie überzeugt: Mit Wirkung vom morgigen Freitag geht die Betriebsführung bei allen Einrichtungen der Abwasserverbände Antrifttal und Kirtorf in die Hände des österreichischen Konzerns V.A. Tech Wabag über.
Zwar sind die endgültigen Verträge noch nicht unterschrieben, dies soll, wie Johannes Averdung, Antrifttals Bürgermeister und zugleich Vorsteher des Äbwasserverbandes Antrifttal, erklärt, "nach den Sommerferien" geschehen, aber grünes Licht für die Vorstände ist nach seinen Worten bereits gegeben.
Vor wenigen Tagen stimmten die beiden Verbandsversammlungen - zum Abwasserverband Antrifttal gehören neben der Katzenberggemeinde noch Alsfeld, Romrod und Kirtorf, zum Abwasserverband Kirtorf neben Kirtorf und Antrifttal auch Homberg - einem Vertragsabschluss mit V.A. Tech Wabag zu. Eine "Inkraftsetzungsvereinbarung" liefert die Grundlage, die neue Regelung bereits zum l. August in Kraft treten zu lassen.
Die Privatisierung der Betriebsführung geht nach den Worten von Averdung auf die Tatsache zurück; dass die Aufgaben der Abwasserverbände stetig angewachsen seien. Mit der neuen Kläranlage in Bernsburg habe der Abwasserverband Antrifttal vor der Frage gstanden, "mehr Personal einstellen oder kommt es billiger zu privatisieren", erläutert Averdung.
Eine europaweite Ausschreibung habe ergeben, "dass Privatisierung die kostengünstigere Variante darstellt". Den Einspareffekt gegenüber einer weiter durch die Abwasserverbände vorgenommenen Betriebsführung beziffert Averdung auf rund 70 000 Euro, eine Summe, "die uns in die Situation versetzt, die Gebühren zu halten anstatt zu erhöhen", zieht Averdung eine positive Konsequenz aus der neuen Regelung.
Als "nicht zutreffend" bezeichnet Johannes Averdung Überlegungen,
mit dem Vertragsabschluss sei beabsichtigt, das Eigentum an den Anlagen
des Abwasserverbandes an den österreichischen Konzern, der in Butzbach
eine Büro unterhält, zu übertragen. "Das war und ist nicht
beabsichtigt", hält er kategorisch dagegen. "Die Abwasserverbände
bleiben Eigentümer", lediglich die Betriebsführung "bis hin zur
Beseitigung des Klärschlammes" sei Gegenstand der Vereinbarung.