Während das globale Verhältnis von Armut und Reichtum schon jahrzentelang diskutiert wird, ist es in Deutschland lange Zeit ein Tabu gewesen, darüber zu sprechen. Allenfalls wird hier von einer neuen Armut gesprochen, aber vom wachsenden Reichtum bei den wenigen "oberen Zehtausend" hört man nicht viel.
Dabei waren die wirtschaftlichen Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen :
- stark zunehmende Konzentration und damit beginnende Monopolisierung bzw. Oligopolisierung in allen wirtschaftlichen Bereichen,
- damit zusammenhängende Abhängigkeit der kleinen und mittleren Betrieben von den Grossbetrieben,
- Einflussnahme der Grossunternehmen und Spitzenverdiener auf die Politik mit der Erwirkung einer für sie genehmen Gesetzgebung,
-- hierbei besonders auf die Steuergesetzgebung, wobei die faktische "Abschaffung" der Vermögenssteuer und die Senkung des Spitzensteuersatzes einen besonderen Rang eingenommen haben. Auch bei einer Reform der Erbschaftssteuer, die die gleichen verfassungsrechtlichen Probleme wie die Vermögenssteuer aufweist, ist eine auffallende Zurückhaltung beim Gesetzgeber zu beobachten.
- zunehmende Privatisierung öffentlicher Aufgaben, insbesondere im Verkehr ( Personen- und Güterverkehr bei der Bahn, Nachrichtenverkehr bei der Post ) und bei den Versorgungsaufgaben der Kommunen ( Energie, Wasser usw.).
- zunehmende Zinsen-, Gebühren- und Provisionspolitik zu Lasten
Besitzer geringer Guthaben ( z. B. Mindestgebühren, -provisionen usw.
) bei fast allen Banken, dabei Kommerzialisierung der Sparkassen,
die letztlich auch zu deren Privatisierung führen wird.