MVV greift nach Gelsenwasser
Konsortium mit Hamburgern bietet für Eon-Tochter
DÜSSELDORF (rtr). Der Mannheimer Regionalversorger MVV Energie will zusammen mit den Hamburger Wasserwerken die Eon-Tochter Gelsenwasser übernehmen. "Wir werden fristgerecht ein Angebot abgeben", sagte ein MVV-Sprecher und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung.
Der Gas- und Wasserversorger Gelsenwasser würde gut in das MVV-Unternehmensportfolio passen, fügte der Sprecher hinzu. Über die Höhe des Angebots wollte er sich nicht äußern. In der Branche wurde der Wert von Gelsenwasser zuletzt auf 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.
Der Düsseldorfer Konzern Eon hatte die lange umstrittene Ministererlaubnis für die Übernahme des Gasgroßhändlers Ruhrgas nur unter Auflagen genehmigt bekommen. Neben Gelsenwasser muss sich Deutschlands größtes Energieunternehmen auch noch von einer Reihe anderer Beteiligungen trennen, was sich allerdings nicht leicht gestaltet.
Die Frist, bis zu der Angebote für Gelsenwasser abgegeben werden können, endet heute. Neben dem Konsortium aus MVV und den Hamburger Wasserwerken werden auch dem französischen Wasserkonzern Veolia und einer Gruppe von Ruhrgebietskommunen, darunter Bochum und Dortmund, Kaufabsichten nachgesagt. Der Essener Eon-Konkurrent RWE hatte sich dagegen vor zwei Wochen überraschend aus dem Bietverfahren zurückgezogen.
Sollte MVV den Zuschlag bekommen, werde Gelsenwasser als Ruhrgebietskonzern mit den beiden Sparten Gas und Wasser fortgeführt, sagte der Firmen-Sprecher. "Unser Ziel ist es, neue Unternehmen zu entwickeln, nicht sie zu zerschlagen."
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Dokument erstellt am 14.07.2003 um 18:04:52 Uhr
Erscheinungsdatum 15.07.2003