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Näher dran an Sparkassen

NordLB orientiert sich neu

Hannover · 2. März · rtr · Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) will auch unter den veränderten Rahmenbedingungen als Anstalt des öffentlichen Rechts bestehen bleiben. Ein neues Geschäftsmodell, das bis Sommer 2005 umgesetzt werden soll, sehe aber die Konzentration auf Kerngeschäftsfelder und einen engeren Verbund mit den Sparkassen vor, kündigt die Bank an. Das Institut entscheidet sich damit gegen eine Aufspaltung - ein Weg, wie ihn beispielsweise die WestLB gewählt hat.

Mit Blick auf die Neuausrichtung wird der 64 Jahre alte Vorstandschef Manfred Bodin - ein halbes Jahr früher als geplant - bereits zur Jahresmitte ausscheiden. Zum Nachfolger habe der Aufsichtsrat einvernehmlich Bodins bisherigen Vize, den drei Jahre jüngeren Hannes Rehm gewählt.

Die NordLB ist als Landesbank Refinanzierer der Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Diese drei Länder und die regionalen Sparkassenverbände sind Anteilseigner des öffentlich-rechtlichen Finanzkonzerns.

Konzentration auf Kerngeschäfte

Alle Landesbanken bereiten sich derzeit darauf vor, dass sie von Mitte 2005 an ohne staatliche Rückendeckung in Form der Gewährträgerhaftung im Wettbewerb mit privaten und genossenschaftlichen Instituten bestehen müssen. Der mit der Brüsseler Kommission vereinbarte Wegfall der Staatsgarantien bedeutet, dass die Landesbanken künftig bei der Aufnahme von Kapital höhere Risikoprämien bieten müssen, da sie nicht mehr automatisch auf sehr gute Ratingnoten bauen können.

Als Kerngeschäfte sieht die NordLB künftig neben den Transaktionen und Dienstleistungen mit den Sparkassen die Betreuung von Großkunden etwa bei Exportfinanzierungen sowie das Investmentbanking und Spezialfinanzierungen für Schiffe und Flugzeuge, Immobilien oder Leasing. "Wir haben jetzt klare Kriterien für Kernkompetenzen, Wachstumsfelder und optionale Geschäfte. Und wir werden gegebenenfalls auch Geschäfte wieder einstellen", sagt der designierte Vorstandschef Rehm.

Die NordLB-Bilanz für 2003 wird durch zusätzliche Wertberichtigungen in der Sparte Flugzeugfinanzierungen belastet. Der in Kreisen der Eigner mit weiteren 300 Millionen Euro bezifferte Korrekturbedarf sei allerdings "deutlich zu hoch".

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Dokument erstellt am 02.03.2004 um 17:52:50 Uhr
Erscheinungsdatum 03.03.2004