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Hannover Leasing durchsucht

[18:00, 21.11.07]

Von Renate Daum

Schon wieder werden die Ermittler bei einem großen Anbieter Geschlossener Medienfonds aktiv. Auch den Zeichnern von sieben Medienfonds der Hannover Leasing GmbH & Co. KG aus den Jahren 2000 bis 2002 drohen nun wohl Steuerprobleme. Ähnliches ist bei weiteren Emittenten mit ähnlich konstruierten Fonds zu erwarten.

Der renommierte Anbieter Geschlossener Fonds hat mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft München die Geschäftsräume durchsucht hat. Hintergrund seien steuerliche Ermittlungen bei sieben Medienfonds aus den Jahren 2000 bis 2002. Die Anleger seien unverzüglich informiert worden. Mit Hannover Leasing-Fonds wurden unter anderem Teile der „Herr der Ringe“-Trilogie finanziert.

Hannover Leasing habe steuerrechtliche Fragen mit den Finanzbehörden, sowohl mit den Veranlagungsstellen wie der Betriebsprüfung, intensiv erörtert, heißt es in der Mitteilung: „Dabei wurde zu keinem Zeitpunkt der Eindruck vermittelt, dass die Finanzbehörden Unregelmäßigkeiten bei den betroffenen Medienfonds sehen, welche die Aufnahme der Ermittlungen bei der Hannover Leasing erklären würden.“ Friedrich Patt, Sprecher der Geschäftsführung, betonte: „Wir sind sicher, dass die Ermittlungen die Richtigkeit unserer Konzeptionen bestätigen werden.“

Die Konzeption, die Hannover Leasing verwendete, war in der Branche weit verbreitet. Sie waren leasingähnlich konstruiert. Anleger konnten dem Modell zufolge in den Anfangsjahren ihre Steuerlast drücken, weil durch die Produktionskosten für die Filme Verluste anfielen. Zugleich mussten die Anleger nicht ernsthaft mit einem Totalverlust ihrer Einlage rechnen, selbst wenn die Filme floppten. Allerdings sind an die Anerkennung der Betriebsausgaben bei Filmfonds Voraussetzungen geknüpft. Die Frage ist nun, ob diese Bedingungen bei den fraglichen Fonds erfüllt waren oder nicht.

Bei VIP, einem anderen großen Filmfondsanbieter mit dieser Konstruktion, wurden etlichen Anlegern Steuervorteile wieder aberkannt. Ähnliches droht nun Anlegern der Medienfonds bei Hannover Leasing. Auch weitere Anbieter dürften noch ins Visier der Ermittler geraten. Bei Apollo Media und Equity Pictures war die Staatsanwaltschaft bereits zu Besuch.

Die Internetseite www.graumarktinfo.de hilft Anlegern mit einer neuen Darstellungstechnik, nach unseriösen Anbietern zu fahnden. Eine erste Version ist ab dem 22. November online.
 
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