Für den SPD-Experten Scheer ist Wettbewerb nur so möglich
In der Diskussion über die Höhe der Strompreise fordert der Präsident von Eurosolar, Hermann Scheer, die Übernahme der privat betriebenen Stromnetze durch die öffentliche Hand. Die Grünen plädieren für eine Verschärfung des Energiewirtschaftsgesetzes.
Bonn / Berlin · 19. September · dpa · "Eine Form der Vergesellschaftung muss hier gefunden werden", betont der Chef der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien und SPD-Politiker. Denkbar sei etwa eine bundesweite Netz-Betriebsgesellschaft unter Beteiligung von Bund und Ländern. "An einer Übereignung der Netze führt kein Weg vorbei, wenn man einen wirklich funktionierenden Energiemarkt haben will mit einer im Allgemeininteresse liegenden Kostenkontrolle."
Die Leitungen haben für Scheer "die Funktion von Straßen - auch sie unterliegen der öffentlichen Verantwortung, um einen diskriminierungsfreien Zugang für alle zu sichern." "Die Liberalisierung des Strommarkts, die zu niedrigeren Kosten und Preisen sowie mehr Wettbewerb führen sollte, ist gescheitert", fasst Scheer zusammen.
Nach den unionsregierten Ländern hat auch die Energieexpertin der Grünen im Bundestag, Michaele Hustedt, Änderungen am Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes gefordert, das im Hause von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ausgearbeitet wurde: "Wir müssen das Gesetz nochmals deutlich verschärfen", sagte sie.
Der Energiekonzern Eon hat bekräftigt, vorerst auf Preiserhöhungen für Strom verzichten zu wollen.
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Dokument erstellt am 19.09.2004 um 17:08:32 Uhr
Erscheinungsdatum 20.09.2004