Die Lieferungen an die Kunden stellen bundesweit etwa 6600 Betriebe sicher. Etwa 300, teilweise sehr große Wasserwerke sind privatisiert. Bislang gibt es jedoch geschützte Gebietsmonopole, die nach Darstellung des Städte- und Gemeindebundes eine transparente Preisgestaltung und eine dezentrale, ökologische Versorgung sichern. Das Wirtschaftsministerium hält die derzeitigen Strukturen für nicht wettbewerbsfähig und hat ein Gutachten über "Optionen der Marktöffnung" in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse Anfang oder Mitte Oktober erwartet werden.
Über mögliche Privatisierungen müsse immer "vor Ort" entschieden werden, verlangt die Lobby der kleinen Kommunen. Keineswegs werde eine Liberalisierung dem Verbraucher sinkende Preise bescheren, da der Fixkostenanteil bei der Wassergewinnung sehr hoch sei. Auch mehr Wettbewerb sei angesichts der Erfahrungen in Frankreich, wo gerade noch vier private Anbieter den Markt beherrschten, kaum zu erwarten. Schließlich drohten durch den Transport von Wasser über weite Strecken und eine mögliche Zentralisierung der Gewinnung ökologische Gefahren.
Mit einem Entschließungsantrag "Nachhaltige Wasserwirtschaft stützen" will die SPD-Fraktion in den nächsten Wochen die Position der Kommunen stärken.
Im Wirtschaftsministerium hält man die Aufregung für überzogen. Man wolle lediglich "effiziente Betriebsgrößen" schaffen. Der Städte- und Gemeindebund schlägt hierzu den "Zusammenschluss in Zweckverbänden" oder "betriebliche Kooperationen" vor. Beobachter halten eine Gesetzesänderung noch vor der Bundestagswahl im Herbst 2002 für unwahrscheinlich.
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Dokument erstellt am 03.09.2001 um 21:25:53 Uhr
Erscheinungsdatum 04.09.2001