Mehr Liquidität: Helaba sieht sich für 2005 gerüstet
FRANKFURT (dpa). Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sieht sich für die Zeit nach dem Wegfall der Staatsgarantien ab 2005 gut gerüstet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte der Vorstandsvorsitzende Günther Merl. So habe die Helaba unter anderem ihren Geldhandel umstrukturiert und sich Liquidität auf Vorrat beschafft. Kurzfristige Belastungen des Ergebnisses würden für dieses Geschäftsmodell und ein gutes Rating der Kreditwürdigkeit bewusst in Kauf genommen, sagte Merl.
2003 hat das Spitzeninstitut der 51 hessischen und thüringischen Sparkassen trotz der Strukturprobleme des Bankensektors und der schwachen Konjunktur das Ergebnis verbessert. Der Betriebsgewinn nach Abzug der Risikokosten stieg um 34,2 Prozent auf 99,6 Millionen Euro. Das Jahresüberschuss erreichte 72,5 Millionen Euro (2002: 39,0 Mio. Euro). Die Risikovorsorge wurde um 31,5 Prozent auf 143,1 Millionen Euro gesenkt. Damit liege der Vorsorgebedarf "wieder im Normalbereich". Der Zinsüberschuss sank um 4,4 Prozent auf 683,1 Millionen Euro. Die Verwaltungsaufwendungen wurden um 3,5 Prozent reduziert. Bis Ende 2005 sollen weitere 150 Stellen abgebaut werden.
Zu den Plänen eines Zusammengehens mit der Frankfurter Sparkasse oder der Landesbank Rheinland-Pfalz wollte sich Vorstandschef Merl nicht konkret äußern. Der Vorstand der Helaba habe aber seine Bereitschaft erklärt, bei einer Neuausrichtung der Frankfurter Sparkasse "Verantwortung zu übernehmen".
Das in Deutschland einmalige Verbundkonzept für eine engere Zusammenarbeit
zwischen Sparkassen und Helaba kommt nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden
gut voran. Bis 2007 sollten die gemeinsam festgelegten Markt- und Ergebnisziele
erreicht werden.
Die Gespräche über die stille Einlage des Landes Hessen von 600 Millionen
Euro sind nach Angaben von Merl abgeschlossen.