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Hoppenstedt warnt Banken

Sparkassen-Präsident gegen neuerliche Privatisierungsversuche

Fernab der Heimat, am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds, flammt der Streit zwischen Sparkassen und Privatbanken in Deutschland wieder auf.

Washington · 4. Oktober · eis · Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt warf in Washington den privaten Großbanken vor, nach dem beigelegten Gezerre um die Sparkasse Stralsund nun auf die Privatisierung von Sparkassen in Schleswig-Holstein zu dringen und so "unsere Institute zur Dispositionsmasse privater Bankkonzerne zu machen". Damit drohe eine Neuauflage der heftigen Auseinandersetzung.

Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, verteidigte die Vorstöße. Man müsse in Deutschland endlich zu marktgerechten Strukturen kommen. "Der Staat muss sich weitgehend aus der Kreditwirtschaft zurückziehen."

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) will die neuerlichen Übernahme-Versuche nicht tatenlos hinnehmen, bei denen die Bankenlobby laut Hoppenstedt auch auf die politische Opposition in Kiel Einfluss zu nehmen versuche. Bei Übernahmen von Sparkassen durch Privatbanken werde die Mittelstandsfinanzierung, ein flächendeckendes Kreditangebot, der Wettbewerb und sogar die Stabilität des kreditwirtschaftlichen Systems gefährdet, warnte Hoppenstedt. Der DSGV werde daher unter anderem politische Gespräche suchen und Argumentationshilfen erarbeiten.

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Copyright © Frankfurter Rundschau online 2004
Dokument erstellt am 04.10.2004 um 17:24:35 Uhr
Erscheinungsdatum 05.10.2004