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Auf einer Tagung in Dietzenbach soll die künftige Gestaltung des Gemeinwohls diskutiert werden

Wie kann bürgerschaftliches Engagement dazu beitragen, die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen? Diese Frage steht im Zentrum einer Fach- und Bürgertagung, die im September im Dietzenbacher Bürgerhaus internationale und deutsche Projekte vorstellt.

VON STEPHEN WOLF

Dietzenbach · 13. August · "Bürgerschaftliches Engagement im Wandel" - unter diesem Motto wollen die Kreisverwaltung, die Stadt Dietzenbach und die Seniorenhilfe der Kreisstadt Impulse für anstehende gesellschaftliche Aufgaben geben.

Für die Tagung, die für den 24. und 25. September im Dietzenbacher Bürgerhaus angesetzt ist, sind Vorträge und Diskussionsrunden mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Interessensgruppen geplant. Nach Angaben der Dietzenbacher Stadtmarketing-Agentur ist die Tagung der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die jährlich organisiert werden soll und "jeweils verschiedene Aspekte gemeinnütziger Kompetenz für die Lösung zukünftiger Probleme thematisieren wird". Beispielhaft für solche Herausforderungen, so die Agentur, seien die zunehmende Konkurrenzsituation zwischen den Generationen, die Krise der sozialen Sicherungssysteme und die Erosion der traditionellen Familiestruktur. Geplant ist es, dass verschiedene Themenschwerpunkte diskutiert werden. Auch sollen auf der Tagung ehrenamtliche Projekte aus Deutschland und aus dem Ausland vorgestellt werden, die als zukunftsweisend für die Lösung gesellschaftlicher Probleme gelten.

"Benötigen weitere Impulse"

Mathilde Al-Dogachi, die den Ehrenvorsitz der Dietzenbacher Seniorenhilfe inne hat, ist überzeugt, dass sich die Bürgerschaft künftig stärker ehrenamtlich engagieren muss. "Nicht nur im sozialen Bereich, auch in Politik und Kultur wird es notwendig sein, ehrenamtliches Engagement zu beleben und zu fördern", prognostiziert Al-Dogachi, die sich an der Tagung aktiv beteiligen wird. "Dafür benötigen wir weitere Ideen - unter anderem auch aus anderen Ländern." Als Beispiel für eine gelungene Adaption, etwa aus den USA, nennt Al-Dogachi die Nutzung eines Zeitkontos, wie es die Dietzenbacher Seniorenhilfe bereits praktiziert. Wer hilft, sammelt Punkte auf seinem Zeitkonto, für die er dann bei Bedarf selbst kostenlos Dienste in Anspruch nehmen kann. "Die Jüngeren helfen den Alten, und wenn sie selbst nicht mehr können, wird ihnen geholfen", beschreibt sie diese ehrenamtliche Form des Generationenvertrags.

Das Prinzip gegenseitiger Hilfe, so hofft sie, rückt immer stärker in das Zentrum des öffentlichen Interesses. Auch weist sie darauf hin, dass der Kreis Offenbach und die Stadt Dietzenbach schon seit rund zehn Jahren das bürgerschaftliche Engagement fachlich und finanziell fördern. Wichtig sei es nun, die Kooperation von Initiativen, Verbänden und Bürgern weiterhin voranzutreiben. "Eine Institution kann viel erreichen; in einem übergreifenden Netzwerk aber sind die Akteure in der Lage, sich zu ergänzen", sagt sie. Auf diese Weise könne sich die Bürgergesellschaft generations- und themenübergreifend entwickeln.

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Dokument erstellt am 14.08.2004 um 00:08:48 Uhr
Erscheinungsdatum 14.08.2004 | Ausgabe: R3 | Seite: 36