DAIMLERCHRYSLER
DaimlerChrysler AG,Stuttgart
11.April 2001, Messe Berlin
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
zu unserer Hauptversammlung am 11. April 2001 in Berlin haben uns Aktionare zu den Punkten 2 bis 7 der Tagesordnung Gegenanträge eingereicht und dabei mitgeteilt, dass sie die anderen Aktionäre veranlassen wollen, für ihre Gegenantrage zu stimmen
Fred K. Brückner, J. Acker Str. 7, 35041 Marburg
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet
Begründung:
Zur Zahlung im Rahmen der Stiftungsinitiative ist der
Vorstand nicht ermächtigt Diese Initiative „Erinnerung, Verantwortung
und Zukunft" ist auf freiwillige Spenden angewiesen Eine Aktiengesellschaft
enteignet das Aktienvermögen teilweise durch Zahlungen Diese Zahlungen
sind kein Unternehmenszweck. Nach dem Aktiengesetz sind Vorstand und Aufsichtsrat
verpflichtet, im Sinne der Aktionäre zu handeln und sind dort auch
persönlich haftbar"
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.
Begründung:
Der Aufsichtsrat lässt Zahlungen an die Stiftungsinitiative
zu. Damit kommt er seiner Aufsichtsratspflicht im Sinne der Aktionäre
nicht vollständig nach. Auch eine Mehrheit der Stimmen bei der Entlastung
befreit nicht von der Beweislast nach Aktiengesetz "
Dachverband der Kritischen AktionärInnen
und Aktionäre, Schlackstraße 16, 50737
Köln
Zu den Punkten 3 und 4 der Tagesordnung:
„Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden nicht entlastet
Begründung :
Vorstand und Aufsichtsrat haben durchgesetzt, dass die
Produktion des neuen Großraummjets Airbus A 380 zwischen Hamburg
und Toulouse aufgeteilt wird. Diese Standortentscheidung bezweckt einzig,
den beteiligten Regionen hohe Subventionen (insgesamt über 4,5 Milliarden
Euro) gegen vage Aussichten auf neue Arbeitsplätze abzupressen Ohne
Zuschüsse aus Steuermitteln wäre sie betriebs wirtschaftlich
unsinnig. Zudem bedeutet sie die Zerstörung des europaweit einzigartigen
Süßwasser-Wattgebiets ,Mühlenbergerloch' bei Hamburg, dessen
Flachwasserzonen die wichtigsten Laichgebiete für die Fische der Elbe
bilden Diese Geschäftspolitik ist gesellschaftlich und ökologisch
untragbar' Weitere Argumente gegen die Entlastung der Konzernfuhrung stehen
im Internet unter www.kritischeaktionaere.de "
Dr. Heino Drieling, Fuchsbau, App 801,UngererSti 19, 80802 München
Zu Punkt 2 der Tagesordnung:
(Antrag A*)
„Aus dem Bilanzgewinn für 2000 wird nur eine Dividende von Euro l 178 844 495,42 ausgeschüttet
Begründung:
Bereits 1999 konnte eine Dividende nur ausgeschüttet
werden, weil Buchgewinne aus Verkauf „debitel" mit anderen Wertpapieren
von EURO 1,432 Mrd sowie Rücklagenauflösung von EURO 969 Mio
erfolgten. Im Spruchstellenverfahren 3/99 vor dem Landgericht Stuttgart
sind so gravierende Fehler bei der Fusionsbewertung fest gestellt worden,
daß die Staatsanwaltschaft gebeten wurde, den Gesamtvorgang zu prüfen
"
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet
Begründung:
Das für Fachleute zu erwartende Desaster bei Chrysler
hat zu unübersehbaren Risiken und Verlusten der Gesellschaft geführt.
Die Vorgänge in Japan und Korea sind geeignet mit bereits aufgenommenen
Krediten von $ 7,1 Mrd und Neuantrag über $ 30,2 Mrd bei der SEC,
eine existenzgefährdende Situation zu schaffen. Eine Entlastung des
Vorstands käme einer Verhöhnung der Altak tionäre gleich,
die bereits die Hälfte ihres Vermögens verloren haben, während
der Vorstand seine Bezüge vervielfachte "
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet
Begründung:
Schon das Ergebnis des Jahres 1999 konnte nur durch Ausschüttung
von Substanz als Dividende herbeigeführt werden Trotzdem wurde dem
Erwerb von Anteilen von Mitsubishi, Hyundai usw mit unkalkulierbaren Risiken
genehmigt Der Sitz der Chrysler Corp wurde 1999 schon nach New York verlegt,
möglicherweise um einen Verkauf vorzubereiten mit Wiederaufnahme in
den S & P und Gewinnen für die im Aufsichtsrat vertretenen Investmentbanken
"
Zu Punkt 5 der Tagesordnung:
„Die KPMG wird nicht zum Abschlußprüfer für das Geschäftsjahr 2001 gewählt.
Begründung:
Dr. Cordes hat im Oktober 1995 den Aktionärsvertretern des Aufsichtsrats
nachgewiesen, daß durch die AEG usw. DM 100 Milliarden an Kosten
angefallen waren. Während man den deutschen Finanzbehörden Verlustvorträge
von DM 17,5 Mrd. nachwies, wurden den Aktionären in den Jahren 1987
mit 1996 Gewinne inkl. Verlust aus 1995 von mehr als DM 14 Mrd. auf den
Hauptversammlungen vorgelegt, testiert für die KPMG. 1999 wurde ein
Gewinn testiert, obwohl ein operativer Verlust angefallen war, was im Geschäftsbericht
Konzern 1999 nicht erwähnt wurde."
Zu Punkt 6 der Tagesordnung:
„Die vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Personen werden abgelehnt.
Begründung:
Die DaimlerChrysIer AG braucht nicht Personen im Aufsichtsrat, die
den bisherigen dort vertretenen Herren genehm sind, sondern erfahrene Fachleute
aus der Automobilindustrie. Zu den fachlichen Qualifikationen der vorgeschlagenen
Personen ist im Antrag des Aufsichtsrats nicht aufgeführt. Bisher
haben die vom Aufsichtsrat der Oppenheim AG übernommenen Aufsichtsräte
aus dem Investment-Bank-Bereich für ihre Institute Gewinne erwirtschaftet,
während die DaimlerChrysIer AG in unvorstellbare Verluste und Schulden
getrieben wurde."
Zu Punkt 7 der Tagesordnung:
„Der Erwerb eigener Aktien wird nicht genehmigt.
Begründung:
Die DaimlerChrysler AG hat gerade $ 7,1 Mrd. Kredit aufgenommen und
ein weiteres Kreditvolumen von 30,2 Mrd. beantragt. Durch Herabstufung
der Kreditwürdigkeit müssen bereits erhebliche Mehrzinsen bezahlt
werden. Wenn auf der einen Seite teure Kredite aufgenommen werden müssen,
ist der Erwerb eigener Aktien unverantwortlich, mit denen die Vorstände
die Kurse ihrer Optionen beliebig manipulieren können."
Jürgen Grässlin, Haierweg 51, 79114 Freiburg
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Bei der Hauptversammlung 1998 hat der Vorstandsvorsitzende wiederholt
vorgetäuscht, mit Daimler-Benz und Chrysler zwei gleichwertige Partner
zu fusionieren. Dass von Anfang an eine Übernahme geplant war, hat
Jürgen E. Schrempp im Interview mit der Financial Times offenbart:
„Die Struktur, die wir jetzt mit Chrysler haben, war immer die Struktur,
die ich wollte." Denn „wenn wir gesagt hätten, Chrysler0 wird eine
Abteilung, hätte auf deren Seite jeder gesagt: Wir kommen so auf keinen
Fall ins
Geschäft." Auf Grund vielzähliger Fehlentscheidungen des
Vorstands ist die Übernahme gescheitert und hat den Beschäftigten
und Aktionären beider Unternehmen größten Schaden zugefügt."
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.
Begründung:
Vor allem die Kapitalseite im Aufsichtsrat ist ihrer Kontrollfunktion
nicht nachgekommen, als der Vorsitzende bei der DaimlerChrysler-Fusion
völlig überzogene Erwartungen geweckt hat. Alle Beteiligten wurden
getäuscht: die Aktionäre unter Vorgabe einer lukrativen „Hochzeit
im Himmel", die Beschäftigten mit Versprechungen der Arbeitsplatzsicherheit
und die amerikanischen Verhandlungspartner mit der Zusage gleichberechtigter
Partnerschaft. Heute stehen alle Beteiligten vor einem Scherbenhaufen:
Aktienkurs, Umsatz, Operating Profit und Börsenwert sind dramatisch
eingebrochen, 35.000 Arbeitplätze werden bei Chrysler und Mitsubishi
vernichtet, Werke geschlossen, weiterhin überdimensionierte Fahrzeuge
und Hightechwaffen gefertigt. DaimlerChrysIer ist ein potentieller Ubernahmekandidat.
Jürgen E. Schrempp muss vom Aufsichtsrat entlassen werden."
Zu Punkt 7 der Tagesordnung:
„Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird abgelehnt.
Begründung:
Der Dachverband der kritischen Aktionärinnen lehnt den Rückerwerb
eigener Aktien ab, mit dem bis 2005 Aktienoptionsprogramme aufgelegt und
Optionsrechte für 96 Millionen Aktien gewährt werden. Für
Vorstände sind davon 13 Prozent vorgesehen. Während bei Chrysler
rund 26.000 und bei Mitsubishi rund 9.000 Beschäftigte rücksichtslos
entlassen werden, plant der Vorstand eine schamlose Selbstbereicherung
in Milliardenhöhe. Der Aktienoptionsplan garantiert den Bestverdienenden
risikofrei zusätzliches Kapital. Sobald die Akrie ausreichend in die
Gewinnzone zurükkkehrt, kassieren Vorstände und Topmanagement
auf Kosten der betrieblichen Allgemeinheit ab. Dieser Aktienoptionsplan
belegt einmal mehr, wie das DaimlerChrysIer-Management im Elfenbeinturm
des Shareholder value lebt und soziale Not ignoriert."
Dr. Dietmar Herold, Am Heidesaum 9, 14109 Berlin
Zu den Punkten 3 und 4 der Tagesordnung:
„Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden nicht entlastet.
Statt, wie versprochen, ein gewinnträchtiges Fusionsunternehmen zu schaffen, wurde mit Chrysier ein überteuertes, sanierungsbedürftiges Unternehmen erworben, der Gesamtunternehmensgewinn wurde halbiert. Permanentes Missmanagement: Anstatt dieses Fehlengagement umgehend zu korrigieren, wurden keinerlei geeignete Gegenmaßnahmen getroffen. Erwiesene Unfähigkeit: Aktienkurs und Gewinn wurden halbiert. Dies zur Dokumentation der Inkompetenz diesen Vorstandes! Ungerechtfertigte Bereicherung: Trotzdem genehmigt sich der Vorstand unverändert Spitzengehälter von 100 Mio DM jährlich. Nicht ausgeübte Aufsichtsratkontrolle: Obwohl der Aufsichtsrat schriftlich auf diese Mißstände hingewiesen wurde, weigerte er sich, seine Kontrollfunktion auszuüben. Den derartig geschädigten Aktionären wird vorgeschlagen, Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten und auf Schadensersatz zu verklagen."
Dipl.-ing. Michael Hog, 7, Rue de Roses, F-67480 Forstfeld
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Die DaimlerChrysler Aktie hat im vergangenen Geschäftsjahr die
schlechteste Performance aller europäischen Autoaktien vorzuweisen.
Verantwortlich für diese Misere ist der Vorstand unter dem Vorsitz
von Herrn Schrempp, der als „Chefstratege" maßgeblich an der Fusion
der beiden Konzerne beteiligt war. Durch diese Fusion ist weder der Aktienwert
noch die Ertragskraft des Unternehmens dauerhaft gesteigert worden, vielmehr
hat sich die Verschuldung des Unternehmens in einem beängstigenden
Ausmaß erhöht."
Otto Kleinen, Oberer Steinberg 65, 63225 Langen
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Der Vorstand hat dem stärksten Konkurrenten auf dem Inlandsmarkt,
der Firma BMW einen unnötigen Wettbewerbsvorteil eingeräumt.
BMW stattet seine großen Fahrzeuge mit einem Navigationsgerät
aus, das einen Empfang von Kurzwellen gestattet, sodaß man auch im
Ausland einwandfrei deutsche Sender empfangen kann. Hier ist der BMW der
neuen S-Klasse weit überlegen, da das Navigationsgerät der S-Klasse
keinen Kurzwellenempfang bietet. Auch andere Navigationsgeräte mit
Kurzwellenempfang sind in die S-Klasse nicht einbaubar. Hierin wird ein
gravierender Fehler gesehen. Da die Konstruktion neuer Fahrzeuge in den
Verantwortungsbereich des Vorstandes fällt, ist eine Entlastung abzulehnen."
Maria Postel, Roßbergstr. 11, 73734 Esslingen-Zollberg
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Der französische Konzern Peugeot hat im vergangenen Jahr ein Rußpartikelfilter-System
bei Diesel-Pkw mit Common Rail-Einspritzung zur Serie entwickelt. Beim
Rußpartikelfilter werden die abgeschiedenen Rußpartikel zusammen
mit Sauerstoff vollständig verbrannt. Damit bietet Peugeot als erster
Anbieter weltweit erstmals einen rußfreien Dieselmotor für Pkws.
Anders DaimlerChrysIer: dort emittieren die Diesel-Pkw nach wie vor gefährliche
Rußpartikel, obwohl es mittlerweile als erwiesen gilt, daß
Dieselruß ab einer bestimmten Konzentration Krebs erzeugen kann.
Der Vorstand ignoriert die Krebsgefahr und hält die für Umwelt
und die Gesundheit der Menschen dringend erforderliche Markteinführung
des Partikelfilter für Pkw bis heute offenbar für nicht notwendig."
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.
Begründung:
Die DaimlerChrysIer AG vernachlässigt die Entwicklung von Konzepten
für eine regenerative Bereitstellung von Wasserstoff für die
Brennstoffzelle. Solange der Wasserstoff noch aus fossilen Primärenergien
wie Methanol gewonnen wird, ist kein Vorteil der Brennstoffzelle gegenüber
konventionellen Antrieben zu erkennen. Der Dachverband Kritischer AktionärInnen
Daimler-ChrysIer (KADC) hat darauf mehrfach hingewiesen. Die Einschätzung
des KADC bestätigt auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
in Stuttgart: Erst wenn der Wasserstoff aus regenerativen Quellen stamme,
sehe die Bilanz des Kohlendioxid-Ausstoßes entscheidend günstiger
aus. Die Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat verletzen in dieser
Angelegenheit die Aufsichtspflicht gegenüber dem untätigen Vorstand."
Konrad Presse, In der Aue 2, 50126 Bergheim
Zu Punkt 2 der Tagesordnung:
(Antrag B*)
„Ich beantrage eine Kürzung der Bruttodividende um 1%, und bitte die Aktionäre diesem Antrag zuzustimmen!
Zweckbestimmung:
Einzahlung in einen Zwangsarbeiterfonds, aus dem ausschließlich
deutsche Zwangsarbeiter entschädigt werden. Da Deutsche vom Zwangsarbeiterfonds
der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft ausgeschlossen sind, fordere
ich die Bundesregierung auf, sich mit einem gleich hohen Entschädigungsbetrag,
wie den für ausländische Zwangsarbeiter, an einen Fonds für
deutsche Zwangsarbeiter zu beteiligen. Ebenso muss es die Aufgabe der Bundesregierung
sein, die Staaten, in denen deutsche Zwangsarbeiter jahrelang unter unmenschlichsten
Bedingungen oftmals bis zum Tode ausgebeutet wurden, aufzufordern, sich
im Rahmen einer Gleichbehandlung, an den Zahlungen in oben genannten Fonds
zu beteiligen. Damit durch einseitige Entschädigung kein neues Unrecht
an deutschen Zwangsarbeiter begangen wird. Die Bundesregierung wurde aufgefordert,
auch für deutsche Zwangsarbeiter einen Entschädigungsfonds einzurichten!
Bis zur vorgenannten Einrichtung sollte die von der Dividende zur Verfügung
gestellten Beträge auf ein einzurichtendes Treuhandkonto eingezahlt
werden!"
Holger Rothbauer, Poststraße 12, 72072 Tübingen
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Trotz letztjähriger Gegenanträge zur Verwicklung von Daimler-Mitarbeitern
mit schwersten Menschenrechtsverletzungen während der argentinischen
Militärdiktatur schweigt der Vorstand weiterhin. Durch neuere Ermittlungen
ist bekannt, daß der frühere Werkschutzchef (Mercedesfabrik
in Gonzales Catan), Jüan Tasselkraut Kommandant eines Polizeikommisariates
war, in dem mehrere Personen verschwanden. Die Wahrscheinlichkeit, daß
Tasselkraut Mercedes-Gewerkschaftsnnitglieder, die dann gefoltert oder
getötet wurden, an frühere Polizeikollegen ausgeliefert hat,
steigt. Desweiteren wurde bekannt, daß der berüchtigte Polizeikommissar
Lavallens bei Mercedes beschäftigt war. Er ist in Argentinien öffentlich
als Folterer bekannt und wurde wegen Kindesentführungen verurteilt.
Wann bricht der Vorstand sein Schweigen und streicht solche Leute von Gehaltslisten?"
Zu Punkt 6 der Tagesordnung:
(Antrag C*)
„Prof. Dr. phil. Ulrich Albrecht, Dipl. Ingenieur, derzeit Professor für Friedens- und Konfliktforschung am Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin, wohnhaft in Selerweg 23, 12169 Berlin wird hiermit zur Wahl in den Aufsichtsrat der Daimler-ChrysIer AG, Stuttgart vorgeschlagen. Insoweit wird dem Wahlvorschlag der Verwaltung in der Hauptversammlung widersprochen. (Eine Einwilligung von Prof. Albrecht zur Kandidatur liegt bereits vor.)
Begründung:
Als Aktionärsvertreter des Dachverbandes der Kritischen AktionärInnen
DaimlerChrysIer (KADC), Arndtstr. 31, 70178 Stuttgart bin ich über
die strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns sehr beunruhigt.
Die Strategie des Vorstandsvorsitzenden Schrempp, die erste ,Weltautomobilfirma'
zu schmieden, geht nicht auf. Anstatt sich den neuen verkehrstechnologischen
und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen, lässt
man sich auf unkalkulierbare Abenteuer ein und hält zudem an der imageschädlichen
Rüstungsproduktion durch die EADS fest. Eine Umorientierung ist dringend
notwendig. Prof. Albrecht ist der renommierteste Konversionsexperte in
Deutschland. Als in Stuttgart promovierter Ingenieur, Politikwissenschaftlicher
und Volkswirt ist er die notwendige Fachkraft zur Kompetenzerweiterung
im Aufsichtsrat."
Paul Russmann, Forststr. 160 c, 70193 Stuttgart
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Den Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysIer, Arndtstr. 31, 70197
Stuttgart, Tel: 0711-608396, werden immer mehr Stimmrechte übertragen,
weil der Vorstand auch im Jahr 2000 die Forderung nach einem Angebotsstopp
für die Submuntionsminen MIFF/ATM und MUSPA/ADM ignorierte. Die Minen
werden zwar nicht mehr übers Internet, dafür aber auf Rüstungsmessen
per Prospekt angeboten. Der NATO-Partner Italien und die „German Initiative
to Ban Landmines" (Brot für die Welt, Misereor, UNICEF) klassifizieren
MUSPA und MIFF als Anti-Personen-Minen (www.landmine.de). Während
Italien die MUSPA zerstört hat, bietet Daimler MIFF und MUSPA weiter
an. Damit verstößt der Vorstand gegen den Geist des Ottawa-Abkommens."
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.
Begründung:
Atomwaffen sind „generell völkerrechtswidrig", „ein Verbrechen
gegen die Menschheit", „moralisch verabscheuungswürdig" und „militärisch
ineffizient". Aber Daimler ignoriert die Aussagen von Kirchen, dem Internationalen
Gerichtshof und US-Generälen. Denn Daimler/EADS ist an der Entwicklung
neuer Atomraketen, z. B. der M 51, beteiligt! Dagegen verbieten die 1991
verfassten Konzernrichtlinien „beim Export von Embargowaren, insbesondere
von Verteidigungstechnik" den Daimler-Mitarbeitern „jegliche Mitwirkung
bei ABC-Waffen und deren Komponenten sowie bei der Errichrung von Produktionsstätten
für solche Waren". Durch das Gewährenlassen des Managements ignorieren
vor allem die Aufsichtsräte der Kapitalseite Forderungen vieler Aktionäre
nach Ausstieg aus der imageschädigenden (Atom-)Waffenproduktion und
Konversion."
SdK Schutzgemeinsrhaft der Kleinaktionäre e. V. , lakobstraße 73,73734 Esslingen
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Die Bilanz der Fusion mit Chrysler ist katastrophal. Der Börsenwert
des Konzerns ist seit Frühjahr 1998 um rund 50 Milliarden DM geschrumpft.
Auch das Engagement bei Mitsubishi produziert Milliardenverluste. Gerade
angesichts der aktuellen Erfolgsmeldungen inländischer Konkurrenten
muß dieses Desaster als hausgemacht betrachtet werden. Der Vorstand,
der sich am erreichten Wertzuwachs messen lassen wollte, hat die Problematik
im Geschäftjahr 2000 verschleppt. Erst im Februar 2001 wurde ein Sanierungskonzept
vorgelegt, dessen Erfolg in den Sternen steht. Deswegen ist dem Vorstand
für das Geschäftjahr 2000 die Entlastung zu verweigern."
Zu Punkt 4 der Tagesordnung:
„Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.
Begründung:
Die Bilanz der Fusion mit Chrysier ist katastrophal. Der Börsenwert
des Konzerns ist seit Frühjahr 1998 um rund 50 Milliarden DM geschrumpft.
Auch das Engagement bei Mitsubishi produziert Milliardenverluste. Gerade
angesichts der aktuellen Erfolgsmeldungen inländischer Konkurrenten
muß dieses Desaster als hausgemacht betrachtet werden. Der Aufsichtsrat
hat im Geschäftsjahr 2000 offensichtlich seine Uberwachungsfunktion
vernachlässigt und nicht vermocht, der Kapitalvernichtung in Milliardenhöhe
Einhalt zu gebieten. Deswegen ist ihm die Entlastung zu verweigern."
Hermann Seulen, Ringstraße 12, 52146 Würselen
Zu den Punkten 3 und 4 der Tagesordnung:
„Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden nicht entlastet.
Begründung:
Es wird beantragt auf Grund der anhaltenden Misere den Vorstand nicht
zu entlasten, da notwendige Strukturprozesse gar nicht bzw. zu spät
eingeleitet wurden. Durch die Politik des Vorstandes wurden zwei schwere
Sanierungsfälle (Chrysler und Mitsubishi) dem Kernunternehmen aufgeladen
und so den Aktionären großer Schaden zugefügt. Vorstand
und Aufsichtsrat ist für diese Misere verantwortlich und somit kann
keine Entlastung erteilt werden."
Lilo Treutler-Walser, Römerstrasse 10, 79117 Freiburg
Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
„Der Vorstand wird nicht entlastet.
Begründung:
Durch Unflexibilität und mangelndes Eingehen auf Kundenwünsche
schadet der Vorstand dem Absatz von Neufahrzeugen. Gegenüber einem
Kaufinteressenten eines C-Klasse-Modells, der seit Jahren „typbedingte"
Klopfgeräusche im Vorgängermodell zu beklagen hat, lehnt es der
Vorstand ab, eine Garantie für Klopffreiheit des aktuellen Modells
zu geben."
Stellungnahme der Verwaltung:
Die Verwaltung hält an ihren Beschlussvorschlägen zur Tagesordnung fest und nimmt zu den Gegenanträgen wie folgt Stellung:
Unser Ziel ist es, DairnlerChrysIer langfristig zum weltweit führenden Automobilhersteller zu machen. Dafür haben wir eine Strategie, die auf vier Säulen basiert:
• eine starke und ausgewogene Präsenz in den Märkten Europa,
Amerika und Asien,
• ein vollständiges, hochattraktives Markenportfolio,
• ein umfassendes Produktprogramm zu jedem Kundenwunsch,
• Technologie und Innovationsführerschaft.
Wir haben am 26. Februar 2001 konkrete Meilensteine genannt, wie wir die Entwicklung in den nächsten drei Jahren gestalten wollen. In diesem Zeitraum wollen wir:
• die Führung von Mercedes-Benz im Premiumsegment noch weiter ausbauen,
• den Turnaround bei Chrysler erreichen,
• unsere Position als Weltmarktführer bei Nutzfahrzeugen ausbauen
und bei Freihtliner wieder Gewinne erzielen,
• die Profitabilität des Dienstleistungsgeschäfts verbessern,
• und eine intensive und profitable Zusammenarbeit mit Mitsubishi etablieren.
Im Jahr 2003 werden wir beim Operating Profit wieder an das hohe Niveau der Vorjahre anschließen.
Um dies zu erreichen, sowie um langfristig und anhaltend Wert für unsere Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zu schaffen, wird der Vorstand die eingeschlagene Strategie konsequent weiterverfolgen.
Der Aufsichtsrat wurde über die globale strategische Ausrichtung des Konzerns laufend informiert, er hat den wesentlichen Schritten zugestimmt und seine Kontrollfunktion in vollem Umfang wahrgenommen.
Nähere Informationen zu den unter Tagesordnungspunkt 6 zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Personen finden unsere Aktionärinnen und Aktionäre in der mit gleicher Post zugesandten Anlage zur Tagesordnung.
Die von Herrn Grässlin im Hinblick auf die DaimlerChrysier-Fusion aufgestellten Behauptungen sind falsch und entbehren jeder Grundlage.
Im Spruchstellenverfahren wurde bislang noch keine Entscheidung über die Angemessenheit des Umtauschverhältnisses getroffen. Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass das Umtauschverhältnis beim Unternehmenszusammenschluss zwischen der Daimler-Benz AG und der Chrysler Corporation angemessen war. Dies wurde von verschiedenen international angesehenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bestätigt.
Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, zu deren Gründungsmitgliedern die DaimlerChrysIer AG zählt, verbindet humanitäre Hilfe für frühere Zwangsarbeiter und andere Opfer des Nationalsozialismus mit dem Ziel des Rechtsfriedens für deutsche Unternehmen. Das Bundesministerium für Finanzen hat bestätigt, dass Zahlungen im Rahmen der Stiftungsinitiative „der Sicherung und Aufrechterhaltung des unternehmerischen Ansehens, d. h. der Wettbewerbsposition der Unternehmen" dienen. Die Verwaltung teilt diese Meinung und handelt damit im Rahmen ihrer Verantwortung.
Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen nehmen wir sehr ernst. Für Verwicklungen von Mitarbeitern von DaimlerChrysIer in Menschenrechtsverletzungen in Argentinien haben sich bisher keine Anhaltspunkte ergeben. Wie wir bereits in der Vergangenheit betont haben, unterstützen wir die Justiz bei ihrer Ermittlungsarbeit und wir werden dies auch weiterhin tun.
Die von der Hauptversammlung im Jahr 2000 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien hat nach dem einschlägigen Gesetz eine maximale Laufzeit von 18 Monaten und muss daher erneuert werden, wenn dem Vorstand jederzeit Handlungsfreiheit und Flexibilität eingeräumt werden soll. Die Möglichkeit zum Rückkauf eigener Aktien kann für alle gesetzlich zulässigen Zwecke, unter anderem zur Bedienung der Aktienoptionspläne, genutzt werden. Die jährliche Ausgabe von Aktienoptionen ist ein wesentlicher Faktor im weltweiten Wettbewerb um Führungskräfte. Das derzeit gültige Aktienoptionsprogramm wurde von der Hauptversammlung 2000 verabschiedet.
Maßstab für die Ertragskraft des Unternehmens und damit auch für die Festlegung der Dividende ist der Jahresüberschuss. Legt man die in den zurückliegenden Jahren im Konzern erwirtschafteten Erträge zugrunde, dann kann von einer Ausschüttung der Dividende aus der Substanz nicht die Rede sein. Die Entnahme aus den Gewinnrücklagen der DaimlerChrysIer AG ist - ebenso wie die Einstellung in die Gewinnrücklagen - ein zulässiger und üblicher bilanztechnischer Vorgang, der zu einer kontinuierlichen Dividendenpolitik beitragen kann.
Die Finanzverbindlichkeiten des DaimlerChrysler-Konzerns dienen zu einem Großteil der Refinanzierung des stark gewachsenen Finanzdienstleistungsgeschäfts. Das bedeutet auch, dass früher begebene Anleihen fällig werden und durch neue Anleihen ersetzt werden müssen. In diesem Zusammenhang ist auch die Emission von Anleihen über US $ 7,1 Mrd. zu sehen, die wir im Januar 2001 begeben haben. Mit der Beantragung einer sogenannten „shelf registration" in Höhe von US $30,2 Mrd. bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC haben wir uns lediglich eine formale Voraussetzung zur Erleichterung möglicher künftiger Emissionen geschaffen. Damit ist noch keine Entscheidung zur Aufnahme von Mitteln verbunden.
Bei der Entwicklung von Navigationssystemen für unsere Mercedes-Benz Pkw haben wir den Schwerpunkt auf den Empfang über UKW, MW und LW gelegt. Diese Frequenzbänder haben in Europa den größten Verbreitungsgrad und sind der Kurzwelle auch in qualitativer Hinsicht überlegen.
Bereits Mitte der 80er Jahre hatte Daimler-Benz ein Rußfiltersystem in Serie eingeführt. Nach den damit gemachten Erfahrungen führt ein solches System zu einem deutlich erhöhten Wartungsaufwand und zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Unser vorrangiges Ziel ist es deshalb, Schadstoffe erst gar nicht entstehen zu lassen. Durch die Weiterentwicklung der Common Rail Einspritzung und durch zusätzliche innermotorische Maßnahmen werden wir die Schadstoffe weiter reduzieren, d. h. nicht nur die Rußpartikel, sondern auch die umweltbelastenden Stickoxide.
Die Berücksichtigung von regenerativen Kraftstoffen ist integraler Bestandteil unserer Brennstoffzellenstrategie. Wir sind diesbezüglich unter anderem mit Anlagenherstellern und - betreibern zur Herstellung von regenerativen Kraftstoffen (Wasserstoff, Methanol) aus Biomasse im Gespräch. Auch im Rahmen des ab 2002 in zehn europäischen Städten anlaufenden Busprojektes werden verschiedene Möglichkeiten zur Verwendung von regenerativ hergestelltem Wasserstoff erprobt.
Das neue Großraumflugzeug A380 wird am Standort Deutschland wertvolle Kapazitäten in Entwicklung und Produktion schaffen und sichern. Allein in Hamburg werden dadurch rund 4.000 neue Stellen - davon 2.000 in der Zulieferindustrie entstehen. Dabei wird das A380-Programm nicht durch Subventionen, sondern durch ein zurückzuzahlendes Darlehen unterstützt. Für mögliche Beeinträchtigungen der Umwelt am Standort Hamburg sollen Ausgleichsflächen, die fast doppelt so groß sind wie die beanspruchte Fläche im „Mühlenberger Loch", geschaffen werden.
Das Thema Verteidigungstechnik wurde in zurückliegenden Hauptversammlungen mehrfach und ausführlich diskutiert. Den zahlreichen Anträgen, die hierzu gestellt wurden, ist die Hauptversammlung nicht gefolgt. Die Position von DaimlerChrysIer zu diesem Thema ist unverändert.
Die Verwaltung behält es sich vor, zu den einzelnen Gegenanträgen in der Hauptversammlung am 11. April 2001 ausführlicher Stellung zu nehmen.
Stuttgart-Möhringen, März 2001
DaimlerChrysIer AG
Der Vorstand
*) Hierbei handelt es sich um einen Gegenantrag, der sich
nicht in der Verneinung des Antrags der Verwaltung erschöpft. Auf
dem Weisungsformular können unsere Aktionäre und Aktionärinnen
durch Ankreuzen für diesen Antrag stimmen.