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ftd.de, Mi, 17.3.2004, 14:32

Sparkasse lehnt Fusionen und Verkäufe ab

Die Sparkassen haben Zusammenschlüssen mit privaten Banken und Verkäufen erneut eine klare Absage erteilt. Für das vergangenen Jahr zog die Finanzgruppe trotz Konjunkturflaute und zahlreicher Insolvenzen eine positive Bilanz.

Über die drei Säulen des deutschen Bankenwesens hinweg werde es keine Verkäufe und Zusammenlegungen geben, teilte die Sparkassen-Gruppe am Mittwoch in Frankfurt mit. "Säulenübergreifende Fusionen sind kein Weg zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland. Sie würden Wettbewerb vermindern", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Dietrich Hoppenstedt.

Die von den privaten Banken geforderte Öffnung der drei Säulen aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken werde es auf absehbare Zeit nicht geben. Vielmehr werde die Konsolidierung in der deutschen Bankenbranche innerhalb der drei voneinander getrennten Säulen stattfinden. "Ich erwarte in Zukunft etwa 25 Fusionen zwischen Sparkassen pro Jahr." Derzeit liegt die Zahl der Sparkassen bei 489 und damit um 35 niedriger als noch vor Jahresfrist.

Versuche, Sparkassen zu verkaufen, könnten nicht erfolgreich sein, da auch eine Mehrheit der 50 Millionen Kunden dagegen sei. Das habe zuletzt der gescheiterte Verkauf der Sparkasse Stralsund wieder gezeigt. "Der Fall Stralsund ist für uns abgeschlossen", sagte Hoppenstedt weiter. Das Prüfverfahren der Stadt Stralsund zum Verkauf ihrer Sparkasse war Anfang März gestoppt worden.

"Erheblich gestärkt"

Hoppenstedt stellte am Mittwoch zudem Geschäftszahlen für die Sparkassen-Finanzgruppe vor. Die öffentlich-rechtlichen Institute seien auf einem erfolgreichen Weg. "Wir sehen uns betriebswirtschaftlich und politisch nach dem vergangenen Geschäftsjahr erheblich gestärkt", sagte Hoppenstedt. Ein Viertel des geplanten zusätzlichen Gewinnpotenzials in Höhe von 4 Mrd. Euro sei durch Kostensenkungen und Ertragszuwächse bereits realisiert.

Das operative Ergebnis der Sparkassen kletterte 2003 um zwölf Prozent auf 10,5 Mrd. Euro. Ein hoher Steueraufwand führte trotz eines noch kräftiger gestiegenen Ergebnisses nach Bewertung jedoch dazu, dass nach Steuern nur ein kleiner Zuwachs von zwei Prozent auf 1,9 Mrd. Euro verbucht wurde.

Die Sparkassen verteilten 2003 auch mehr Kredite an Unternehmen. Die Zusage neuer Darlehen legte um 15 Prozent auf 92,2 Mrd. Euro zu, bei den Auszahlungen betrug das Plus zehn Prozent. "Es waren Sparkassen und Landesbanken, die in Deutschland eine Kreditklemme verhindert haben", sagte Hoppenstedt. Die Sparkassen beschäftigen insgesamt 271.860 Mitarbeiter - 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Betriebsbedingte Kündigungen wurden vermieden, die Teilzeitquote liegt inzwischen bei einem Viertel.