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Kommunaler Handlungsleitfaden Agenda 21 in Alsfeld

Inhaltsverzeichnis


Vorbemerkungen *

1 Agenda 21 Alsfeld im Überblick *

1.1 Der Stand des Agenda-21-Geschehens in Deutschland und Hessen *

1.2 Das hessische Förderprogramm *

1.3 Alsfeld ist dabei *

1.4 Ziele und Möglichkeiten der Alsfelder Agenda 21 *

2 Der Stand des Alsfelder Agenda-21-Prozesses * 2.1 Rückblick *

2.2 Bisheriger Verlauf *

2.3 Gremien, Gruppen und Projekte *

2.3.1 Agenda-21-Arbeitskreis *

2.3.2 Stadtverwaltung/Stadtpolitik *

2.3.3 AG Verkehr *

2.3.4 AG Naturschutz *

2.3.5 AG Energie/Umwelttechnik *

2.3.6 AG Soziale Begegnung *

2.3.7 Tauschring/Zeitbörse *

2.3.8 Spielräume Altenburg *

2.3.9 Frauenprojekt: *

2.3.10 AG Jugend *

2.3.11 AG Sport(vereine) *

3 Arbeitsgruppen und Themen der Alsfelder Agenda 21 * 3.1 Energie und Umwelttechnik *

3.1.1 Die Arbeitsgruppe *

3.1.2 Leitbild *

3.1.3 Der Themenbereich "Energie und Umwelttechnik" im Überblick *

1. Nachhaltig Bauen für die Zukunft – Bauleitplanung und Bebauungspläne *

2. Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung alternativer Energieverwendung *

3. Umwelttechnisches Förderprogramm der Stadt Alsfeld *

4. Energiemanagement städtischer Liegenschaften *

5. Sonstige Anregungen: *

3.1.4 Überblick tabellarisch *

3.2 Naturschutz *

3.2.1 Die Arbeitsgruppe *

3.2.2 Der Themenbereich im Überblick *

3.3 Verkehr *

3.3.1 Allgemeine Verkehrssituation *

3.3.2 Die Arbeitsgruppe Verkehr *

3.3.3 Der Themenbereich im Überblick *

3.3.3.1 Textteil *

3.3.3.2 Tabellarischer Teil *

3.4 Soziales *

3.4.1 Projekte und Arbeitsgruppe "Soziales" *

3.4.2 Der Themenbereich im Überblick *

3.5 Jugend und Kinder *

3.5.1 Die Arbeitsgruppe *

3.5.2 Der Themenbereich im Überblick *

3.6 Sport *

3.6.1 Die Arbeitsgruppe Sport(vereine) *

3.6.2 Der Themenbereich im Überblick *

3.6.2.1 Textteil *

3.6.2.2 Tabellarischer Teil *

4 Instrumente und Methoden der Agenda 21 Alsfeld * 4.1 Die Instrumente *

4.1.1 Arbeitskreis (AK) *

4.1.2 Arbeitsgruppen *

4.1.3 Projektgruppen *

4.1.4 Der kommunale Handlungsleitfaden *

4.1.5 Hilfsmittel *

4.2 Methoden zur Verstetigung des Agenda-21-Prozesses *

4.2.1 Der Agenda-Rat *

4.2.2 Kooperation von Bürgern, Politik und Parlament *

4.2.3 Öffentlichkeitsarbeit *

4.2.4 Dokumentation *

4.2.5 Organisatorische Unterstützung *

4.2.6 Alsfelder Agenda-21-Regeln *

5 Schlussbemerkungen *

6 Anhang *

6.1 Ansprechpartner und Kontakte *

6.2 Dokumentation: Bereits abgearbeitete Themen *

Vorbemerkungen

Ziel der Agenda 21 ist es, den Übergang der Menschheit zu einer zukunftsfähigen Lebensweise in die Wege zu leiten. Hierbei handelt es sich um einen in der Menschheitsgeschichte erstmalig weltweit koordinierten, langfristig angelegten Prozess. Alsfeld hat sich mit seiner Agenda 21 daran frühzeitig beteiligt.

Wie in anderen Kommunen auf der Erde auch stellt in Alsfeld das hiermit vorgelegte Dokument der lokalen Agenda 21 eines der Kernstücke der neuen und schwierigen Aufgabe dar. Nur durch das schriftliche Fixieren der Handlungsfelder und der Spielregeln und durch deren allgemeine Anerkennung kann vor Ort ein dauerhafter gesellschaftlicher Konsens und damit der bitter notwendige Erfolg für die nächsten Generationen in Sachen ‚Zukunftsfähigkeit‘ erzielt werden. Denn für eine nachhaltige Lebensweise muss die Agenda politische und wirtschaftliche Turbulenzen über Generationen hinweg überstehen können.

Vor diesem Hintergrund soll, wie in anderen Kommunen auch, das Alsfelder Agenda-21-Dokument den Rang eines ‚kommunalen Handlungsleitfadens‘ erhalten. Diese Bezeichnung wird im folgenden konsequent verwendet.

Bundesweit stellen sich diese ‚Handlungsleitfäden‘ vor Ort genauso unterschiedlich dar wie die Menschen, von denen sie verfasst wurden. Bestimmte Prinzipen, die aus der Agenda-Charta der Vereinten Nationen abgeleitet wurden, sind jedoch Maßgabe für alle ‚Agenda-Leitfäden‘ und ‚Agenda-Dokumente‘ und stellen letztendlich das weltweite Verbindungsglied zwischen allen lokalen Agenda-Prozessen dar. Auch der Alsfelder Agenda-Prozess hat sich diese Prinzipien zu eigen gemacht (s. Anhang),

Da sich die kommunalen Handlungsfelder und damit die Anforderungen an die Agenda in Alsfeld laufend ändern werden (auch durch erfolgreich umgesetzte Agenda-Maßnahmen), darf und muss der Agenda-Handlungsleitfaden laufend überarbeitet werden. Die hier vorliegende Ausarbeitung stellt daher zwar die Momentaufnahme des Alsfelder Prozesses im Frühjahr 2001 dar, sollte aber jährlich laufend fortgeschrieben werden. Damit wird nicht nur ein jeweils zeitgemäßer Stand des Leitfadens erzielt, sondern auch der notwendige frische Wind erzeugt, der den Agenda-Prozess am Leben erhalten wird.

Aufgrund der intensiven und engagierten Arbeit der beteiligten Bürger kann hiermit der erste Entwurf des ‚kommunalen Handlungsleitfadens‘ der Agenda Alsfeld zwecks Abstimmung mit allen Akteuren vorgelegt werden. Anregungen, Kritik und Ergänzungen sind herzlich willkommen und sollen mit zum Gesicht der ‚ersten Auflage‘ des Leitfadens beitragen, der im Herbst 2001 vom Stadtparlament Alsfeld die erforderliche Zustimmung erhalten soll.
 
 

  1. Agenda 21 Alsfeld im Überblick

  2.  

     
     
     

    1. Der Stand des Agenda-21-Geschehens in Deutschland und Hessen

    2.  

       

      Der Aufforderung zur Erarbeitung einer lokalen Agenda 21 folgten in der Bundsrepublik bislang über 1600 Städte und Gemeinden; allein in Hessen gibt es 244 Aufstellungsbeschlüsse, das entspricht 55% aller Kommunen in Hessen.

      Seit 1998 wurden im Rahmen des hessischen Förderprogramms 119 Städte und Gemeinden, darunter auch die Stadt Alsfeld, bei der Einleitung ihres lokalen Agenda-21-Prozesses unterstützt.
       
       

    3. Das hessische Förderprogramm

    4.  

       

      Die Förderung durch das Land Hessen (im Falle Alsfelds: 50.000 DM) umfasst externe Beratung und Moderation bei der Erstellung von Leitbildern und Ziel-/Maßnahmenkatalogen sowie einen Zuschuss für kommunale Eigenleistungen bei der Prozess-Steuerung, jedoch keine Mittel für die Projektumsetzung .

      Die Förderrichtlinie sieht vor, dass die lokale Agenda 21 als kommunales Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung innerhalb von 6 Monaten nach ihrem Abschluss durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden muss. Damit soll auch der politische Wille zur Umsetzung des Handlungsprogramms verdeutlicht werden.
       
       

    5. Alsfeld ist dabei

    6.  

       

      Wie bereits erwähnt, fügt sich die Agenda Alsfeld nahtlos ein in die Reihe der Kommunen, die sich weltweit um die lokale Umsetzung der Prinzipien der UN-Agenda-21-Charta von Rio bemühen. Damit zeigt die Stadt, dass sie die Notwendigkeit des Aufbruchs in eine zukunftsfähige Lebensweise erkannt hat. Besonders die Einstimmigkeit, mit der das Stadtparlament im Januar 1998 den Beschluss für den Agenda-Start gefasst hat, kann als Zeichen dafür gedeutet werden, dass in Alsfeld der übergreifende Gedanke einer solidarischen Zukunftsgestaltung nicht auf dem Altar von Einzel- oder Gruppeninteressen geopfert werden wird.

      Und das lässt darauf hoffen, dass der Alsfelder Agenda-Prozess auch in Zukunft Bestand haben wird, denn ohne eine selber nachhaltige Lokale Agenda wird es auch keine nachhaltige Zukunftsentwicklung im Sinne von Rio geben.

      Frühzeitig und engagiert hat Alsfeld sich eingeklinkt in das schwierige weil neuartige Geschäft der lokalen Umsetzung der Agenda-Prinzipien und hat es, vom Förderprogramm des Landes Hessen unterstützt, geschafft, eine für hessische Verhältnisse vorbildliche Kontinuität in seinen Agenda-Prozess zu bringen. Getragen vom Engagement vor allem der unmittelbar Beteiligten kann die Alsfelder Agenda damit eine nachahmenswerte Vorbildfunktion für andere Kommunen, nicht nur in der Region, ausüben. Vorausgesetzt natürlich, dass der kommunale Konsens über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Agenda erhalten bleibt und weiterentwickelt wird.
       
       

    7. Ziele und Möglichkeiten der Alsfelder Agenda 21
Die allgemeinen Ziele der Agenda Alsfeld sind in der Charta von Rio ( s.a. Literaturliste im Anhang), in den Statuten des Förderprogrammes des Landes Hessen und in der Begründung des Stadtverordnetenbeschlusses (s.a. Anhang) nachlesbar.

Die spezifischen, gegenwärtig aktuellen Ziele für Alsfeld gliedern sich in

Die Möglichkeiten, die sich Alsfeld durch das Engagement seiner Bürger und seiner Administration im Verlauf des bisherigen Agenda-21-Prozesses geschaffen hat, sind insgesamt erfreulich groß; die Ansätze sind vielversprechend.

Zuversicht in die künftige Weiterentwicklung entsteht vor allem daraus, dass

Unterstützend dazu sind auch die Rahmenbedingungen für Arbeitsgruppen und Bürger, direkteren Einfluss auf die kommunalen Entscheidungen nehmen zu können, besser geworden; als Beispiel sei hier nur das neue Kommunalwahlrecht genannt.

Hemmnisse und Probleme für den Fortgang des Agenda-Prozesses in Alsfeld können vor allem die folgenden Punkte aufwerfen:

Die Möglichkeiten, dass die Alsfelder Agenda 21 kontinuierlich den Weg von Rio gehen und als Positiv-Beispiel in der Region zum Nachahmen anregen kann, sind somit gut bis sehr gut. Vorausgesetzt, die angesprochenen Problempunkte können ausgeräumt werden.
 
 
  1. Der Stand des Alsfelder Agenda-21-Prozesses
    1. Rückblick

    2.  

       

      Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 28.1.1998

      Umfrage unter örtlichen Vereinen/Verbänden Frühjahr/Sommer 1998

      RKW-Förderbewilligung Sommer 1998

      Herbstausstellung (mit großem Agenda-21-Teil und PR)

      Pressekampagne der OZ mit Preisausschreiben für Ideenwettbewerb

      Agenda-Büro mit ABM-Kraft beim Umweltbeauftragten vom 1.10.98 bis 30.9.99; ab 1.3.2000

      Auswahl des Moderationsbüros: Umweltbüro Schotten (Dr. Wack)

      Auftaktveranstaltung: 20.1.99 mit über 300 Teilnehmern

      Agenda 21- Arbeitskreis: Erste Sitzung am 18. Februar 1999 (ca. 80 Teilnehmer)

    3. Bisheriger Verlauf
Der Alsfelder Agenda-21-Prozess verlief chronologisch und inhaltlich zweigleisig. Von Beginn an war eine ausgeprägte Projektorientierung vorhanden, die auch weitgehend durchgehalten wurde.

Café International, Naturpfad am Homberg, Raabsche Wiese/Bürgerpark Erlen, Schwalm-Renaturierung, Tauschring /Zeitbörse "Vulkania", Spielplatz in Altenburg, Fortbildungsveranstaltungsreihen zu Energie und Bauen und anderes mehr sind die Ergebnisse dieses "Anpackens".

Parallel dazu wurde v.a. im Jahr 2000 die Erarbeitung des vorliegenden Dokuments vorangetrieben.

Vom anderswo üblichen Abschmelzen der Aktivitäten nach anfänglichem Durchstarten war in Alsfeld vergleichsweise wenig zu beobachten; hier herrschte nicht nur Kontinuität, sondern es war, gegen den Trend in anderen Kommunen, eine Zunahme der Zahl der Arbeitsgruppen und des Projektengagements zu verzeichnen. Vor dem Hintergrund sonstiger Politikmüdigkeit und Ehrenamts-Lustlosigkeit eine aufmunternde Tendenz.

Der Verlauf der Alsfelder Agenda 21bestätigt die herausragende Bedeutung einer zentralen Agenda-Anlaufstelle. Das Agenda-21-Büro erbrachte eine Menge von Querschnitts-Dienstleistungen für Starthilfe, Vernetzung und organisatorischer Begleitung, die im sachlich erforderlichen Ausmaß ehrenamtlich nicht erwartbar waren.

Von den aktiven Bürgerinnen und Bürgern wird vor allem für wichtig genommen, "dass etwas Konkretes passiert". Das Lebendigbleiben des Agenda-Prozesses hängt auch in Zukunft davon ab, dass hier Beteiligungsangebote bestehen,

Im Überblick und im Vergleich mit anderen Städten lässt sich zusammenfassend festhalten, dass Alsfeld im Grad der Beteiligung, Kontinuität und Vielfalt im Vergleich zu anderen "Agenda-Städten" eine beeindruckende Breite aufweist und deshalb auch überregional beachtet wird.

In den letzten Monaten stand die Arbeit für den kommunalen Handlungsleitfaden im Mittelpunkt der meisten Arbeitsgruppensitzungen. Da sich nun hauptsächlich der Arbeitskreis der Agenda Alsfeld und danach die Stadtverordnetenversammlung mit dem Dokument befassen werden, steuern die Arbeitsgruppen wieder auf die Planung und die Umsetzung der konkreten, von ihnen erarbeiteten Maßnahmen zu.

    1. Gremien, Gruppen und Projekte
      1. Agenda-21-Arbeitskreis
Aufgaben des Arbeitskreises:
      1. Stadtverwaltung/Stadtpolitik

      2.  

         

        Januar 1999: Besprechung in der Verwaltung

        16. Juni 1999: Besprechung mit Verantwortungsträgern aus Politik und Verwaltung.

        Ergebnis: Anliegen aus dem Agenda-21-Prozess können bereits frühzeitig über den Magistrat an die Verwaltung bzw. Politik (via Ausschüsse) herangetragen werden.

        10. 1. 2001: Starke Bereitschaft zur produktiven Auseinandersetzung mit der "Alsfelder

        Agenda 21" (siehe Vereinbarung)

        Forschungsprojekt "Indikatoren":

        Alsfeld war im Frühjahr 2000 Testkommune im länderübergreifenden Pilotprojekt "Kommunale Nachhaltigkeitsindikatoren im Rahmen der lokalen Agenda 21". Forschungsbericht liegt vor.

      3. AG Verkehr

      4.  

         

        Bis Herbst 1999 stark projektorientiert.

        Schwerpunkt 2000: Mitarbeit an der Erarbeitung der "Alsfelder Agenda 21

      5. AG Naturschutz
Stark projektorientiert. Projektgruppen und Arbeitseinsätze (z.T. mit Max-Eyth-Schülern)
      1. AG Energie/Umwelttechnik
Schwerpunkt: Öffentlichkeitsarbeit und Qualifizierung
      1. AG Soziale Begegnung
      1. Tauschring/Zeitbörse

      2.  

         

        Die Zeitbörse "Vulkania" betreibt "organisierte und erweiterte Nachbarschaftshilfe ohne Geld".

        Gründung Frühsommer 1999.

        Fast 70 Mitglieder, vogelsbergweit. Teilnehmerzahlen steigend.

        Regelmäßig erscheinende Marktzeitung "Schotterblättchen"

      3. Spielräume Altenburg

      4.  

         

        Schwerpunkt: Kinder- und Jugendprojekte im Stadtteil Altenburg; große Bürgerversammlung am 23.3.00)

        Verwirklichung eines Spielplatzes im Neubaugebiet und Jugendraum im DGH; zunächst abgeschlossen

        Wird weitergeführt als Verein "Kinder und Jugendarbeit Altenburg e.V."

      5. Frauenprojekt:

      6.  

         

        Servicehaus/Dienstleistungszentrum

        Derzeit inaktiv (Hintergrundsarbeiten)

      7. AG Jugend

      8.  

         

        Im November 2000 gestartet; zweites Treffen am 8. Februar 2001

      9. AG Sport(vereine)
Seit August 2000 (nach Startveranstaltung mit Landessportbund und Sportkreis)

3 Treffen
 
 

  1. Arbeitsgruppen und Themen der Alsfelder Agenda 21

  2.  

     

    Vorbemerkung

    Die vorliegende Alsfelder Agenda 21 ist kein Abschlussbericht! Das würde sowohl dem Sinn des Agenda-21-Prozesses als auch den Absichten und der Arbeitsweise der beteiligten Gruppen widersprechen. Die folgenden Kapitel sind eine Momentaufnahme des Agenda-Prozesses zum Ende des Jahres 2000 im Hinblick auf die Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung.

    Das Dokument erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Perfektion; die angeschnittenen Themen sollen und werden weiter ergänzt, das Dokument soll und wird weiter fortgeschrieben werden. Außerdem ist die Arbeit "auf dem Papier" immer nur die eine Seite der Medaille gewesen: Von Anbeginn ist seitens der Agenda-Aktiven viel Nachdruck auf konkrete Projekt-Arbeit gelegt worden, deren Resultate natürlich in diese Form der Darstellung wenig Eingang finden. Der Agenda-21-Prozess ist ein lebendiges Geschehen: vieles wird durch das Dokument erst angestoßen, manche Probleme zeigen sich vielleicht erst bei der Umsetzung. Der vorliegende Text ist ein Mittel, Diskussionen in Gang zu bringen, nicht sie abzuschließen. So ist er gemeint, so ist er zu lesen. Oder wie es ein Teilnehmer formulierte:
     

    "Eigentlich beginnt am Tag der Übergabe schon die Fortschreibung".

    1. Energie und Umwelttechnik
      1. Die Arbeitsgruppe

      2.  

         

        Die Arbeitsgruppe legt den Schwerpunkt ihrer eigenen Tätigkeiten in Öffentlichkeitsarbeit und Qualifizierung im Bereich Bauen und Energieverwendung..

        Im Jahr 1999 wurde eine Seminar- und Vortragsreihe zum Thema "Niedrigenergiebauweise" angeboten und durchgeführt, die, bei hohem fachlichem Niveau, mit teilweise über 80 Teilnehmern sehr gut angenommen wurde. Sie entstand in Kooperation mit dem IMPULS-Programm des Landes Hessen, der Staatlichen Technikerschule Alsfeld, dem Ökologiezentrum Vogelsberg e.V. und Vogelsberg Consult und wandte sich an Handwerker, Planer und Bauherren aus der Region.

        Eine zweite Veranstaltungsreihe im Jahr 2000 unter Federführung des Ökologiezentrums Vogelsberg e.V. mit dem Titel "Ökologie und Technik", bot eine breite Palette interessanter Vorträge zum Thema Bauen, Wohnen und Energieverwendung . Die 12 Vorträge waren ebenfalls gut besucht.

        Zum Jahresbeginn 2000 wurde ein Faltblatt erstellt und herausgegeben, mit dem die Gruppe für den privaten Energieumstieg auf "grünen Strom" warb und die erforderlichen Informationen vermittelte.

        Mehrere Exkursionen (u.a. Technikerschule Butzbach, Fa. Wagner & Co. Solartechnik) halfen den Blick erweitern und machten auch ganz einfach Spaß; diese "Aktionsform", die ebenfalls gute Resonanz in der Bevölkerung fand, wird auch in der Zukunft weiter eine Rolle spielen.

        Mit aus dem Themenkreis der AG stammt das im Dezember 2000 in Gang gekommene Projekt "Sprit vom Acker", bei dem ein Auto-Umrüstprojekt an der Max-Eyth-Schule, landwirtschaftliche Interessen an Rapsanbau und –absatz, die Interessen der Autofahrer und regionale Eigenversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen sich gegenseitig stützen sollen.
         
         

      3. Leitbild
Eine nachhaltige Entwicklung ist in Deutschland nur möglich, wenn die technische Effizienz verbessert wird und sich gleichzeitig das Konsumverhalten, sowie die rechtlichen und wirtschaftlichen Strukturen ändern.

Der Schutz des Klimas und die Eindämmung des Treibhauseffektes zählen zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Die uns zu Verfügung stehende Energie muss sinnvoll und sparsam genutzt werden. Entsprechende Selbstverpflichtungen sind sowohl die Bundesregierung als auch die Stadt Alsfeld beim Zutritt zum Klimabündnis eingegangen; sie sollten von öffentlicher, privater und gewerblicher Seite in Alsfeld dringend eingelöst und wenn möglich noch unterschritten werden.

Folgende Themen hat die AG Energie- und Umwelttechnik diskutiert:

      1. Der Themenbereich "Energie und Umwelttechnik" im Überblick
1. Nachhaltig Bauen für die Zukunft – Bauleitplanung und Bebauungspläne

Leitbild:

Bauen verbraucht Fläche und Material und legt den späteren Energieverbrauch weitgehend fest.

Nachhaltiges Bauen ist:

Bürgerbeteiligung als Instrument nachhaltiger Bauleitplanung

Die Bürger werden bei der Entwicklung eines Bebauungsplanes beteiligt. Die Instrumente des BauGB alleine haben sich hierbei bisher als nicht ausreichend erwiesen. Besonders "beteiligungs-geeignete" Belange sind: Verkehr, soziale Begegnung, Kinder, Alte, aber auch optische Gestaltung, Eingrünung und Berücksichtigung energie-technischer Vorgaben. Falls das Interesse weit genug geht, besteht die Möglichkeit, sich in Arbeitsgruppen an bestimmte Probleme, z.B. Gestaltung eines Dorfplatzes etc. zu machen.

Die Verwaltung und ein beauftragtes Planungsbüro begleiten den Prozess und sorgen dafür, dass ein formaljuristisch umsetzbarer und wirtschaftlich interessanter Bebauungsplan entsteht.

Der abschließende Bebauungsplan ist als Ergebnis der Beratungen dokumentiert.
 
 

Nachhaltige Bauleitplanung

Schwäche:

Derzeit ist eine Ausrichtung auf Nachhaltigkeit nicht erkennbar.

Ziele:

Anwendung einheitlicher Grundsätze bei der Bauleitplanung: Hauptgesichtspunkt Nachhaltigkeit (sowohl im sozialen als auch ökologischen und ökonomischen Bereich)

Maßnahmen:

Die Vorschläge für nachhaltige Bauleitplanung sind nicht abschließend. Ihre gemeinsame und kooperative Erarbeitung am Runden Tisch mit Fachleuten, städtischen Planern und Bürgern ist eines der nächsten Vorhaben der Gruppe.

Bodenbevorratung:

Viele Festsetzungen, die ökologisch interessant sind, können im Rahmen eines Bebauungsplanes nicht verbindlich gemacht werden, wohl aber zivilrechtlich dann, wenn die Gemeinde Eigentümer der Grundstücke ist. Die Bodenbevorratung durch die Gemeinde ist daher vorzuziehen.
 
 

Solarenergie; Nutzung im Gebäudebestand

Die Warmwasserbereitung ist im häuslichen Bereich neben der Heizung der zweitgrößte Energieverbraucher. Dieser Energieverbrauch kann in den Sommermonaten durch eine thermische Solaranlage zu annähernd 100 %, im Jahresmittel zu etwa 60 % gedeckt werden.

Der gesamte Energieverbrauch eines Durchschnittshaushaltes lässt sich damit um etwa 8 % verringern – dieser Anteil wird sich bei Häusern, die entsprechend der Wärmeschutzverordnung gebaut werden, nochmals vergrößern.
 
 

Blockheizkraftwerke

Blockheizkraftwerke sind vorzusehen, bzw. die Voraussetzungen zum Betrieb von Blockheizkraftwerken im Verbund sind zu schaffen

a) Blockheizkraftwerke können schon im Bebauungsplan ausgewiesen werden. Der Anschluss- und Benutzungszwang nach § 19 (2) HGO für die Anlage wird laut Satzung vorgeschrieben.

Gem. § 9 (1) Nr. 23 BauGB können bestimmte Gebiete ausgewiesen werden, in denen im Sinne des Bundesemissionsschutzgesetzes luftverunreinigende Stoffe nicht oder begrenzt verwendet werden dürfen.

b) BHKW sollten Standardtechnik in Großbauten werden, z.B. Schulneubau, große städtische Liegenschaften

Finanzierung gegebenenfalls über Contracting.

Derzeit sind städtischerseits an BHKW-Leistung installiert:

Im Erlenbad 190 kw/h thermisch, 110 kw/h elektrisch

In der Kläranlage 50 kw/h thermisch 95 kw/h elektrisch

c) Selbstverpflichtung; Kapazität an BHKW-Leistung von 1.5 MW/h im Stadtgebiet, bzw. in städtischen Liegenschaften einrichten (entspricht einem Windrad der neueren Generation).

d) Förderung von Klein-BHKW’s in Heizungskellern

(Der Begriff "BHKW" umfasst auch die neuen Entwicklungen im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie)
 
 

Wasser

Bauen greift auf verschiedene Weise in den Wasserhaushalt ein: Die Grundwasserneubildung wird durch Bodenversiegelung behindert; Betriebe und Haushalte verbrauchen Wasser, das aus Grundwasserbrunnen der Region stammt. a) Regenwasser: b) Versiegelungsvermeidung, Entsiegeln und Versickern

Versiegelte Flächen auf dem Grundstück sind möglichst klein zu halten.

Im Bebauungsplan heißt das:

2. Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung alternativer Energieverwendung

Energieeffizienz braucht Motivation und Information. Neben direkter Förderung durch das umwelttechnische Förderprogramm (s.u.) und dem vorbildlichen Verhalten beim öffentlichen Energieverbrauch ist v.a. die Bereitstellung aktueller Information ein wichtiger Ansatzpunkt.
 
 

Energieberatung:

Optimierung der Energieberatung insbesondere für Bauherren, insbesondere in folgenden Punkten:

Öffentlichkeitsarbeit Alternative Energien:

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ist der Anteil der regenativen Energien an der Energieversorgung Alsfelds stark auszubauen; parallel dazu sind alle Möglichkeiten zur Einsparung bzw. der Energieeffizienz bei

privaten wie im Gewerbe auszuschöpfen.

Zur Illustration:

Bei einem Privatkunden-Stromverbrauch in Alsfeld von 22 Mio. kwh pro Jahr (Versorgungsgebiet OVAG) könnte ein großer Teil davon vor Ort und regenerativ erzeugt werden.

Z.B erzeugt das Windrad in Billertshausen etwa 1 Mio. kwh pro Jahr, d.h. mit 6-8 Windrädern höherer Leistung könnte auf den ausgewiesenen Standorten Billertshausen und Lingelbach rund die Hälfte des benötigten Stroms produziert werden.

5 qm Photovoltaikfläche produzieren ungefähr 1.000 kwh pro Jahr; bei Aufstellung von Anlagen auf öffentlichen Dächern etc. könnte zu den Abnahmebedingungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auch die Sonne zur Bedarfsdeckung einen wesentlichen Beitrag erbringen; Blockheizkraftwerke mit auf Biogas-Basis könnten den Rest decken. Flankiert durch Einspartechnologien, wäre ein großer Teil der stromproduktionsbedingten Emissionen in Alsfeld vermeidbar. Das neue EEG bietet über die Einspeisevergütungen eine auch betriebswirtschaftlich interessante Möglichkeit dazu.
 
 

Klimabündnis

Stärke:

Stadt ist Mitglied

Schwäche:

Mitgliedschaft ist weitgehend aus dem Gedächtnis verschwunden, Klimaschutzziele sind bei der Diskussion um städtische Haushalte nicht wahrnehmbar.

Ziele:

Bezifferbare Anstrengungen

Handlungsbedarf:

3. Umwelttechnisches Förderprogramm der Stadt Alsfeld

Stärke:

Vorhandensein, Kontinuität

Schwächen:

Das städtische Förderprogramm ist überarbeitungsbedürftig:

Ziele und Maßnahmen

Mit dem Umwelttechnischen Förderprogramm sollen folgende Ziele erreicht werden:

Die Förderrichtlinien sollten jährlich an den Stand der Technik und des Marktes angepasst werden, um Mitnahmeeffekte zu minimieren. Diese Überarbeitung sollte grundsätzlich unter Einbeziehung örtlicher Fachleute und interessierter Bürger in öffentlicher Runde stattfinden.

Änderungsvorschläge:

  1. Umwelt-/Energietechnik

  2.  

     

    Nicht weiter fördern: Brennwerttechnik (Gas);

    Nicht weiter fördern: Windenergie

    Niedrigenergiebauweise fördern über Zuschuss, auch über verbilligtes Bauland oder durch z.B. kostenlosen Bau einer Zisterne durch die Stadt.

    Finanzierung: z.B. aus der Energiekostenersparnis

    Der Aufnahme von Wasserspararmaturen wird abgeraten, da der Preis zu gering und der Aufwand zu hoch ist (zugleich Stand der Technik)

    Bezuschussung elektronischer Heizungspumpen (U.U.. als Türöffner für einheimische Installateurbetriebe zur Optimierung der Gesamtanlage) sollte erwogen werden.

    Überprüfung der technischen Ausführung: Verantwortlich die jeweilige Bauleitung; sie bestätigt der Stadt das Einhalten der Standards.

  3. Niedrigenergiehäuser / Passivhäuser

  4.  

     

    Da die gesetzliche Definition von Niedrigenergiebauweise derzeit geändert und der heutige NEH-Standard zur Normalbauweise wird, sollte für das Umwelttechnische Förderprogramm Alsfeld folgender Niedrigenergiehaus-Standard festgesetzt werden: Der Gesamtwärmebedarf des zu fördernden Hauses unterschreitet die gesetzlichen Grenzwerte der jeweils gültigen Wärmeschutzverordnung um mindestens 30 %. Außerdem ist die Nutzung von Solarenergie vorzusehen.

    Eine diesbezügliche Beratung von Bauwilligen sollte als fester Bestandteil der Bauantragsbearbeitung vorgesehen werden (inclusive Beratung über aktuelle Fördermittel).

  5. Blockheizkraftwerke
Kraft-Wärme-Kopplung (sobald marktfähig: Brennstoffzellen) ist auch im Bereich privater Nutzung stärker zu fördern; entsprechende Informationsangebote für Kleinst-BHKW’s u.ä. sollten bereitgehalten werden.
 
 

4. Energiemanagement städtischer Liegenschaften

Die Kommune ist zu vorbildhaftem Handeln bei ihrem eigenen Gebäudebestand aufgefordert. Ein regelmäßiger Energiebericht mit Vorschlägen sollte die jeweilig dringlichsten Maßnahmen aufzeigen; ihre Finanzierung ist durch die zweckgebundene Verwendung eines Teils der OVAG-Überschüsse, der Konzessionsabgaben und/oder aus Energiekostenersparnissen durch Ausschöpfung aller Sparmöglichkeiten sicherzustellen.

Außerdem werden für notwendig erklärt:

5. Sonstige Anregungen: Erlöse und Erträge (Gewinne, Überschüsse, Konzessionsabgaben, aus kalkulatorischen Zinsen und Abschreibungen etc.), die von der öffentlichen Hand bei der Belastung der Umwelt erzielt werden, sollen zu zusätzlichen freiwilligen Umweltschutzmaßnahmen verwendet werden. Dabei sollen die Mittel zweckbestimmt in den Bereichen verwendet werden, in denen sie entstanden sind.
 
Literatur:
 
 

Energiekonzept Alsfeld 1988

Detailstudien:

Radverkehrskonzept

Generalverkehrsplan
 
 

      1. Überblick tabellarisch
Thema Ziel Maßnahmen Priorität Ist-Zustand
Nachhaltige Bauleitplanung Stärkere Berücksichtigung ökologischer/nachhaltiger Gesichtspunkte bei allen Baugebieten bzw. insgesamt in der Bauleitplanung Verankerung/Förderung fortschrittlicher Energietechnik (z.B. thermische Solarenergie-Nutzung, Heiztechnik) mit den Mitteln der Bauleitplanung 

Grundwasserschutz im Bebauungsplan verankern 

Stellplatzsatzung nachhaltigkeitsgerecht verändern

Flächenschutz: Sparsame Bodenpolitik; Schließung von Baulücken, Baulücken- und Versiegelungskataster, städtisches Entsiegelungsprogramm

Bauausführungskontrolle 

Vorsehen von Blockheizkraftwerken in Baugebieten und bei größeren öffentlichen Objekten

Gemeinsame Erarbeitung eines (verbindlichen) Kriterienkataloges am Runden Tisch.

z.B. 

Flächenschutz

Energieversorgung 

Stellplätze 

Bodenbevorratung zur Durchsetzung eigener Auflagen 

Unterschreitung Niedrigenergie-Standard um mindestens 30%

Regenwassernutzung und Versickerung

Solartechnisch günstige Firstausrichtung (aktiv/passiv); 

standardmäßige Verwendung von Solartechnik

Hoch - :Bisher keine Ausrichtung auf 

Nachhaltigkeit erkennbar
 
 
 
 

 

  "ökologisches" Bauen in Alsfeld verankern Ausweisung des ersten "ökologischen" Baugebiets Hoch +: Standards und Techniken stehen zur Verfügung

-: bisher keine Flächen aus gewiesen

  Ökologisches Sanieren im Bestand Städtischen Einfluss bei den Wohnungsbauunternehmen nutzen Hoch  
  Kontrolle (Einhaltung der Kriterien; Bauausführung)   Hoch  
Energieberatung für Bauherren Optimierung der Energieberatung  Informationsbündelung (auch über Fördermittel), obligatorische Beratung, Weiterbildungsseminare, Ausstellungen Mittel  
Öffentlichkeitsarbeit Energieeffizienz als spannendes Dauerthema präsent halten Seminare

Exkursionen

Zentrale, gut erreichbare Infostelle (Synergie mit Agenda-21-Büro, Umweltbeauftragtem) für Energie- und Umweltberatung

Öffentlichkeitsarbeit zu bestehenden gesetzlichen Regelungen intensivieren 

Energiesparwochen, -stammtisch

Merkblatt Heizungswartung

Werbung für Ökostrom

Publizistische Begleitung/Kampagne zur Einhaltung der Klimabündnis-Selbstverpflichtung; regelmäßige Kontrolle durch Verbrauchszahlen

Mittel +: Mitgliedschaft im Klimabündnis seit 1995

-: Man merkt nichts davon

Alternative/regenerative Energien Ausbau Verwendung von Ökostrom in stadteigenen Verbrauchsstellen

Betreibergesellschaften (public private partnership)

Vorreiterschaft bei Brennstoffzellen in stadteigenen Liegenschaften

Eigenes 100-Dächer-Programm

Pflanzenöl-Auto-Projekt

Kraft-Wärme-Kopplung ausbauen

Mittel  
Umwelttechnisches Förderprogramm Kontinuität durch mittelfristig verlässliche Mittelbereitstellung Aufstockung der Haushaltsansätze

Mittelfristige Bestandsgarantie des Programms

hoch +: Vorhandensein des 

Umwelttech-

nischen Förderprogramms 

Einführung/Förderung innovativer effizienter Energietechnik Ständige (jährliche) Anpassung der Kriterien an den neuesten Stand der Möglichkeiten/ der Technik im Hinblick auf neue Entwicklungen (zur Vermeidung von Mitnahmeeffekten) -: Überholungsbedürftigkeit

-: unzureichender Bekannt-

heitsgrad 

    Widerspruchsfreie Verzahnung/Abstimmung mit anderen (Bundes-, Länder-) Programmen    
    Ständige Prüfung, welche neuen Entwicklungen ggf. förderungswürdig sind (aktuelles Bsp: Brennstoffzellentechnologie).

Flankierend: 

Jährliche Einberufung einer öffentlichen "Expertenrunde" zur Beratung der Förderrichtlinien

   
    Vorhaltung einer aktuellen Aufstellung aller vorhandenen weiteren Fördermittel     
    Verbindliche Bauherren-Information im Zuge der Bauantragsbearbeitung zur Erreichung besserer als der gesetzlich geforderten Energiestandards.

Plus Information über die dazu bereitstehenden Fördermittel (Faltblatt)

   
Energiemanagement städtischer Liegenschaften Vorbildhaftigkeit (langfristige Vernunft) Re- Investierung eingesparter Stromkosten in Energiesparmaßnahmen städtischer Liegenschaften

Einsatz eines bestimmten Teils der OVAG-Überschüsse für Energiesparmaßnahmen (Strom, Wasser, Heizung, Wärmedämmung) an städt. Gebäuden.

Mittel +: Energie- Verbrauchserfassung

-: geringes Engagement für 

Investitionen in Energiespa-

maßnahmen

  Mittelfristige, bezifferbare Einsparung von Energiekosten zur Entlastung des städtischen Haushalts Regelmäßiger Energiebericht mit konsequenter Umsetzung der dort gemachten Verbesserungsvorschläge    
    1. Naturschutz
      1. Die Arbeitsgruppe
Neben der Arbeit an konkreten Projekten (Naturpfad am Homberg, Schwalmrenaturierung) waren folgende Themen Schwerpunkt der AG-Naturschutz:
  1. Umweltpädagogik / Naturpädagogik
  2. Praktische Naturschutzmaßnahmen - Pflege und Schutz vorhandener Biotope

  3.  

     

    2.1 Biotopgestaltung

    2.1.1.Feldflur

    2.1.2.Talauen

    2.1.3.Trockenstandorte

    2.1.4.Wald

    2.2 Dorf und Stadt als Lebensraum

    2.2.1.Kommunales Grün

    2.2.2.Ökocheck für Hausgärten

    2.3 Artenschutz

  4. Gewässerökologie / Auenrenaturierung
  5. Naturschutz-Marketing / Öffentlichkeitsarbeit
      1. Der Themenbereich im Überblick
Allgemeine Ziele

Eine Harmonie von Naturschutz und Naturnutzung ist auch in Alsfeld –trotz vielfältiger hoffnungsvoller Ansätze der letzten Zeit – vorläufig nicht in Sicht. Die derzeitige Landnutzung durch Bebauung, Straßenbau und Landwirtschaft schädigt die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts z.B. durch Flächenversiegelung, Zerschneidung und Eintrag problematischer Stoffe. Besonderen Vorrang hat der Schutz und die Regeneration von überregional bedrohten Arten und Lebensräumen. Dies geschieht durch deutliche Verminderung der stofflichen Emission, z.B. der Düngung, und verbesserten Schutz der abiotischen Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft. Besonders wichtig ist die Sicherung und Regeneration ausreichend großer, naturnaher Bereiche in den überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzten Gebieten mit dem Ziel, die Isolation von Tier- und Pflanzenpopulationen zu mindern und ein möglichst großes Maß an Selbstregulation zuzulassen. Wir schützen die Natur um ihrer selbst willen – aber auch für uns, weil unsere Welt ohne funktionsfähigen Naturhaushalt nicht zukunftsfähig ist und nicht zuletzt weil wir den "Erlebnisraum Natur" in seiner Schönheit und Vielfalt behalten wollen.
 
 

1. Naturpädagogik:

1.1. Leitbild Umweltbildung:

Die Umweltbildung im Vorschulbereich muss strukturell verankert und weiterentwickelt werden. Offener und respektvoller Umgang mit Menschen unterschiedlicher Fähigkeiten und mit Tieren und Pflanzen werden im alltäglichen Miteinander mit Leben erfüllt-- für die Kinder ebenso wie für Eltern, Geschwister, Erzieherinnen und Auszubildende.

Einen zentralen Stellenwert hat die Natur. Sie wird als facettenreicher Lernort begriffen, der in idealer Weise die Herausbildung ökologischer und sozialer Kompetenzen fördert. Das pädagogische Konzept betont die eigene Wahrnehmung und Erfahrung.

Die Ziele sind: größtmögliche Selbstständigkeit, Verantwortung, Rücksicht, Solidarität, Kreativität und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit.

Nicht mit Geld fassbare Werte und Handlungskompetenzen brauchen Raum im täglichen Spiel und auch bei Alltagsthemen.

1.2. Situation der Umweltbildung in Alsfeld

Schwächen:

Stärken: Ausbildungsgängen. Ziele: Handlungsbedarf / Maßnahmen: 2. Praktische Naturschutzmaßnahmen

Unser Schutz gilt dem heimischen Artenbestand in einer Kulturlandschaft, also Lebensgemeinschaften natürlicher und menschlicher Prägung. Verschiedene Lebensräume in unterschiedlicher Form, Pflege und Nutzung sind Teil unserer Landschaft. Ihre Vielfalt gilt es in ausreichender Größe und enger Vernetzung zu erhalten und wo möglich zu regenerieren.

Dieses Kapitel der Agenda 21 ist bewusst kurz gehalten: eine Vielzahl von Fakten, Zielsetzungen und Maßnahmenkataloge sind im neuen Landschaftsplan der Stadt Alsfeld enthalten der zeitgleich mit diesem Dokument erstellt wird.

2.1. Biotopgestaltung

Ziel:

Pflege und Schutz vorhandener Biotope

2.1.1 Die Feldflur:

Gemessen an vogelsberger bzw. nordhessischen Verhältnissen herrscht in Alsfeld großflächige intensive Landbewirtschaftung vor, wenngleich die Dimensionen bei weitem nicht an die der Gunststandorte z.B. Mitteldeutschlands heranreichen. Angestrebt werden in diesen Bereichen vor allem Maßnahmen zur ökologisch verträglicheren Gestaltung der Bewirtschaftung d.h. Schutz von Boden, Grund- und Oberflächenwasser. Biotopentwicklungsmaßnahmen sind auf Erhalt und Ausweitung von Randstrukturen zu konzentrieren (Graswege, Hecken, Raine, vereinzelt Feldgehölze).

Die Restzonen extensiver Grünlandnutzung auf Basaltkuppen, Waldwiesen und in Hanglagen sind als –möglichst extensives- Grünland zu sichern.

Ziele und Maßnahmen siehe Landschaftsplan.

2.1.2 Die Talauen

Überall, wo der Mensch sie lässt, schaffen unsere Bäche eine überwältigende Vielfalt von Lebensbedingungen für verschiedenartige Lebensgemeinschaften. Besonderer Naturschutz-Schwerpunkt von überregionaler Bedeutung sind die Talauen von Schwalm, Krebs- und Liederbach; Berf und Eifa. Hier gilt es die Restbestände an naturnahen Lebensgemeinschaften im Gewässer und in der Talaue zu sichern, zu regenerieren und zu vernetzen. Der Biotopverbund entlang und senkrecht zum Gewässer ermöglicht die für viele Arten unverzichtbare Möglichkeit zu wandern. Besonders wichtig ist hier eine naturverträgliche Nutzung in Forst- und Landwirtschaft.

Ziele und Maßnahmen siehe Landschaftsplan

2.1.3 Trockenstandorte:

Natürliche Trockenstandorte sind in Alsfeld Mangelware. Es gibt aber noch bedeutende Reste von Magerwiesen, also Flächen, die durch menschliche Nutzung (Beweidung und Mahd) aus trockenen Waldstandorten entstanden sind. Nur durch angepasste Nutzung sind diese Standorte zu erhalten. Schwerpunkte sind die Magerwiesen am Bechtelsberg, der Nordhang des Homberg und die Hangbereiche am Müncheberg.

2.1.4 Wald:

In Alsfeld gibt es ca. 4428 ha Wald, d.h.: 44 von 120 qkm des Stadtgebiets sind bewaldet. Das sind 36 % der Fläche, etwas weniger als dem Landesdurchschnitt von 41 % entspricht. Die Stadt Alsfeld selbst besitzt 370 ha Wald und ist damit nach dem Land Hessen mit 2864 ha zweitgrößter Waldbesitzer vor Ort.

Ziel

Ausgedehnte naturnahe Laubwälder. Die mit der Selbstverpflichtung "Naturwaldgemeinde" gesetzten Zielvorgaben sind auf Dauer zu verfolgen, um größere Bereiche mit namhaften Altholzbeständen und verlängerten Umtriebszeiten zu erhalten.

Bewirtschaftung des Stadtwalds:

Jede Form nachhaltiger Forstwirtschaft ist wegen der extensiven Bewirtschaftung und der umweltfreundlichen Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz grundsätzlich positiv zu bewerten.

Der naturgemäß bewirtschaftete Wald zeichnet sich darüber hinaus noch aus durch:

Die naturgemäße Waldwirtschaft ist ein ökonomisches Verfahren, das darauf abzielt, viel Holz von bester Qualität bei möglichst geringem Aufwand zu produzieren. Auch seltenere Mischbaumarten mit unterlegenerer Obstdynamik wie z.B. Elsbeere oder Wildobstbäume können entsprechend gefördert werden.

Gerade im Zusammenhang mit den Faktoren wie Klimaveränderung und Waldsterben stehen in den naturgemäß bewirtschafteten Wäldern mehr Reserven an Nachwuchs zur Verfügung, so dass sich die Schäden in der Regel kleinflächiger auswirken und besser ausgeglichen werden können.

Maßnahmen:

2.2 Die Siedlungsflächen als Lebensraum

Faunistische Untersuchungen der letzten zwanzig Jahre haben gezeigt, dass Großstädte zu den artenreichsten Gegenden Mitteleuropas gehören, nur noch übertroffen von Truppenübungsplätzen. Dabei sind nach Veröffentlichungen von Reicholf die Artenzahlen pro Fläche in Wohnvierteln mit 30 Brutvogelarten pro qkm und an den Stadträndern und auf Parkflächen mit bis zu 90 Arten pro qkm am höchsten – gegenüber zwei bis fünf Arten in der offenen Flur.

Ähnliche Zahlen gelten für die Flora: Im Stadtgebiet Nürnberg leben ca. 1100 Pflanzenarten, im Umland nur ca. 700. Das ist aber kein allzu großer Anlass zur Freude, die Gründe machen eher traurig: Die einstige Standortvielfalt der Offen-Landschaft wird z.B. durch den massiven Stickstoffeintrag aus Landwirtschaft und Verkehr nivelliert; die gleiche Menge Stickstoff, die 1945 als Volldünger auf die Felder kam, wird heute alleine aus der Luft eingetragen (Reicholf). Mit dem Effekt, dass z.B. die "Hungerspezialisten" verdrängt werden. Für das Stadtgebiet Alsfeld liegen uns quantitative Erhebungen nicht vor, der Artenreichtum z.B. der Erlen ist aber jedem Alsfelder Vogelfreund bekannt.

2.2.1 Kommunales Grün in Alsfeld:

Alsfeld zeichnet sich durch großflächige Parks bzw. Grünanlagen in der Kernstadt bzw. an deren Rand (Erlen) aus. Auch in neueren Siedlungsgebieten sind z.T. sehr großzügige Grünbereiche angelegt worden. Daneben gibt es eine Vielzahl kleinflächiger Grünstreifen im Straßenraum. Alle zusammen stellen ein beachtliches Potential pro oder contra Natur dar.

Die Bedeutung des innerstädtischen Grüns liegt in seiner Funktion als Erlebnis- und Entfaltungsraum des Menschen, aber auch als Lebensraum für städtische Biozoenosen. Die Bedeutung seiner Reinigungsleistung für das urbane Ökosystem tritt im Vergleich zu größeren Städten sicher zurück

Bewertung: unterschiedliche Ausprägung

Stärken: Große Gartenfläche in der Kernstadt und in den Ortsteilen, zusammenhängender Gartengürtel im Bereich der alten Stadtmauer.

Schwächen: Z.T. immer noch unseliges Zusammenspiel aus selbst auferlegter Beschäftigungstherapie und unbewusster Furcht vor der bunten Vielfalt der Natur. Bis in letzte Zeit war zu beobachten, dass städtische Mitarbeiter mit der Giftspritze unliebsamen Unkräutern nachstellten (Diuron-Diskussion, Verstoß gegen Pflanzenschutzmittel- Anwendungsverordnung.)
 
 

Handlungsbedarf: Raab’sche Wiese: Ein eigenes Kapitel hätte die ausgedehnte Parkanlage "In den Erlen" verdient: trotz massiver Belästigung durch die Autobahn ist sie Naturoase, Naherholungsgebiet, Spielplatz, Sportgelände und manches mehr.

Die AG-Naturschutz hat im Sommer 99 einen Erlenspaziergang initiiert, seit welchem mit großem Engagement und Privatinitiative an einem Teilprojekt "Kinderpark auf der Raab´schen Wiese" gearbeitet wird.
 
 

2.2.2 Ökocheck für den Hausgarten:

Das Wohnzimmer in der Natur sollte auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein. Die folgenden Anregungen wurden über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eingebracht (und die Zahlen stammen aus einer SDW-Broschüre vom 07.07.99:):

1,3 Mio. Hausgärten für ganz Deutschland bieten ungeahnte Möglichkeiten für Arten- und Naturschutz. Ein ökologisch geschickt begrüntes Wohngebiet kann bis zu 120 Schmetterlingsarten und 20 Vogelarten beherbergen. Dies trifft auch für die (geschätzt ca. 5.000) Gärten im Stadtgebiet Alsfeld zu. Neben die ökologische Wohltat tritt hier noch eine ökonomische: In vielgestaltigen Gärten und Parks laufen natürliche Kreisläufe ab. Eine Vielzahl von natürlichen Feinden treten auf und halten Pflanzenschädlinge, Schnecken und Blattläuse auch ohne den Einsatz von Pestiziden klein.

Maßnahme:

Kriterien für den Ökocheck:
  1. Wie viele Vogelarten brüten im Garten und ziehen ihre Jungen groß?
  2. Können Igel, Siebenschläfer, Fledermäuse, Spitzmäuse oder andere Kleinsäuger regelmäßig beobachtet werden?
  3. Sind Schmetterlinge, Bienen, Schlupfwespen und Hummeln häufige Gäste an den Blumen, patroullieren Libellen und Raubfliegen im Luftraum des Gartens und vertilgen Schweb-, Flor- und Marienkäferlarven Blattlauskolonien?
2.3 Artenschutz

Die wenigen Vorkommen besonders schützenswerter Arten wie Schwarzstorch, Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Springfrosch und Schlingnatter sind gezielt zu fördern.

Außerdem sinnvoll: Artenschutzmaßnahmen für Spechte, Eisvögel, Wasseramsel, Wiesenbrüter und Fledermäuse

Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Artenschutz:

Kennarten und Schlüsselarten der Naturschutzarbeit in Alsfeld:

Diese Arten sind über Presse, Exkursionen, Schulveranstaltungen etc. immer wieder besonders herauszustellen, denn sie sind zum einen tatsächlich in Alsfeld besonders schutzwürdig, sie stehen außerdem stellvertretend für die Biozönosen ihres Lebensraums. Außerdem erlauben es die drei letzten recht einfach, Erfolg oder Misserfolg der entsprechenden Naturschutzmassnahmen zu erleben.

3. Gewässerökologie

Unsere Mittelgebirgsbäche sind in einem erbärmlichen Zustand: verrohrt, drainiert, begradigt und oft bis an die Gewässerkante bewirtschaftet. Das gilt auch für eine ganze Reihe von Gewässerabschnitten in Alsfeld – ganz besonders für die begradigte Schwalm.

Die Lebensadern unserer Landschaft sollten sich jedoch erlenbesäumt durch die Feldflur winden - im Wald sollte kristallklares Wasser Auenwälder durchfließen.

Nur durch intensive Zusammenarbeit von Behörden und Grundstückseigentümern kann ein naturnaher Zustand, der auch von den Nutzern akzeptiert wird, erreicht werden.

1. Leitbild: Der funktionsfähige Bach

Ein Bach ist kein Auto. Vor einer "Reparatur" steht deshalb die Frage nach dem Ziel. Wir haben uns deshalb bemüht, Leitbilder für Fließgewässser in Wald und Feld zu formulieren. Beim Formulieren unserer Leitbilder gehen wir weniger von Eigenschaften, sondern von bestimmten Funktionen unserer Bäche aus, die uns besonders wichtig sind (diese Funktionen sind allerdings oft mit überkommenen Strukturen unserer Kulturlandschaft verbunden).

Zustand bzw. Entwicklungsziel eines Gewässers messen wir an folgenden Kriterien :

· dezentraler Hochwasserrückhalt

· Wasserqualität

· Erhaltung des tradierten* Artenspektrums

· Raum bzw. Potential für dynamische Prozesse sowohl geomorphologischer Art (Verlagerung des Bachbettes, natürliche Geschiebeführung etc.) als auch ökologischer Art (Wanderbewegungen, Ausbreitung, regenerationsfähige Bestände von Tieren und Pflanzen)

· Land- und forstwirtschaftlicher Ertrag

· Erlebnis- bzw. Erholungswert

*(Wir vermeiden hier den Begriff "natürlich"; in Jahrhunderten der Nutzung hat sich auf den Flächen ein Artenbestand eingestellt, dem wir einen Wert an sich beimessen, z.B. das Bekassinenvorkommen in einer Feuchtwiese, die nach potentiell natürlicher Vegetation eigentlich Auwald sein müsste).

2. Leitbild: Die Feldflur im Einzugsbereich der Gewässer

Bäche sind die Lebensadern unserer Landschaft. Ihre Funktion für Naturhaushalt, Erholung etc. können sie nur dann erfüllen, wenn sie einen möglichst hohen Anteil derjenigen abiotischen Strukturen (z.B. Wasserchemie, Substrat, Relief) und des Arteninventars aufweisen, die (bei uns) landschaftstypisch sind. Auendynamik und umweltverträgliche Nutzung müssen abgewogen werden.

Diese Forderung gilt auch für Uferrandstreifen und die Bachaue, letztlich für das gesamte Einzugsgebiet und wird durchgängig, d.h. von der Quelle bis zur Mündung erhoben.

Unser "Leitbild" gleicht also in vielem der Bachaue der Jahrhundertwende: eine regelmäßig überflutete Aue mit einem kleinräumigen Mosaik unterschiedlicher Grünlandstandorte, in die Auwald(reste), Quelltöpfe, Hochstaudenfluren und Einzelbäume eingestreut sind.

Der Bach reguliert seinen Lauf weitgehend selbst; der Wechsel von Gleit- und Prallhang, von feinem und grobem Sediment bietet Lebensraum für Fische, Krebse und Kleintiere. Weidendickichte, Erlensäume und eine auch sonst vielgestaltige Ufervegetation von Brennesseldickicht bis zur Mädesüßflur sind Brutplatz und Nahrungsbiotop für Sumpfrohrsänger, Rohrammer, Grasmücken und Höhlenbrüter.

Realistischerweise wird in der Feldflur meist nur die schrittweise Annäherung an diesen Idealzustand möglich sein. Auch dieser heißt dabei nicht "Auen-Urwald", sondern "Naturschutz durch umweltverträgliche Nutzung". Von Stufe zu Stufe werden unsere oben dargestellten Funktionen besser erfüllt, steigt somit die Qualität. Jede Stufe schließt die vorausgehenden ein.

1. Stufe = Minimalforderung:

Gewässersohle natürlich ohne künstliche Sohlstürze, durchgängiger, nicht genutzter Ufersaum von mindestens einem Meter.

2. Stufe:

Durchgängiger, nicht genutzter Ufersaum von 5 m, ca. 2/3 davon mit Ufergehölz bewachsen.

3. Stufe:

Berücksichtigung der gewässerbegleitenden Parzellen: diese durchgängig als Grünland bzw. Grünland extensiv, keine Dränagen.

4. Stufe = optimaler Zustand in der Kulturlandschaft:

Die gesamte Talaue einschließlich des Einzugsgebietes wird so genutzt, dass schädliche Einwirkungen auf das Gewässer durch Erosion und Düngung unterbleiben und die natürliche Hochwasserretention gegeben ist. Insgesamt 10 % der gesamten Fläche bleiben naturbelassen, d.h. sind von dauernder Nutzung ausgenommen (Auwälder, Ufergehölze, Uferrandstreifen, Hochstaudenfluren, Quell- und Sumpfbereiche).
 
 

3. Leitbild: Wald im Einzugsbereich der Gewässer

Anzustreben ist ein möglichst hoher Anteil landschaftstypischer biotischer und abiotischer Strukturen. Das kann in einem

In bewaldeten Talauen sind Auendynamik und umweltverträgliche, naturnahe Waldnutzung in einer an den örtlichen Verhältnissen zu messenden Abwägung in Einklang zu bringen. Waldwiesen mit einer jahrelangen, naturpfleglichen Nutzung stellen einen hohen Wert dar. Die Spannweite in den Talauen umfasst dabei den Bereich von einer überwiegend zugelassenen Auendynamik und einer vorrangig ausgeübten Waldnutzung. Ein kompletter Nutzungsverzicht kann dabei sinnvoll sein.

Naturnahe Bäche im Wald werden von dicht am Wasser wachsenden Bäumen und Sträuchern gesäumt. Vorherrschende Baumart ist in aller Regel die Roterle, die mit ihren Wurzeln bis tief unter die Gewässersohle vordringt und das oft senkrecht abfallende Ufer stabilisiert. Erosion und Verlandung stehen in menschlichen Zeiträumen weitgehend im Gleichgewicht. Ein hoher Totholzanteil sollte vorhanden sein.

Auf Quellfluren und/oder moorartigen Strukturen folgen oft sumpfartige Wälder. Sie zeichnen sich durch permanent oder periodisch hohe Wasserstände und durch (an die Nährstoffverhältnisse angepassten) Auewaldgesellschaften mit dominierenden Anteilen von Erlen und Edellaubhölzern oder Birken und Eichen aus. Eingesäumt werden diese Auen durch Laubmischwälder mit oft hohen Strukturanteilen von Eichen und Hainbuchen.

Im Einflußbereich des Baches tritt die Buche als konkurrenzkräftigste hessische Baumart weitgehend in den Hintergrund. Die potentiell natürlichen Waldgesellschaften sind die Leitlinie für eine umweltverträgliche Nutzung in der Aue. Auf diesen Standorten sollten die aus rein forstlicher Betrachtungsweise möglichen, von der potentiell natürlichen Vegetation abweichenden Betriebszieltypen nicht realisiert werden. Eine Bewirtschaftung ist möglich, jedoch nur einzelstammweise und bodenschonend.

Folgende Beispiele in einer für Hessen typischen Abfolge sind nicht abschließend und dienen der Illustration:

Sollte aus Gründen der Landschaftästhetik oder anderen Gründen eine Bewaldung der Talaue nicht wünschenswert sein, sind mit geringen Einschränkungen die Stufen des landwirtschaftlichen Leitbildes mit steigender ökologischer Wertigkeit anwendbar. An Waldwiesen sind jedoch von vornherein höhere Ansprüche als an Wiesen in der freien Landschaft zu stellen.
 
 
 
 
 
 

4. Naturschutz-Marketing / Öffentlichkeitsarbeit
 
 


 
 
 
 

Anhang: Was es schon an Papier in Sachen Naturschutz in Alsfeld gibt

Landschaftsplan 1987

Landschaftsplan 2000

Heckenkartierung nur einige Gemarkungen, 1995

Baumkataster 1989 (veraltet, lückenhaft)

Hess. Biotopkartierung, Ballonkarten

Kartierungen der Talauen von:

Berf

Schwalm (mehrere)

Eifa (Pilotprojekt)

Liederbach / Krebsbach (Pilotprojekt)

Schwalmrenaturierung: Diplomarbeit Kanschick, FH Kassel

" " div. Arbeiten

Kartierung der Waldwiesen am Homberg

Kartierungen /Naturschutzkonzepte für best. Biotopkomplexe wie

Bechtelsberg, Feuchtwiesen an der Schwalm

Waldrandkartierung (Forstamt)

Forsteinrichtung Stadtwald
 
 

    1. Verkehr
      1. Allgemeine Verkehrssituation
Zur Beurteilung der Alsfelder Verkehrssituation sind im wesentlichen zu unterscheiden: Für Alsfeld liegt eine Reihe von Verkehrsstudien vor (siehe Anhang), deren Konzepte z. T. schon umgesetzt wurden. Auch die AG Verkehr hat eine Reihe an konkreten Vorschlägen zusammengestellt. Alle Unterlagen sollten Bestandteil der weiteren Bearbeitung des Themas ‚Verkehr‘ im Rahmen der Agenda 21 Alsfeld werden.

Fernverkehr über die Autobahn A 5

Die A 5 (Fahrzeugaufkommen: 55.000 Kfz/Tag) zerschneidet nicht nur die Alsfelder Gemarkung, sondern streift in unmittelbarer Nähe die Kernstadt sowie die Ortsteile Eifa und Altenburg. Durch die Abfahrten Alsfeld-Ost und Alsfeld-West ist die Stadt an die Autobahn überdurchschnittlich gut angeschlossen, gleichzeitig ist sie dem weiträumig zu- und abfahrenden Verkehr ausgesetzt. Die mittlerweile modernisierte Raststätte Alsfeld-West ist ein weiterer Anziehungspunkt für den gesamten Autobahnverkehr.

Alsfeld besitzt somit verkehrstechnisch eine Schlüsselstellung für die gesamte Region mit einem großen Einzugsbereich.

Genutzt wird der BAB-Verkehrsknotenpunkt Alsfeld vor allem von Berufspendlern der Großregion und dem Güterverteilungs- bzw. Schwerlastverkehr, der die gesamte Region bedient, sowie dem gewerblich und touristisch orientierten Pkw-Verkehr. Durch die günstige Lage sind in Alsfeld und Umgebung etliche Gewerbegebiete mit Betrieben der verschiedensten Größenordnung entstanden; mit weiteren Ansiedlungswünschen aufgrund der doppelten BAB-Anbindung ist in Zukunft zu rechnen.

Die BAB mit ihren Anbindungen besitzt für Alsfeld (und seine Umgebung ) somit mehrere Aspekte:

Aus der BAB-Anbindung ergibt sich für Alsfeld also eine zweischneidige Verkehrssituation. Auch wenn aus kommunaler Sicht eine Einflussnahme nur sehr bedingt möglich ist, gehören die aus der Autobahnnähe herrührenden Belastungen der Wohnqualität (v.a. Lärm) auf die Liste der zu lösenden Probleme.

Verkehr im Bereich der Kernstadt

Durch Autobahnanschlüsse, Bundesstraßenkreuzung, Gewerbe, Infrastruktur und Tourismus muss Alsfeld als regionaler Siedlungs-, Handels- und Kulturschwerpunkt mit einer hohen Verkehrsbelastung zurechtkommen; v.a. die Kernstadt muss sowohl über den Tag verteilt als auch zu den Verkehrsspitzenzeiten überproportional große fahrende und ruhende Verkehrsströme bewältigen. Dieser Aufgabe steht die kompakte Bauweise der alten Kernstadt gegenüber, die reibungslose Verkehrsflüsse kaum zulässt. In der Folge ergeben sich eine ganze Reihe an Nutzungs- und Interessenskonflikten, die eines der Haupthandlungsfelder der Alsfelder Agenda 21 darstellen. Für die Kernstadt lassen sich folgende Themenbereiche unterscheiden:

Die bislang in der AG Verkehr diskutierten Themen befassen sich zum überwiegenden Teil mit der Verkehrsproblematik der Kernstadt. Hierzu wurden bislang auch die meisten Vorschläge für Maßnahmen gemacht.

Verkehr im Bereich der Ortsteile

Je nach Lage und Größe der Ortsteile stellt sich die Verkehrssituation für die einzelnen Orte sehr unterschiedlich dar. Hier lassen sich unterscheiden:

Gegenwärtig ist davon auszugehen, dass die verkehrstechnischen Probleme in den meisten Ortsteilen nicht im Vordergrund stehen. Dies spiegelt sich auch im Themenkatalog wider, der von der AG Verkehr erstellt wurde (s.u.).

Verkehr im Bereich von Bundes-, Kreis- und Landesstraßen zwischen den Ortsteilen

Auch hier stellt sich die Situation der Ortsteile unterschiedlich dar. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass bei diesem Thema einzelne Defizite bei folgenden Bereichen im Vordergrund stehen könnten:

Verkehr zwischen den Ortsteilen auf nichtöffentlichen Verkehrswegen.

Im Bereich der Gesamtstadt finden sich besonders zwischen den Ortsteilen, aber auch im Bereich der Kernstadt, verschiedene nichtöffentliche Verkehrswege, die für eine Nutzung durch stärker gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger in Frage kommen. Diese Verkehrswege spielen vor allem beim Radwegekonzept und bei der touristischen Erschließung eine Rolle.
 
 

      1. Die Arbeitsgruppe Verkehr

      2.  

         

        Die AG Verkehr ist, wie alle anderen Gruppen der Agenda Alsfeld auch, jederzeit für alle Bürger offen. Dabei werden Einzelthemen durchaus kontrovers diskutiert. Die bisherige Arbeit der AG läßt sich anhand der Protokolle nachvollziehen. Da hier sehr konkrete Verkehrsprobleme angesprochen und Impulse zu deren Lösung erarbeitet werden, ist die Mitarbeit der jeweiligen Anlieger bzw. der jeweiligen Ortskundigen in der AG sehr wünschenswert und sinnvoll. Die bisherige Arbeit der Arbeitsgruppe konzentriert sich vor allem auf die Kernstadt.

        Wie nicht anders zu erwarten war, ergeben sich bei den Verkehrsthemen viele inhaltliche Schnittpunkte zu anderen Arbeitsgruppen der Agenda Alsfeld. So wurden wiederholt vor allen Gemeinsamkeiten mit den Arbeitsgruppen ‚Umwelttechnik‘, ‚Naturschutz‘ und ‚Soziales‘ festgestellt; Zusammenarbeiten werden angestrebt.

        Inhaltliche Verbindungen ergeben sich auch zu anderen Gruppen wie dem Verkehrsverein, touristisch relevanten Verbänden, Schulen oder sozial tätigen Vereinigungen / Trägern. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung / dem Magistrat und den zuständigen Straßenverkehrsbehörden sowie dem Stadtparlament wird als wünschenswert und notwendig angesehen.

      3. Der Themenbereich im Überblick
        1. Textteil
Autoverkehr BAB:

Schwerpunkt der bisherigen Diskussion ist die Belastung Alsfelds durch hohe Verkehrsmengen, Lärm, und Abgase. Hier sollen, unter Einbeziehung der vorhandenen Gutachten, umweltgerechte Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, die auch den positiven Effekten der BAB-Nähe gerecht werden. Das Thema wurde bislang nicht weiter konkretisiert.

Autoverkehr B 62 / B 49/ B 254:

Die Arbeitsschwerpunkte der AG sind:

Ermitteln der Umfallschwerpunkte, Verkehrsmengensteuerung, Bekämpfung regelmäßiger Geschwindigkeitsüberschreitungen und der Lärm- und Abgasbelastung sowie die Verbesserung des Verkehrsflusses (‚Grüne Welle‘).

Autoverkehr zwischen den Ortsteilen

Die AG befasst sich mit der Entschärfung von Unfallschwerpunkten / Gefahrenpunkten an den Straßen zwischen den Ortsteilen. Vor dem aktuellen Hintergrund eines tragischen Unfalles wurde mit dem Magistrat umgehend Kontakt zwecks sofortiger Maßnahmen (Radweg-Weiterbau zwischen Münch-Leusel und Heidelbach) aufgenommen.

Verkehrsberuhigung in Wohngebieten, in der Innenstadt und an Unfallschwerpunkten:

Als Thema werden hier neue Zonen mit Tempo 30 / Rechts-vor-Links-Verkehr sowohl für die Kernstadt als auch für die OT diskutiert. In engem Zusammenhang damit stehen Überlegungen zu modernen verkehrstechnischen Methoden der Verkehrsberuhigung / der Geschwindigkeitskontrolle / der dauerhaft baulichen Veränderungen. Hierzu können evtl. Beispiele aus anderen Städten, die ebenfalls stark mit Verkehr belastet sind, übernommen werden.

Die AG sieht hierbei ihre Rolle in der Skizzierung von praktikablen Vorschlägen vor Ort. Besprochen werden ebenfalls die Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Sonderetats, Anliegerpatenschaften u.a.) für entsprechende Installationen und Baumaßnahmen.

Lärm- und Abgasschutz:

Eigentlich ist dieses Thema Bestandteil aller Überlegungen zum Bereich des Kfz- / LKW-Verkehr, da die Minderung der Umweltbelastung ein wichtiges Ziel der Agenda 21 ist. Dennoch wird dieser Punkt auch als gesonderter Arbeitsbereich der AG gesehen, da sich hier eine enge Verknüpfung mit der Arbeit der Arbeitsgruppen ‚Energie und Umwelttechnik‘ und ,Naturschutz‘ (Stichworte: ‚3-Liter-Auto‘, ‚Brennstoffzelle‘, ‚Pflanzenölmotor‘, ‚Frischluftschneisen‘ u.a.) abzeichnet.

Parkplätze Bereich Kernstadt:

Obwohl das Parkplatzangebot in der Kernstadt insgesamt als ausreichend beurteilt wird, werden in Einzelbereichen Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten (z.B. an den Schulen) gesehen. Für die Innen-/Altstadt gehen die Meinungen noch auseinander. Ob neue Parkplätze notwendig sind oder nur neuen Parkplatzsuchverkehr hervorrufen, ist stark umstritten. Eine Verbesserung der Situation ist nur in Abstimmung mit dem ansässigen Gewerbe möglich.

Die AG will, wenn dieser (durchaus konflikthaltige) Schwerpunkt konkret bearbeitet wird, diesen Abstimmungsprozess in die Wege leiten helfen. Evtl. lassen sich erfolgreiche Beispiele aus anderen Innenstädten auf Alsfeld übertragen; dazu wird ein Informationsabend mit Gewerbetreibenden aus solchen Städten ins Auge gefasst.

ÖPNV:

Hier geht es zum einen um die technische Verbesserung der Fahrzeuge besonders für ältere Menschen bzw. für Mitbürger mit körperlichen Behinderungen, zum anderen um die Optimierung der Linienbedienung und das Verhindern von Verspätungen. Diskutiert wird auch der Zustand von und die Verbesserungsmöglichkeiten für Haltestellen und die bessere Anbindung von einzelnen Ortsteilen bzw. von regionalen Verkehrsverbindungen.

Ebenfalls auf dem Prüfstand der AG steht das Alsfelder Tarifsystem für Busse. Praxiserprobte Beispiele aus dem ÖPNV anderer Städte können für erfolgreiche Verbesserungen förderlich sein und sollen in die Diskussion eingebracht werden.

Fahrradverkehr:

Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht das Alsfelder Radverkehrskonzept sowohl für den Kernstadtbereich als auch für die Gesamtkommune. Hierfür werden konkrete Vorschläge für die Vernetzung bzw. den Ausbau von Fahrradwegen sowie für deren Beschilderung und Absicherung / Entschärfung der Unfallschwerpunkte erarbeitet. Die Ausarbeitungen werden evtl. eine kartographische Ergänzung erhalten. Eine dauerhaft installierte Projektgruppe für Radfahrerbelange wurde vorgeschlagen.

Besonders für die Kernstadt wird das Schaffen von ausreichenden und sicheren Fahrrad-Abstellstellplätzen ebenfalls als wichtiges Thema gesehen.

Erste Erfolge: Öffnung einiger Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung, Beschaffung von Abstellanlagen.

Fußgängerverkehr

In einer kleinen Stadt wie Alsfeld lassen sich viele Wege zu Fuß erledigen—sofern die Menschen nicht durch lange Wartezeiten und erzwungene Umwege davon abgehalten werden.

Besonders im Sinne der älteren bzw. gehbehinderten Menschen und der Kinder wird für die Kernstadt das Entschärfen von Gefahrenpunkten als Thema in der AG diskutiert. So wird das Queren von Straßen besonders dann zum Problem, wenn vorhandene Ampeln ausgeschaltet sind (abends; am Wochenende); Fußwege werden dadurch teilweise beträchtlich verlängert. Ein weiteres Problem stellt das Überfahren von Gehwegsecken durch Busse und LKW mangels Platz auf der Fahrbahn dar. Ähnliche Probleme in den Ortsteilen sind bislang nicht an die AG herangetragen worden.

Als Ergebnis der Diskussion sollen konkrete Vorschläge für sichere und komfortable Straßenüberquerungen, Gehwege und Spielplätze unterbreitet werden. Eine enge Zusammenarbeit mit der AG ‚Soziales‘ kündigt sich auch hier an. Eine Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden der Innenstadt wünscht sich die AG beim Verbot von Fahrradfahren in der Fußgängerzone und beim geregelten Aufstellen von Werbeschildern in Fußgängerbereichen.

Straßenbild :

Als verbesserungsbedürftig stuft die AG Verkehr das ästhetische Bild einer Reihe von Straßen besonders in der Kernstadt ein. Da sowohl Ortseinfahrten als auch zentrale Knotenpunkte zu den ‚optischen Visitenkarten‘ der Stadt Alsfeld ( und damit u.a. zur touristischen Vermarktbarkeit ) gehören, wird eine Aufwertung verschiedener Punkte als wünschenswert angesehen.

Auch die (manchmal mangelhafte) Straßenreinigung und Defizite bei Abfallkörben beschäftigt die AG in diesem Zusammenhang.

Straßenbeleuchtung

Bislang als ‚Randthema‘ angesprochen, aber in Zusammenarbeit mit der AG ‚Umwelttechnik‘ als durchaus wichtig, wird das Stromsparen durch eine Überprüfung der Straßenbeleuchtungen in Zusammenarbeit mit der zuständigen OVAG angesehen. In diesem Zusammenhang will sich die AG mit möglichen Ausleuchtungsdefiziten befassen. Wie bei anderen Themen der AG ‚Verkehr‘ auch sind hier Ortskundige für das Aufspüren und das Beheben von Schwachstellen unabdingbar.

Öffentlichkeitsarbeit

Verbesserungen erreichen ihren vollen Effekt nur, wenn sie in der Öffentlichkeit bekannt sind. Das gilt auch für das Planen und Durchführen von konkreten Maßnahmen in einzelnen Straßenzügen (Bsp. Verkehrsberuhigung; Fahrradständer), wobei die jeweiligen Anwohner und evtl. Sponsoren beteiligt sein sollten.

Daher ist verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu Themen wie ‚Grüne Welle‘, ‚Straßenbild‘, Verkehrsberuhigung‘, ‚ÖPNV‘ oder ‚Fahrradkonzept‘ erforderlich.
 
 
 
 
 
 

Akzeptanz

Alle verkehrstechnischen Maßnahmen sind auf Akzeptanz in der Öffentlichkeit angewiesen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Hebung des Rechtsbewusstseins, die Stärkung der Verkehrsmoral sind wichtige Faktoren. Regelungen müssen daher immer nachvollziehbar und einsichtig sein (z.B.: Geschwindigkeitskontrollen werden in der Presse angekündigt, der Schilderwald wird durchforstet).

Studien und Konzepte

Für Alsfeld existieren zahlreiche Studien und Konzepte, die es für die Arbeit der AG zu sichten und aufzubereiten gilt.

Gute Verkehrskonzepte aus anderen Kommunen für Alsfeld auswerten ist ein weiteres Arbeitsziel der AG. Da so gut wie alle Kommunen sich mit Verkehrsproblemen herumplagen und viele eine ähnliche Struktur wie Alsfeld besitzen, können anderenorts erfolgreich umgesetzte Konzepte durchaus als praxiserprobte Vorbilder dienen. Die AG geht davon aus, dass sich das Alsfelder Verkehrsmanagement auf diese Weise beschleunigt verbessern lässt.

Akuter Handlungsbedarf und Zeitplanung

Bei aktuell oder demnächst anstehenden Baumaßnahmen (Bsp.: Bahnhofsvorplatz) sollte die AG ihre Vorstellungen kurzfristig einbringen können.

Die AG wird ihre Themen nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren; sie erwägt gegenwärtig die Erstellung eines ‚Sofortprogrammes‘ mit vordringlichen Themen.

Stärken, Schwächen und Leitbilder

Stärken und Schwächen

Gemessen an den Kriterien der Agenda 21 (Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Soziale Sicherheit, Gesundheitliche Absicherung, Bürgerbeteiligung) sind die Stärken und Schwächen der Alsfelder Verkehrssituation und der Verkehrspolitik objektiv zu gewichten.

Demnach zählt zu den Stärken:

ÖPNV: Wahrnehmbare Bemühungen um Unterhaltung und Verbesserung des ÖPNV-Systems im Raum Alsfeld Anbindung an RMV/VBV

Seniorenausweise

Radverkehrskonzept: 1995 fertiggestellt und in Ansätzen weiterverfolgt

Fußgänger: autofreie Bereiche /

Fußgängerzone in der Innenstadt Anbindung an Erholungsgebiete im Nordwesten Parkplätze: Ausreichende, gut erreichbare Parkplätze außerhalb des Innenstadtbereichs Straßenbild: historische Straßenzüge

Autoverkehr: Durchgeführte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Wohngebieten

BAB: Alsfeld als Verkehrsknotenpunkt mit Anbindung an das Fernstraßennetz Klimabündnis: Beitritt der Stadt zum Klimabündnis Agenda 21: Durchführung der lokalen Agenda 21 zur Bürgerbeteiligung und zur Verbesserung der Verkehrssituation
 
Zu den Schwächen lassen sich rechnen: ÖPNV: Veraltete Busse mit schlechtem Benutzerkomfort (Ausnahme: Neuer Niederflur-Stadtbus) Unzureichend ausgestattete Haltestellen

Wenig flexibles System zum Erreichen der Ortsteile

Mängel in den Fahrplänen, Verspätungen

Radfahrkonzept: Unfall- und Gefährdungsbereiche für Radfahrer

Keine konsequente Integration von Radfahrerbelangen in anstehende Baumaßnahmen

Stau bei dem weiteren Ausbau des Radwegesystems

Fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Raum

Fußgänger: Benachteiligung durch lästige Wartezeiten und Umwege Unfall- und Gefährdungsschwerpunkte für Fußgänger Fehlende Querungshilfen für stark befahrene Straßen Behinderung in Fußgängerbereichen durch Radfahrer und Werbeschilder

Fehlende Verkehrssicherheit für Kinder, Behinderte, Senioren in der Innenstadt

Fehlende Fußgängerbeziehung zum Homberg und nach Eifa

Parkplätze: Unbefriedigende Parkplatzsituation an Schulen

Straßenbild: Mängel bei der stadtplanerischen Gestaltung (z.B. Ortseingänge)

Partieller Mangel an Straßen-Begleitgrün und Fassadenbegrünung

Autoverkehr: Hohe Verkehrsbelastung in der Kernstadt und in einzelnen Ortsteilen

Starker Transitverkehr

Hohe Lärm- und Abgasbelastung in der Kernstadt

Unfallschwerpunkte, ‚Raserzonen‘

Stau bei der Umsetzung von möglichen Verkehrsberuhigungs-

maßnahmen

BAB: Hohe Belastung durch Lärm und Abgase im Autobahnbereich und von dort herrührend in der Kernstadt und einigen Ortsteilen; Minderung der Wohnqualität.
Klimabündnis: Mangelhafte Umsetzung der Kriterien und Ziele.

Leitbild

"Nach Auffassung der AG Verkehr beinhalten die hier dargelegten Thesen zum Thema "Verkehr in Alsfeld" die richtungsweisenden Grundsätze einer zukunftsfähigen Verkehrsplanung. Für die zukünftige Verkehrsentwicklung sollten diese Leitbilder eine nachhaltige Verbindlichkeit bei der Umsetzung von den Einzelmaßnahmen besitzen. Die hier vorgestellten Leitbilder können und sollen fortgeschrieben werden.
 
 

  1. Alsfeld ist im Hinblick auf den Verkehr so zu entwickeln, dass alle Bevölkerungsgruppen, also auch die nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV-Nutzer), die Stadt und ihre Ortsteile gut erreichen und dort mobil sein können.
  2. Einem funktionierenden, komfortablen ÖPNV und einer Radfahrer-freundlichen Infrastruktur in der Kernstadt, in den Ortsteilen und zwischen den Ortsteilen ist ebenso wie der Fußgängerfreundlichkeit ein hoher Stellenwert beizumessen.
  3. Alsfeld soll alle Anstrengungen zur Minderung des Verkehrslärms unternehmen. Dazu ist vor allem eine Entlastung vom Durchgangsverkehr anzustreben.
  4. Die künftige Lebensqualität in Alsfeld hängt auch davon ab, dass das Wohnen im Ort gegenüber dem Verkehr im Vordergrund steht. Deshalb sollte eine Verkehrsberuhigung in Wohngebieten zum Standard werden.
  5. Eine Verkehrspolitik unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erfordert steuernde Eingriffe bei Neuplanungen und im Bestand. Sie ist vor allem auf die Zustimmung und die Akzeptanz der Bürger Alsfelds angewiesen. Bei allen verkehrstechnischen Maßnahmen ist daher auf die frühzeitige Beteiligung von möglicherweise Betroffenen sowie auf eine Konsensbildung im Konfliktfall besonderes Gewicht zu legen.
  6. Die AG Verkehr der Agenda Alsfeld sieht sich als geeignetes Forum, um auf die Belange und Interessen aller Betroffener eingehen und Verkehrsprobleme einvernehmlich lösen zu können. Die AG sollte daher über anstehende Verkehrsmaßnahmen frühzeitig informiert werden. Ihr sollte auf kommunaler Ebene ein grundsätzliches Mitspracherecht und ggf. Mitentscheidungsrecht eingeräumt werden."

 
 
 
 
        1. Tabellarischer Teil
Thema Stärken Schwächen Ziele Handlungsbedarf Mögliche Maßnahmen Priorität der AG Kooperation
Autoverkehr BAB
  • Alsfeld als Verkehrsknotenpunkt
  • Anbindung an Fernstraßennetz
  • Lärm und Abgasbelastung
  • Hohes Verkehrsaufkommen im Zubringerbereich
  • Minderung Belastungen
  • Benennen der möglichen Maßnahmen
  • Schallmessungen
  • Installieren von Lärmschutztechnik
  • Nachdrückliche Anmahnung bei Landesregierung
Hoch
  • Stadt
  • Bund
Autoverkehr 

B 62 / B 49/ 

B 254

  • Alsfeld als Verkehrsknotenpunkt
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen im Kernstadt und OT
  • Hohe Verkehrsfrequenzen;
  • Einmündung B 62/ B 49
  • Lärm- und Abgasbelastungen
  • Schwerlastverkehr als Durchgangsverkehr
  • Keine Forderung nach Lärmschutz
  • Mindern des Schwerlast-Durchgangsverkehrs
  • Entschärfen Gefahrenpunkte besonders vor öffentlichen Einrichtungen
  • Mindern Emissionen
  • Einmündung B 49 / B 62
  • Reha-Klinik
  • Ärztl.Notdienst
  • Schwerlastverkehr B 62 ab Ortseingang Richtung Leusel als Durchgangsverkehr (Zählung liegt vor)
  • OT Leusel, Angenrod, Kirtorf, Eifa, Eudorf
  • Benennen weiterer konkreten Punkte im Straßenverlauf
  • Beispiele anderer Kommunen
  • Installation Projektgruppe zu diesem Thema
  • Kreuzungsfreie Umgehungstraßen
  • Bauliche Maßnahmen Kernstadt (z.B. Verkehrskreisel Ortseingang B 62)
  • Maßnahmen zur Verkehrsregelung Kernstadt: Umleitung Schwerverkehr / Durchgangsverkehr um Kernstadt herum (Bsp.: Gießen, Lauterbach, Mücke); u.U. auch weiträumig sperren
  • Beschränkungen Durchgangsverkehr auf Tempo 30 (Bsp: Reiskirchen) als Lärm und Unfallschutz
  • Mindern Stop-u.-Go-Verkehr durch Ausweisung der (tatsächlich vorhandenen) Grünen Welle bei Tempo 30 Schellengasse aufwärts
  • Lärmmessungen
Hoch
  • Stadt
  • Kreis
  • Land
  • Ober Verkehrsbehörde
  • Bund
  • Gewerbe
  • AG Umwelt
  • AG Naturschutz
Autoverkehr innerorts  
  • Fehlende Ortsumgehungen Kernstadt, Leusel, Angenrod, Eudorf;
  • Schaffen der Ortsumgehungen
  • Beschluss für Bau der Ortsumgehungen
  • Abstimmung der Trassenführungen, Vorplanung, Bau der Umgehungen
Hoch
  • Stadt
  • Land
  • RP Kassel
  • Bund
Autoverkehr innerorts  
  • Zu hohe Geschwindigkeiten an Ortseingängen/ausfahrten u.a. (Raserstrecken);
  • Mindern der Fahrtgeschwindigkeiten
  • G.-D.-Bücking-Str./Ölberg ;
  • Benennen weiterer Straßenabschnitte
  • Beispiele anderer Kommunen
  • Maßnahmenkatalog zur Geschwindigkeitsreduzierung; 90-Grad-Abzweigung bei Bücking-Str./Ölberg
  • Durchführen der baulichen Maßnahmen (z.B. Inseln; Bäume)
  • Geschwindigkeitskontrollen verstärken; ggf mit Ankündigung
  • Tempo-Anzeigetafeln aufstellen (mit Blink-Anzeige: Zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h)
Hoch
  • Stadt
  • Anwohner
Autoverkehr innerorts
  • Erfolgte Verkehrsberuhigung in Wohngebieten, vor Schulen
  • Ausstehende Verkehrsberuhigungen
  • Weitgehende Verkehrsberuhigung 
  • Marktplatz
  • Wohngebiete
  • Schulen
  • Kindergärten
  • U.a.
  • Bauliche Maßnahmen
  • Tempo 30
  • Rechts-vor-Links
  • Anwohnerpatenschaften für Pflanzflächen
Hoch
  • Stadt
  • Anlieger

 
 

 

Autoverkehr zwischen OT  
  • Unfall- und Gefahrenschwerpunkte
  • Entschärfen der Unfallschwerpunkte
  • Benennen der Unfall- und Gefahrenschwerpunkte
  • Bauliche Maßnahmen
  • Verkehrsregelnde Maßnahmen
Mittel
  • Stadt
  • Kreis
  • Land 
  • Bund
  • Ortskundige
Lärm und Abgase
  • Beitritt Klimaschutzbündnis
 
  • Kaum Umsetzung konkreter Maßnahmen Klimaschutzbündnis / Autoverkehr
  • Minderung Emissionen und Autoverkehr
  • Fördern umweltfreundlicher Mobilität
  • Benennen örtlicher Handlungsschwerpunkte
  • Beispiele anderer Kommunen
    • Fördern Mobilität ohne Auto – Aktionen dazu (z.B. autofreie Tage)
    • Dauernde Öffentlichkeitsarbeit
    • Investieren in abgas- und lärmarme Systeme
    • Installieren Lärmschutzsysteme
    • Frischluftschneisen
    Mittel
    • Stadt
    • Kreis
    • AG Umwelttechnik
    • AG Naturschutz
    Optimierung Verkehrsfluss  
    • Zuviele Verkehrsschilder
     
  • Klare übersichtliche Beschilderungen
  • Wo möglich, dauerhafte und effektive bauliche Veränderungen statt Beschilderung
  •      
    Parkplätze
  • Parkplatzangebot Kernstadt
    • Parkplatzsituation an den Schulen, in der Innenstadt
    • Parkplatzsuchverkehr
    • Verbesserung des Angebots an Schwerpunkten
    • Benennen der konkreten Defizite
    • Offene Austragung der vorhandenen Konflikte zur Lösung der Blockaden; Initiative für Dialog 
  • Parkplatzneubau am Schulzentrum ergänzen durch Werbung für ÖPNV und Fahrgemeinschaften
  • Schaffen moderner Parksysteme nach Bedarf
    • Minderung Parkplatzsuchverkehr
    • Veranstaltung mit Gewerbevertretern aus "best-project"-Städten
    Mittel
    • Stadt
    • Kreis
    • Schulen
    • Gewerbe
    ÖPNV
    • Seniorenausweis (Zuschüsse)
    • Soziale Belange im Tarifsystem 
    • Sozial-Tarif für ÖPNV
  • Benennen der konkreten Defizite
  • Beispiele anderer Städte
    • Umbau Tarifsystem bei Bedarf
    Gering
    • Stadt
    • Verkehrsverbund 
    • AG Soziales
    ÖPNV  
    • Möblierung/ Ausstattung der Haltestellen

     
     
     
     
     
     

     

    • Funktionsgerechte und ästhetische Möblierung
    • Bahnhofsvorplatz
    • Benennen weiterer konkreter Haltestellen
    • Verbesserung Regenschutz
    • Installieren Sitzmöglichkeiten und Abfallsysteme (Bänke; Papierkörbe)
    • Pflege der Möblierung
    Mittel
    • Stadt
    • Verkehrsverbund
    • AG Soziales
    ÖPNV Neuer Niederflurbus
    • Verbessern Beförderungstechnik für Senioren, Rollstuhlfahrer, Behinderte, Kinder
    • Erarbeiten Kriterien für neue Beförderungsmittel
    • Beispiele anderer Städte
    • Niederflurbusse
    • Schadstoffarme Busse 
    • Fahrstil an Passagiere anpassen
    • Anpassung/Umrüstung der Haltestellen mit entsprechenden Borden
    Hoch
    • Stadt
    • Verkehrsverbund
    • AG Soziales
    • AG Umweltschutz
    • Schulen
    • Träger sozialer Belange
    ÖPNV

    Stadt und Region

    VBV als regionaler Ansprechpartner
    • Überfüllung Verkehrsmittel
    • Mängel in Fahrplänen
    • Verspätungen von Bussen und Zügen
    • Bedienung der Ortsteile
    • Verbessern Beförderungskomfort
    • Bedarfsgerechte Busbedienung
    • Verbessern Pünktlichkeit 
  • Defizite konkret benennen
  • Versetzte Schulanfangszeiten zur Entzerrung
  • Abstimmung mit anderen Kommunen

  •  

     
     
     
     
     
     

     

    Hoch
    • Stadt
    • Verkehrsverbund
    • Schulen
    ÖPNV

    Stadt

      Defizite in der Linienbedienung
    • Verbessertes Stadtbussystem
  • Konzept ausarbeiten
  • Beispiele anderer Städte (z.B. Lauterbach)
  • Ausrichtung an Ladenschlusszeiten
  •   Gering
    • Stadt
    • Verkehrsverbund
    Bahn

    Vogelsbergbahn

    Vorhandensein der "Vogelsbergbahn" (Giessen/Fulda) Stillegungsabsichten

    Erscheinungsbild (Müll) am Bahnhof und auf den Gleisen

    Verbesserungen hinsichtlich

    Komfort

    Fahrplan

    Pünktlichkeit

    Frequenz

    Anbindung

    • Einwirken der Stadt auf RMV/DB
    Dauerhafter Kontakt  
    • Stadt
    • VBV/RMV
    • DB AG
    • Fahrgastbeirat
    Bahn: Öffentlicher Regionalverkehr VBV als regionaler Ansprechpartner
    • Verbindungen nach Marburg (und Gießen und Frankfurt) 
  • Bessere Anbindung an die umliegenden Ballungsräume
  • Bedarf an ÖRV-Verbindungen ermitteln

  •  

     

     

    • Maßnahmen an Handlungsbedarfen ausrichten
    Mittel
    • Stadt
    • Verkehrsverbund
    Radwege  
    • Unfall- und Gefahrenschwerpunkte inner- und außerorts
     
    • Erhöhen der Verkehrssicherheit
  • E.Arnold-Str. (wegen Breite und Lage in Tempo-30-Zone eigentlich nicht StVO-gerecht.
  • Konkrete Gefahrenpunkte benennen
  • Prüfung, ob bei Radweg in der E.Arnold-Str. Ummarkierung/komb. Rad/Fußweg möglich ist. StVO-gerechte Lösung nur unter besonderer Berücksichtigung der Belange von Fußgängern und Radfahrern!
    • Bautechnische Sicherungsmaßnahmen; Radweg sauberhalten
    • Verkehrsregelungen anpassen
    Hoch
    • Stadt
    • Kreis
    Radwege
    • Radwegekonzept
    • Zögerlichkeit beim weiteren Ausbau des Radwegesystems
    • Vernetztes, sicheres Radwegesystem
  • Ausbau Radwege entlang außerörtlicher Straßen; Netzschluss.

  •  

     

    Bauliche Maßnahmen:

    Bahnhofstraße / Bahnhofsvorplatz

    Im Grund / Schwabenröder Str.

    Schillerstr.

    Altstadtquerung (mit Zentralstellung des Marktplatzes; für diesen ist eine breitere Diskussion erforderlich)

    Schülerradwege zu Schulen

    Benennen weiterer konkreter Ausbauabschnitte

    • Installation Projektgruppe zu diesem Thema 
     
    v.a.
    • Münch-Leusel—Heidelbach
    • Leusel-Angenrod
    • Innenstadt-Pfefferhöhe (Lückenschluss nach Romrod/ B 49)
    • Anlegen Fahrradspuren
    • Durchgängige Beschilderung der Radwege; ggf. mit Radwanderkarte

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

     

    Hoch
    • Stadt
    • Kreis
    • AG Naturschutz
    Radwege  
  • zu viele Einbahnstraßen; für Radfahrer ungünstig
  • Fahrradfreundlichkeit (senkt Kfz-Aufkommen)
      • weitere Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen
    Vorgeschlagen werden (soweit nicht schon erledigt)

    Bachstraße

    Baugasse

    Beethovenstraße

    Hersfelderstraße (Abschnitt Amthof)

    Mainzer Tor

    Mozartstr.

    Rossmarkt

    Sackgasse

    Soldanstraße

    Vietorgasse

    Wagnerstraße

    Dazu breite Öffentlichkeitsarbeit

    Zusätzliche Symbole (Radfahrer) auf der Fahrbahn der Einbahnstraße

    Hoch
    • Stadt
    Fahrradverkehr; Abstellanlagen  
    • Fehlen von Abstellplätzen im öffentlichen Raum
  • Diebstahlsichere, optisch angepaßte Abstellplätze 
  • Zusätzliche Abstellanlagen
    • Bahnhof
    • Kino
    • Eingänge der Fußgängerzone (Mainzer Tor; Ludwigsplatz)
    • Hinterer Kirchplatz
    • Vorderer Kirchplatz (Höhe Rathaus)
    • Marktplatz
    • Stadtbücherei
    • Obergasse (Eisdiele)
    Beispiele anderer Städte
     
     

     

    • Installieren von ausreichenden Stellplätzen
    • Teil-Finanzierung über Sponsoren
    Hoch
    • Stadt
    • Gewerbe
    Fußgänge

    Fußgängerbereiche

    Fußgängerzone
    • Fußgängerbereiche: Werbeschilder und Gastronomie-Möblierung als Hindernisse; Gefährdung durch Radfahrer
    • Sichere Fußgängerbereiche
  • Fußgängerzone als solche erhalten bzw. wiederherstellen
  • Überwachung der erlaubten Sondernutzungen
  • Geordnetes Aufstellen von Werbeschildern
  • Verkehrsregelung für Radfahrer
  • Hoch
     
     
     
     
     
     

     

    • Stadt
    • Gewerbe
    Fußgänger

    Kinderwagen, Rollstühle

     
    • Schlechte Bewegungsräume für Kinderwagen und Rollstühle 
    Ausreichende Verkehrsflächen für Kinderwagen und Rollstühle
    • Innenstadtbereich
    • Benennen weiterer Bereiche
  • Erweitern von Engpässen durch Baumaßnahmen oder Verkehrsregelungen
  • Hoch
     
     
     
     

     

    • Stadt
    • Gewerbe
    • AG Soziales
    Fußgänger

    Straßenquerung

    • Herkules-Querung
  • Überquerung der Bundesstraßen bei ausgeschalteten Ampelanlagen
  • Querungen mit Risiko/Gefahr (v.a. Post-Obergasse; Ludwigsplatz/Schwabenröderstr.)
    • Sichere Straßenüberquerung mit entsprechender Akzeptanz
  • Fehlende Querung G.-D.-Bücking-Str. Höhe Ölberg
  • Amtsgericht / Schellengasse;
  • Ludwigsplatz/ Obergasse 
  • Marburger Straße/Schützenrain
  • Schwabenröder Straße/Post
  • Schellengasse/An der Au
    • Benennen weiterer kritischer Punkte
    • Installieren Regelorgane / Bedarfsampeln
    • Herstellen Querungshilfen
    • Ändern Verkehrsregelungen
    • Optimierung der gesamten innerstädtischen Ampelschaltung zueinander (unter besonderer Berücksichtigung der Fußgängerinteressen; v.a. Obergasse/Post); Anregen beim ASV.
    Hoch
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

     

    • Stadt
    • Betroffene / Anwohnerschaft
    • AG Soziales
    Fußgänger

    Gehwege

     
    • Überfahren von Gehwegen durch LKW / Busse beim Abbiegen
    • Fußgängersichere Gehwege
  • Leuschner/Goethe/Dunantstr.
  • Benennen weiterer Gefahrenpunkte
    • Bauliche Absicherungen
    • Park- und Halteverbote zum Erleichtern des Abbiegevorganges
    Hoch
    • Stadt
    Fußgänger

    Naherholungsgebiete

    • Gute Anbindung an die Naherholungsgebiete im Nordwesten
    • Schlechte Anbindung an die Naherholungsgebiete im Südosten 
  • Sichere und gute Zuwegung zu Naherholungsgebieten
  • Südöstliche Naherholungsgebiete (Homberg)
  • Entschärfen von Gefahrenstellen
    • Zuwege fußgängergerecht befestigen / ausbauen
    Mittel
    • Stadt
    • AG Naturschutz
    Stadtbild 

    Ortseingänge

     
    • Wenig ansprechende Gestaltung vieler Ortseinfahrten
    • Schaffen attraktiver Ortseingänge als Visitenkarten der Kommune
    • v.a. Hartmannkreuzung
    • Raiffeisen/Gorsler
    • Benennen weiterer Schwerpunkte
    • Bautechnische Gestaltung
    • Landschaftsgärtnerische naturangepasste Gestaltung
    Hoch
    • Stadt
    • AG Naturschutz
    • Gewerbe
    • Anwohner
    • Schulen
    Stadtbild Innenstadt
    • Historischer Stadtkern mit Flair
    • Optische Stilbrüche im Innenstadtbild
    • Verbinden von Funktionalität und Ästhetik
    • Marktplatz
    • Benennen weiterer Schwerpunkte
  • Möblierung statt Poller
  • Mittel
    • Stadt
    • Gewerbe
    • Anwohner
    Stadtbild Kernstadt
    • Fortschreitende Restaurierung
    • Mangelnde Grüngestaltung
    • Mangelnde Pflege und Sauberkeit
    • Dauerhaftes Verbessern Gesamtbild
  • Benennen der Schwerpunkte
  • Erstellen und Umsetzen Grünkonzept
  • Konsequentere Straßenreinigung
  • Mehr Abfallkörbe
  • Mittel
    • Stadt
    • Gewerbe
    • Schulen
    • Anwohner
    • AG Naturschutz
    Straßenbeleuchtung
    • Ausleuchtung allgemein gut
     
    • Fehlendes Energiesparkonzept
    • Defizite in einzelnen Bereichen
    • Energiesparende, ausreichende Beleuchtung
    • Gesamtstadt
    • Benennen von Schwerpunkten mit mangelhafter Beleuchtung
    • Erstellen Energiesparkonzept
    • Durchführen entsprechender Maßnahmen
    • Ggf. Verdichten Beleuchtung
    Gering
    • Stadt
    • AG Umwelttechnik
    Verkehrswegebau

     

    • Verkehrstechnische Erschließung
    • Qualität einzelner Verkehrswegeabschnitte
  • Angemessene Verkehrswegequalität
  • Benennen von defekten Abschnitten
  • Ausbessern / Überarbeiten
  • Gering
    • Stadt
    Verkehrswege

    Versiegelung

    • Weiträumiges Verkehrswegenetz
    • Hoher Versiegelungsgrad des Bodens
  • Weitgehende Entsiegelung
  • Bestandsgebiete
  • Entsiegeln
  • Gering
    • Stadt
    • AG Umwelt
     
    Studien und Konzepte
    • Vorliegende Studien und Konzepte
     
    • Mangelhafter Bekanntheitsgrad
  • Nutzen des Wissens für Verbesserungen
  • Aufbereiten der Papiere für die künftige Arbeit der AG
    • Erstellen Stichwortkataloge für die jeweils untersuchten Bereiche
    • Archivieren für späteren Gebrauch
     
    Mittel
    • Stadt
    • Gutachter
    • AG’s der Agenda Alsfeld
    Öffentlichkeitsarbeit
    • Wiederkehrende Veröffentlichungen zu Verkehrsproblemen 
    • Fehlende gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu einzelnen Themen der AG
    • Koordinierte Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Agenda Alsfeld
    • Abstimmen innerhalb des AK
  • Noch keine Überlegungen hierzu vorhanden
  • Mittel
    • AK Agenda Alsfeld
    Akzeptanz  
    • Verkehrsmoral und gegenseitige Rücksichtnahme ist schlecht
  • Stärkere Akzeptanz von Regelungen, Eingriffen und Maßnahmen
  • Regelungen und Maßnahmen müssen begründet und nachvollziehbar sein
  •      
    Akute Handlungsbedarfe
  • Arbeit der AG an Einzelthemen
    • Maßnahmen mit hoher Priorität brauchen zu viel Zeit
    • Schnellere Umsetzbarkeit dringender Maßnahmen
    • Beseitigung von Gefahrenpunkten
  • Sofortmaßnahmenkatalog erstellen
  • Hoch
    • Stadt
    • Anwohner / Betroffene

    Sonstige Projektideen

    Aus der Bevölkerung Alsfelds wurden folgende, bisher nicht weiter aufgegriffene Vorschläge zu verkehrsrelevanten Themen gemacht.

    Vorhandene Gutachten / Untersuchungen zum Thema ‚Verkehr in Alsfeld‘

    "Generalverkehrsplan" (1984) Wurde nicht beschlossen

    BUND: Radkonzept Innenstadt 1984

    Gunthild Schulte: Aufstellung eines Fahrradverkehrskonzeptes am Beispiel der Stadt Alsfeld. Diplomarbeit 1993

    Fahrradverkehrskonzept der Stadt Alsfeld Entwurf 1995 (hervorgegangen aus der Diplomarbeit von G. Schulte)

    "Bedarfsorientierte Ergänzung des ÖPNV in Alsfeld" (novaplan; 1996). Mit Haushaltsbefragung

    Nahverkehrsplan des Vogelsbergkreises (VBV); September 1997 (Bestandsanalyse; Stärken-Schwächen-Profil; Maßnahmenkatalog)

    Die Vogelsberger Umweltbahn (Ruhl & Geissler 1997). Bahnhöfe: Bestand und Modernisierungskonzeption

    Radwegenetz Vogelsbergkreis (ADFC im Auftrag des VB-Kreis) 1997

    Martina Henke: Öffentliche Räume in der Kleinstadt Alsfeld Diplomarbeit 1998 (Bestandsaufnahme, Bestandsanalyse; Maßnahmenvorschläge)

    Untersuchungsbericht: Radfahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung (Einbahnstraße) 1998
     
     

    Anstehende verkehrsrelevante Maßnahmen/Projekte in Alsfeld:
     
     

    Kreisel an der Pfefferhöhe (Bundesmaßnahme)

    Fuß- und Radwegeneubau Eifa incl. Veränderungen Hartmannkreuzung/Schellengasse (Bundesmaßnahme)

    Parkplatz Schulzentrum Krebsbach (Kreis)

    Erschließungsmaßnahmen in Ortsteilen

    Bahnhofsvorplatz (Bundeseigentum; abhängig von der Zukunft des Lidl-Geländes; derzeit Planungsstillstand)

    Ausbau B 62 bis Ohmes; integriert: Radweg bis Angenrod (planfestgestellt)

    Ausbau B 49 Romrod bis Pfefferhöhe; integriert: Radweg; (planfestgestellt)
     
     

      1. Soziales
        1. Projekte und Arbeitsgruppe "Soziales"

        2.  

           

          Vorbemerkung

          Das Thema "gesellschaftliches Miteinander" war im Alsfelder Agenda-21-Prozess von Beginn an stark projektorientiert angegangen worden. Die eher theoretische Beschäftigung im Sinne der Beschäftigung mit Stärken und Schwächen in Alsfeld, Zielen und Maßnahmenvorschlägen war der Projektarbeit deshalb aus Kapazitätsgründen vergleichsweise nachgeordnet.

          Projekte

          Café International

          Thema: Kontakte und Begegnungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen Alsfelds (Ausländer, Aussiedler, Flüchtlinge, Einheimische) durch einen festen Treffpunkt möglich zu machen.

          Die Projektgruppe "Café International" stellte nach längeren konzeptionellen Vorarbeiten einen Förderantrag für eine Begegnungsstätte mit durchgehenden Öffnungszeiten.

          Dieser Antrag befindet sich, in stark reduzierter Form, noch in der Warteschleife.

          Deshalb ist die Gruppe seit August 2000 dazu übergegangen, in den Räumen der Neuen Arbeit Vogelsberg selbst sporadische Angebote zu machen, die bisher viermal stattfanden und mit im Schnitt 30-80 Besuchern sehr gut angenommen werden.

          Ein Internationales Frauencafé findet seit kurzem einmal pro Woche morgens im Jugendzentrum statt und organisiert ab 2001 eine monatliche Abend-Veranstaltung mit anschließendem Essen.

          Grünanlage "Im Grund"

          Geplant und begonnen wurde die Belebung der Grünfläche in Eigeninitiative durch anwohnerorientierte Angebote und Infrastrukturerweiterung (Wiederbelebung der Boule-Bahn, Weidehüttchenbau, Spielgelände für Kinder u.a.).

          Die Aktivitäten der Anwohnergruppe ruhen derzeit.

          Zeitbörse Vulkania

          Als "organisierte und erweiterte Nachbarschaftshilfe" bezeichnet der Vogelsberger Tauschring "Vulkania" seine Grundidee. Die Mitglieder bieten sich gegenseitig kleine Alltags-Hilfeleistungen an und "verrechnen" ihr Dienste rein auf der Basis der dafür aufgewendeten Zeit. Ziel ist die Erhöhung der Lebensqualität unabhängig vom Geld.

          Das Projekt läuft mit vogelsbergweit fast siebzig Mitgliedern, Tendenz steigend. Neben der Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen und dem Bewusstsein, bei einem interessanten innovativen Projekt mitzumachen, entwickelt sich ein eigenes tragfähiges Kontaktnetz.

          Spielräume Altenburg

          Fehlende Spiel- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche waren Anlass der Gründung der Elterninitiative. Hauptziel war die Schaffung eines Spielplatzes im Neubaugebiet.

          Zur Ermittlung des Bedarfs an Angeboten wurde eine großangelegte Befragung unter Kindern und Jugendlichen initiiert, deren Ergebnisse als Ausstellung aufbereitet und öffentlich gemacht wurden.

          Zur Durchsetzung des Spielplatzbaus und eines Jugendraumes fand eine Bürgerversammlung statt, in deren Gefolge sich ein eingetragener Verein als Träger des Jugendraums gründete, der zur Verwirklichung weiterer Maßnahmen eigene (EU-) Fördermittelanträge gestellt hat. Als Ergebnis wurde die Spielplatzplanung im Neubaugebiet unter Bewohnerbeteiligung geändert und mittlerweile z.T. baulich umgesetzt; für den Jugendraum werden im Dorfgemeinschaftshaus Altenburg die notwendigen Umbauten gemacht.

          Frauenprojekt: Dienstleistungszentrum

          Von Frauenseite aus wurde die Idee eines Existenzgründungs- und Dienstleistungszentrums verfolgt, bei dem ein Maximum an Service, Netzwerkbildung und Kommunikation ermöglicht würde.

          Nach konzeptionellen Überlegungen, Kontakten mit Vogelsberg-Consult und städtischer Wirtschaftsförderung und diversen Exkursionen finden Aktivitäten derzeit im Hintergrund statt.
           
           
           
           

        3. Der Themenbereich im Überblick
    Über die Projektarbeit hinaus, wurden zum Thema "Soziales Leben in Alsfeld" von den Teilnehmern die folgenden Punkte vorgebracht und behandelt. Sie bieten, wie z.B. im Abschnitt "Jugend", eine Momentaufnahme des unterschiedlich weit gediehenen Diskussionsstandes zur Zeit der Abfassung dieses Kapitels (Dezember 2000).
     
     

    1. Kinder und Jugendliche

    Kinder und Jugendliche sind wesentliche Zielgruppen/ Partner bei der lokalen Agenda 21.

    Ziele:

    Förderung gesellschaftlicher Teilhabe

    Bereitstellung von Freizeitmöglichkeiten

    Verbesserung des Spielraumangebots für Kinder

    Jugendarbeit auch in den Ortsteilen

    Kinder- und jugendfreundliche Bauleitplanung

    Mobilität

    Maßnahmen

    2. Seniorengerechtes Alsfeld

    Ziele

    Umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auch im Alter; Vermeidung von Ausgrenzung

    Maßnahmen

    3. Behindertengerechtes Alsfeld

    Ziele

    Schaffung von Integration und gesellschaftlicher Teilhabe

    Mobilität

    Maßnahmen

    4. Frauen

    Maßnahmen

    Frauenbeauftragte einstellen; zentrale Stelle für ein (frauenorientiertes) Netzwerk schaffen.

    5. Kultur und Bildung
     
     

    Maßnahmen

    6. Soziale Begegnungen

    Ziele:

    Erhalt bestehender Begegnungsmöglichkeiten für alle Gruppen der Bevölkerung

    Öffnung stationärer Einrichtungen zum Umfeld

    Schaffung neuer Begegnungsmöglichkeiten

    Maßnahmen:

    7. Mobilität

    (siehe auch Kapitel "Verkehr")

    Ziele

    Teilhabe an Mobilität für alle Bevölkerungsteile

    Maßnahmen

    8. Integration

    Ziele:
    Integration von Ausländern/Aussiedlern/Flüchtlingen im Sinne von Eingliederung ohne (Komplett-) Anpassung.

    Beteiligung ALLER am gesellschaftlichen Leben in jeder Beziehung

    Berücksichtigung aller Zielgruppen

    Religiöser Pluralismus

    "Integration" in Sport- und andere Vereine

    Kooperation

    Maßnahmen

    Nach innen durch Beteiligung z.B. des Ausländerbeirats Nach außen z.B. durch unkomplizierte Teilhabe an z.B. Stadtfest; Weihnachtsmarkt. 9. Freizeit 10. Sonstiges
      1. Jugend und Kinder
        1. Die Arbeitsgruppe

        2.  

           

          Die Arbeitsgruppe "Jugend" ist noch im Entstehen; sie hat sich am 23. November 2000 gebildet und trifft sich am 8. Februar 2001 das nächste Mal.

          Als "Platzhalter" für die Ergebnisse der zukünftigen Arbeit steht an dieser Stelle das Protokoll des ersten "Gesprächs am runden Tisch".

          Die AG Jugend ist ein Beispiel dafür, dass der Agenda-21-Prozess nicht nach einem vorgefassten Drehbuch verläuft; auch in Zukunft ist damit zu rechnen, dass neue Themen aufgegriffen werden.
           
           

        3. Der Themenbereich im Überblick
        Thema Positiv/vorhanden Negativ/Defizite/Probleme Konstruktive Vorschläge Ergänzungen aus der Diskussion
        Infrastruktur Vorhandensein von Jugendräumen in den Ortsteilen Im Innenleben öfters problematisch (Trinken, Pornos, Rechte, etc.)    
            Fehlende Übungsräume und Aufführungsgelegenheiten für Jungmusiker

        Problem: Brandschutz-/ und baupolizeiliche Auflagen.

        Neue Arbeit Vogelsberg (Katakomben)

        BGS (wenigstens übergangsweise)

        Konkrete Interessenten: Bitte im JUZ melden!!

        "Warum sollen eigentlich die Jungmusiker immer unter die Erde?"

        Standortfrage muss auf jeden Fall mit den Bands abgestimmt werden (über JUZ)

        Ggf. ein Treffen der Gruppe als Ortstermin ?

          Es ist was los—aber zuwenig bekannt Zuwenig kulturelle Veranstaltungen von und für Jugendliche.

        Keine Konzerte u. ä. im JUZ

        Fehlende Räumlichkeiten für mittelgroße Veranstaltungen

          Es gibt manchmal mehr, als man wahrnimmt.
            Schlechte öffentliche Verkehrsanbindungen (Alsfeld—Umland; Kernstadt-Ortsteile) machen kulturellen Anschluss schwierig, v.a. abends

         

          Es besteht auch ein Nachfrageproblem: Gibt’s einen Discobus, ist er leer. Vgl auch das schiefgegangene Projekt "rage against traffic"
            Keine Angebote für jüngere Schüler (10-14) ab 13.00 Uhr (nach der Schule/ Überbrückungszeiten)

        Nach 13.00 Uhr fahren i.d.R. erst wieder abends Busse

        Ortsnahe Kooperation JUZ mit anderen Organisationen

        Würden nachmittags "Zwischenbusse" fahren, könnten auch die Schulen mehr AG’s anbieten

        Außer Spiel- und Lernstube, die aber zu klein ist, einen anderen Schwerpunkt (Hausaufgabenhilfe) und zu selten geöffnet hat.

        Was ist mit dem Internet-Café am Bahnhof?

        Projekt schulnahe Sozialarbeit durch Ev. Dekanatsjugendstelle in der Neuen Arbeit Vogelsberg kommt

            Keine Angebote für jugendliche Aussiedler  Ortsnahe Kooperation JUZ mit anderen Organisationen, für Treff-Möglichkeit verschiedener Cliquen JUZ erhält neue Soz.päd. Kraft

        Projekt schulnahe Sozialarbeit durch Ev. Dekanatsjugendstelle in der Neuen Arbeit Vogelsberg kommt

          Vorhandensein Jugendzentrum Seit längerem nicht zugänglich und nach außen inaktiv Workshops und Seminare im JUZ

        Aussiedlergruppe im JUZ

        Honorarteamer und Einbezug von Ehrenamtlichen

        Knuppe: Neue Kollegin kommt.

        Derzeit Betreuung von Skatern, Musikern, Einzelfallhilfen)

         

            Zuwenig und zu klein angesetzte Ferienfreizeitangebote seitens der Stadt,  z.B. Auslandsfreizeiten "andere Städte haben das auch"
        Nutzung des Vorhandenen Schulen haben i.d.R. gute Ausstattung

        Auch JUZ ist gut ausgestattet (Boote; Fahrräder)

        Auch Ev. Dekanatsjugend

        Sportheime/Sporthallen

        aber nachmittags zu
         
         

        Vereine z.B. rufen die Möglichkeiten nur sehr selten ab
         
         
         
         

         

        Öffnung nachmittags für Andere.

        z.B. Fotokurs durch örtlichen Fotografen

        z.B. Computerkurs durch örtlichen Computerspezialisten

        Praktikanten aus Hochschulen

        VHS-Dozenten sind wahrscheinlich ansprechbar

        Muss nicht rein ehrenamtlich sein: Man kann dafür Geld nehmen und an den Teamer welches zahlen (Honorar).
         
         
         
         

        VERNETZUNG

        Jugend und Vereine Einbezogensein von wenigstens einem Teil der Jugendlichen über Vereine Jugendliche möchten sich nicht verbindlich engagieren in Vereinen
         
         
         
         
         
         

        Manchmal zu raues, leistungsbetontes Innenleben in den Sportvereinen

        Schlechter ÖPNV-Anschluss während Trainingszeiten

        Vernetzen von Vereinssport, Fun-Sport, Träger der Jugendarbeit, Schulsport

        Nicht - leistungsbezogene Sportangebote (evtl. auch als Beschäftigung nach der Schule)

        Es braucht Aufsicht/ Übungsleiter

        Und mittellangen Atem

        Vgl. AG "Sport"

        Sportvereine haben ganz unterschiedlichen Zulauf; manche platzen vor Nachfrage

        "wo die Sportvereine aufhören, muß die kommunale Jugendarbeit ansetzen"

        (muss die auffangen, die eben nicht in Vereine o.ä. gehen)

        Rechte Gewalt 

        Politische Spannungen unter Jugendlichen

        Verhältnismäßig "liberales" Klima in Alsfeld-Kernstadt; es gibt aber auch hier Problem-Ecken

        (Bsp. Schwabenröder Str.)

        Probleme/Angst in Ortsteilen. Teilweise massive Gewalt (Dorfdiscos)

        Zunehmend auch bei Schulfesten.

        Wirkt lähmend

        Einschätzung: Organisierte rechte Gewalttäter, keine bloßen Kirmesschläger; nehmen zahlenmäßig stark zu.

        (Sport-) Vereine wirken integrativ 

        Stadt soll sich fragen, ob Alsfeld einen "streetworker" braucht

        "Trouble-service" der Polizei hilft nichts.

        Auch in den Vereinen herrscht nicht immer heile Welt in Sachen Integration.

        Aggressive Jugendliche: Für sich allein sind sie ganz normal; in Gruppen geht dann der punk ab

        Drogen   Es gibt ein Drogenproblem, man will es nur nicht so recht wahrhaben    
        Geschlechtsspezifische Jugendarbeit    Keine Mädchen- (und auch keine spezifische Jungen-) Arbeit     
        Finanzen Alsfeld steht in seinen Aufwendungen/Möglichkeiten für Jugendarbeit nicht schlecht da

        (Haushalt plus Sponsoren: rund 20.000 DM/Jahr)

        "Geld reicht"

        Seit 1 ½ Jahren ist die Mitarbeiterstelle im JUZ verwaist; die Mittel wurden weggespart,und gingen der Jugendarbeit verloren   Daraus werden auch die anteiligen Ko-Finanzierungen bestritten (z.B. im Fall internationaler Begegnungen/EU-Förderung)
        Kinder   Unbefriedigende Situation (am Abend nur angetippt):

        Betreuungsangebote für Grundschulkinder

        Spielplatzsituation

        Freibad Alsfeld (Babybecken)

        Raabsche Wiese

           
        Agenda 21 und die Jugendlichen

         

        Teilweise gibt es Unterrichtsprojekte zum Thema Zukunft/Zukunftsfähigkeit. Geringe Resonanz durch zuwenig Bekanntmachung (des Themas und auch dieser Gesprächsrunde) gerade unter Jugendlichen, der Zielgruppe. In Zukunft bessere Ankündigung von "Agenda-und-Jugend"

        Zusammenarbeit mit den Schulen

        Erwachsene können schlecht für die Jugendlichen reden
        Politische Beteiligung     Weiterführung von "Agenda-und Jugend"-Gespräch als informellem Austausch (AG-Gründung)

        Abklären von festeren Formen mit klaren Rechten

        "Frust nur in unverbindlichen Gruppen von der Seele reden ohne verbriefte Rechte erzeugt nur neuen Frust"
      2. Sport

      3.  

         
         
         

        1. Die Arbeitsgruppe Sport(vereine)
    Dieses Kapitel ist eine Zusammenfassung von drei Abendgesprächen (16.8.00, 28.8.00, 19.10.00) und einer Fragebogenaktion. Die Protokolle und der Entwurf des Kapitels wurden an alle Alsfelder Sportvereine versandt.
     
     
        1. Der Themenbereich im Überblick

        2.  

           
           
           

          1. Textteil
    Allgemeines

    Sport und Sportvereine stellen unbestritten eine starke Kraft im Leben einer Gesellschaft und einer Stadt dar. Sportvereine werden überwiegend von Ehrenamtlichen getragen; sie sind daher auch ein wichtiger Faktor für die Lebendigkeit bürgerschaftlichen Engagements.

    Für das soziale Leben, v.a. im Hinblick auf die Kinder und Jugendlichen und ihre aktive Einbeziehung in die Gesellschaft, stellt der Sport eine zentrale Säule dar. Auch im Bereich der Gesundheitsförderung spielen Vereine und Sport traditionell eine große Rolle, ebenso wie sie auch Vorbildfunktion für Freizeitverhalten und Umgang mit der Umwelt innehaben.

    Für die Nachhaltigkeits-Anliegen der Agenda 21in sozialer und umweltlicher Hinsicht sind die Sportvereine also ein unverzichtbarer Mitspieler.

    In Alsfeld weist das Vereinsregister für die Kernstadt und die 16 Ortsteile insgesamt 53 Sportvereine (unterschiedlichen Angebots und unterschiedlicher Größe) aus.

    Städtische Aufwendungen für den Bereich Sportverein-Förderung (im Jahr 2000, lt. Sportamt):

    Betriebs- und Unterhaltskosten ca. 20.000 DM

    Vereins- und Jugendförderung . 24.520 DM

    Investitionszuschüsse ca. 30.000 DM

    Nähere Angaben zu den Fördermöglichkeiten und städtischen Aufwendungen für den Sport sind in der im Jahr 2000 neuaufgelegten Broschüre "Vereinsverzeichnis" ausführlich beschrieben.

    Zusammenarbeit mit Schulen

    Alsfeld hat in der Region die Rolle eines Schulzentrums mit großem Einzugsbereich. Die Beteiligung aller Alsfelder Vereine, unabhängig von ihrer Größe, am "Schulsportzentrum Alsfeld" wird befürwortet.

    Schulen und Vereine sind im Hinblick auf die Einbeziehung der Jugend gewissermaßen "natürliche Partner", gute Kooperation bietet sich an.

    Dazu sind dauerhafte und vielfältige Kontakte notwendig. Seitens der Schulen sind dafür benannte und zuständige Ansprechpartner (z.B. aus dem Kreis der Sportlehrer) notwendig, sowie die Bereitschaft zum Kontakt auch mit jenen Vereinen, deren Angebot nicht auf dem Lehrplan steht, für Schüler aber dennoch interessant ist (oder sein könnte).

    Einem engen persönlichen Kontakt von Lehrern zu hiesigen Vereinen steht oft die Tatsache entgegen, dass die Pädagogen von auswärts zugewiesen werden und nicht selten ihren Wohnort und Freizeitschwerpunkt außerhalb haben.

    Positiv gewertet wurden Ansätze wie die schulübergreifende "Funsport-Aktion" im August 2000 und die Sportklasse an der ASS.

    Folgende Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen bieten sich nach Auffassung der AG an:

    Zusammenarbeit mit der Stadt

    Das Zusammenspiel zwischen Vereinen und Stadt wird durchweg als gut bis sehr gut angesehen. Auch bei der künftigen Entwicklung der Vereine wird von einer guten und intensiven Zusammenarbeit ausgegangen. Gewünscht wird eine stärkere Berücksichtigung der kleinen Vereine (Hallenbelegungszeiten) und logistische Unterstützung bei größeren Sportveranstaltungen.

    Zusammenarbeit der Sportvereine mit anderen Organisationen und Gruppen

    Alle Querbezüge (zu Kirchen, Verbänden, anderen Vereinen und Einrichtungen etc.) sind zwar "theoretisch" wünschenswert, stehen aber unter dem Vorbehalt, dass sie in der Regel viel Zeit kosten und eher be- als entlastend wirken. Überforderung und Verschleiß der wenigen Engagierten tritt dabei schnell ein und widerspricht dem Nachhaltigkeitsgrundsatz.

    Kooperationen dieser Art werden also auf erfolgversprechende und spaßmachende Einzelfälle beschränkt bleiben.

    Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander

    Verstärkte Kooperationen zwischen den Sportvereinen werden als Erfordernis für eine auch in Zukunft erfolgreiche Sportarbeit in Alsfeld angesehen. Eine solche Zusammenarbeit soll sowohl kleinere Vereine und solche, die unter Nachwuchssorgen leiden, fördern, als auch die größeren Vereine vom attraktiven Angebot der kleineren Vereine profitieren lassen.

    Trotz der Konkurrenzen in manchen Details überwiegen die gemeinsamen Interessen und Ziele der Vereine. Als eines der großen, gemeinsamen Ziele wird das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an Sportaktivitäten überhaupt gesehen.

    Es wird als vorteilhaft für alle Vereine angesehen, verschiedene Tätigkeiten zusammen zu organisieren und professioneller abzuwickeln. Dazu gehören

    Gemeinschaftliche Organisation und Finanzierung

    Viele Anforderungen an modernes Sportmanagement können kaum noch ehrenamtlich erfüllt werden; dazu fehlt oft die notwendige Zeit. Die Kooperationen sollten daher von einem gemeinsamen, professionell arbeitenden Geschäftsführer für die Gemeinschaft der Sportvereine bewerkstelligt werden. (Nachtrag: Hierzu wurden auch Skepsis und abweichende Meinungen geäußert)

    Der Geschäftsführer sollte die Tätigkeiten, auf die sich die Vereine verständigen, ausüben. Dazu bedarf es eines zwischen den Vereinen verbindlich abgestimmten Statutes. Als Tätigkeitsfelder werden Aufgaben wie Koordination, Mittelbeschaffung und Logistik für den Sportkreis Alsfeld gesehen.

    Die Einrichtung der Geschäftsführerstelle bedarf eine Anschubfinanzierung für ca. 2 Jahre. Welche Förderprogramme dafür in Frage kommen, ist zu prüfen (evtl. aus EU-Fonds). Hierbei kann der Landessportbund u.U. behilflich sein. Die weitere Finanzierung sicherzustellen, sollte zu den vordringlichen Tätigkeiten des Geschäftsführers zählen.

    Es wird vorgeschlagen, für die Finanzierung des professionellen Geschäftsführers das Beitragsniveau der Vereine insgesamt anzuheben. Dies wird als durchaus machbar angesehen, sofern das Angebot der Vereine stimmt

    Das Gründen eines gemeinschaftlichen Fördervereins ist zu erwägen. Der Geschäftsführer kann u.U. vom Förderverein eingestellt werden.

    Grundsätzlich sollte "der Sport" nach außen möglichst gemeinsam in Erscheinung treten und handeln.

    Finanzielle Zuwendungen Dritter in Form von Spenden u.ä. lassen sich für einen großen Vereinszusammenschluss oft leichter erreichen als für Einzelvereine. Auch die Zuwendungshöhe ist bei Vereinszusammenschlüssen oft höher als bei Einzelvereinen.

    Das Verteilen der gemeinschaftlich eingeworbenen Gelder sollte nach einem vorher festgelegten Verteilungsschlüssel erfolgen.

    Das gemeinsame Einwerben von Spenden wird nicht als Konkurrenz zur individuellen Sponsorensuche der Einzelvereine gesehen.

    Übereinstimmung herrscht dahingehend, dass die Vereine sich und ihre Leistungen eigentlich zu billig verkaufen.

    Modernisierung des Angebots/Erweiterung der sportlichen Aktivitäten

    Ziel ist neben der sportlichen Weiterentwicklung das Erhöhen der Attraktivität der Vereine vor allem für Jugendliche.

    Es wird vorgeschlagen, die Angebote der Vereine vor allem um sog. 'Sport-Events' zu erweitern. Dies kann jeder Verein für sich oder auch in Kooperation mit anderen Vereinen tun.

    Auch sehr einfache 'Fun-Sportarten' lassen sich als attraktive Sahnehäubchen sowohl in den Trainingsbetrieb als auch in Sonderaktionen der Einzelvereine (z.B. an Wochenenden) einbauen. Was vor etlichen Jahren als 'Spiel ohne Grenzen' Sport und Spaß und Unterhaltung vereinigt hat, kann heute als 'Schwammschlacht' oder 'Fun-Hindernis-Parcour' oder Ähnliches fester Bestandteil von Übungsstunden oder 'Fun-Wettkämpfen' werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    Konkret benannt wurden Aktivitäten wie 'Inliner-Skating' und 'Triathlon in Fun-Sportarten'.

    Kinder, auch die ganz Kleinen, sollten durch altersgerechte Angebote / Spiele an die Vereine heran geführt werden. Die Grenzen zwischen Spiel und Sport sollten hier weitgehend aufgelöst werden.

    Erweiterung der sozialen Aktivitäten

    Die Nachwuchsarbeit der Vereine wird als wichtige soziale Arbeit gesehen. Deshalb sollten sich die Vereine im Kinder- und Jugendbereich nicht nur auf bestimmte Sportarten und auf das Heranbilden von Leistungsträgern spezialisieren, sondern das Augenmerk auch auf den Aspekt der Integration dieser Zielgruppe in den Verein richten.

    Dazu zählt, Kinder an den Sport und an den Verein spielerisch heranzuführen (s.o.), aber auch soziale Geborgenheit in der Gruppe zu vermitteln. Vereine und Übungsleiter sollten daher auch Integrationsfähigkeiten entwickeln, die über den Sportbetrieb hinausgehen.

    Die soziale Funktion der Sportvereine wird hoch eingeschätzt. Ebenso wird die präventive Gesundheitsarbeit durch die Sportvereine als wichtiger Faktor zum Vorbeugen gegen Krankheiten gesehen.

    Modernisierung der Vereinsstrukturen

    Klare Zielvorstellungen sind für eine zukunftsorientierte Vereinsentwicklung notwendig. Nur so kann man auch den Erfolg ablesen bzw. die Entwicklung bewerten.

    Bsp: Wie will man das Verhältnis von Breiten- zu Leistungssport gestalten?

    Wie reagiert man auf die Verschiebungen in der Nachfrage? Angebot von Trendsportarten oder Betonung des eigenen Profils? Die Vereinsstruktur muss sich den neuen Trends anpassen: Die Menschen möchten sich zwar noch engagieren, aber lieber für zeitlich befristete und überschaubare Projekte, weniger in den traditionellen Vereinsstrukturen.

    Dazu muss die Verantwortlichkeit breiter gestreut werden (Delegieren).

    Angeregt wird auch eine "mittlere Ebene", bei der interessierte Mitglieder mit überschaubarem Aufwand und klar definierter Zuständigkeit einige "events" im Jahr organisieren.

    Der Trainerausbildung (sowohl in sportfachlicher als auch sozialer Hinsicht) kommt hohe Bedeutung zu. Bessere Qualifizierung ist auch ein Anreiz für die Übungsleiter und insofern ein Stück vereinsinterner "Personalentwicklung"; sie sollte aus dem Verein heraus betrieben werden.

    Dringend ist über Formen der Anerkennung für ehrenamtliche Leistungen nachzudenken.

    An Angaben über Mitgliedschaftsstrukturen (Aktivitätsgrad, Altersaufbau, Verhältnis von Breitensport und Leistungssport, Kernstadt—Ortsteile) ist seitens der Vereinsstatistik nur der für die Berechnung der Jugendförderung erforderliche Kinder-/Jugendanteil bekannt.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Werbung für die Vereine (nicht Sportberichterstattung!) wird zwar für wichtig angesehen, gilt aber als chronisch unterentwickelt.

    Angeregt werden gemeinsame Werbemittel, Bündelung der Informationen und nachdrückliches gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit als "Gemeinschaft des Sports" nach dem Motto: Ein Verein allein ist nicht so interessant wie alle zusammen.

    Wichtig ist dabei, dass die Angebote, Trainingszeiten, Kontaktpersonen und sonstigen Vereinsaktivitäten in der Wahrnehmung präsentgehalten werden.

    Sportvereine und Umwelt

    "Umwelt" ist für die Sportvereine nur ein "kleines Thema": Wo man selbst Sportstätteneigentümer ist, ist man schon aus ökonomischen Gründen sparsam; ansonsten sind bei investiven Maßnahmen Kreis und Stadt gefragt.

    Auf das Umweltverhalten der Mitglieder kann und will man einwirken (Umgang mit Energie, Wasser; Verkehrsverhalten; Sportmittel-Einkauf; Sportstättenpflege), auch aus Gründen der Vorbildhaftigkeit.

    Grundsätzlich wird das Sportstättenangebot in Alsfeld für ausreichend angesehen. Künftige Anstrengungen sollten eher in ökologische Sanierung als in weiteren Ausbau investiert werden.
     
     

          1. Tabellarischer Teil
    Thema Stärken Schwächen Ziele Handlungsbedarf Mögliche Maßnahmen Priorität  Kooperation
    Zusammenarbeit 

    mit Schulen

    Sportklasse ASS

    Fun-Sport-Schulsportfete im August 2000

    Noch zu wenig Verzahnung mit den Schulen selbstverständliche und erfolgreiche Kooperation Routine ausbilden

    Dauerhafte Kontakte herstellen und pflegen

    Bevorzugt Alsfelder Lehrer einstellen 

    Kontaktpersonen in den Schulen

    Infobretter

    "Ausleihen" von Sportstätten

    Tutorenprinzip (Junge Vereinsmitglieder halten Schulstunde)

    Schnupperangebote für Schüler

    Kleine regionale Wettkämpfe mit Gruppen-/Klassencharakter

    Einbindung in Sportfeste

    Talentaufbaugruppen

      Schulen

    Sportlehrer

    Zusammenarbeit mit der Stadt Alsfeld Gute Zusammenarbeit

    Starke personelle Verzahnung

    Schirmherrschaft

      Verbesserung der Trainingsbedingungen für kleinere Vereine (Hallenzeiten) Engere Zusammenarbeit bei der Organisation von größeren Wettkämpfen (Sponsorensuche; VIP-Abende); Logistik.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Fahrzeuge

         
    Kooperation mit anderen Vereinen und Organisationen In den Ortsteilen oft einfacher, wegen Mehrfachmitgliedschaften Schnelle zeitliche Überforderung; Kooperation ist eher doppelt belastend als entlastend Ausbau ohne Überforderung  Kooperation mit anderen Aktivitäten für die Jugend 
     
     

     

    z.B. Ferienkarawane

     

      Städtische Maßnahmenträger

    Außerstädtische Träger (Kirchen; Verbände; Sonstige)

    Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen     Heranführen von Kindern und Jugendlichen an den Sport
     
     
     
     
     
     

    Stärkung von Gemeinsamkeiten; Auftreten als "Gemeinschaft des Sports 
     
     

     

    Gemeinschaftliche Nachwuchsarbeit
     
     

    Erfahrungsaustausch (z.B. über Jugendarbeit)

    Altersgruppe 20-40
     
     
     
     

    Öffnung zur Öffentlichkeit

    Gemeinsamer vereinsseitiger Besuch von Aktions- Wochenenden

    Gemeinsame Veranstaltungen/ "events"

    Gegenseitige Einladungen 

    Organisatorische Aushilfen (bei Festen etc.)

    Gemeinsames Training (z.B. "Fit durch Leichtathletik" gemeinsam mit Tennisdamen, Handballern etc.)

    Vorführungen; Probetraining, Infoveranstaltungen über Verein und Sportart

      Abteilungen der Vereine intern

    Vereine untereinander

    Gemeinschaftliche Organisation und Finanzierung   Überforderung des Ehrenamts, Zeitmangel Stärkere Effizienz
     
     
     
     
     
     

     

    Professionalisierung;

    Kooperation in Verwaltungsangelegenheiten

    Geschäftsführer

    Gemeinschaftliches Auftreten

    Finanzierung eines hauptamtlichen Geschäftsführers prüfen (EU; Vereinsumlagen, Erhöhung der Mitgliedsbeiträge)
     
     

    Fördervereinsgründung

    Gemeinsames Spendenwerben

      LSB

    Sportkreis

    Modernisierung des Angebots

    Erweiterung der sportlichen Aktivitäten

    Sportliche Weiterentwicklung

    Erhöhung der Vereinsattraktivität besonders für Jugendliche

    Aufnahme von Fun-Sportarten als Ergänzung ins Angebot

    Altersgerechte Angebote besonders für Kinder 

    Einbau ins Training

    Phantasievolle Funsport-Wettkämpfe 

    Angebote ohne klare Grenzen zwischen Sport und Spiel

    Anregungen von außen 
    Erweiterung der sozialen Aktivitäten Starke sozial-integrative Funktion

    Starke gesundheitspräventive Funktion

      Integration des Nachwuchses in den Verein Gezielte Entwicklung sozialer Fähigkeiten bei Vereinspersonal/Übungsleitern Berücksichtigung spielerischer Anteile   Vereine untereinander

    Lsb

    Modernisierung der Vereinsstrukturen   Unzureichende Statistiken über Altersstruktur, Aktiven-Anzahl, Verhältnis Breiten- zu Leistungssport, Kernstadt/Ortsteile
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Ehrenamtliche haben selber nicht viel von ihren Aktivitäten

    Bewusste, zielgerichtete Vereinsentwicklung

    Klares Vereinsprofil

    Moderne Vereinsstrukturen
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Unterstützung der Trainerausbildung (Qualifizierung) durch die Vereine 
     
     

    Selbstbewusstsein/Anerkennung

    Diskussion in den Vereinen
     
     
     
     
     
     

    Einbeziehung jener Mitglieder, die nur klar befristete und zugeschnittene Aufgaben übernehmen wol-

    len

    Delegation von Verantwortung

    Neue Vorstandszuschnitte

    Ggf. Zusammenschluss mehrerer (kleiner) Interessengruppen zu Trainingsgemeinschaften

    Aufwertung ideell wie materiell


     
     
     
     
     
     
     
     

    Ggf. Neue mittlere Ebene aus einigen Mitgliedern, die mit anderen zusammen 3-4- mal im Jahr etwas Außergewöhnliches auf die Beine stellen
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Einstellungskriterium im öffentlichen Dienst und bei privaten Arbeitgebern

    Alle Formen öffentlicher Anerkennung 

    Ggf. Bonussystem

      Vereine untereinander
    Öffentlichkeitsarbeit Aktuelle Sportberichterstattung ist o.k.;  Zuwenig Berichte über Kontaktpersonen, Trainingsräume, Übungszeiten   Gemeinsames Auftreten in der Berichterstattung ("Die Sportvereine informieren"); 

    Bündeln der Informationen

    Kontakt zu regionalen und überregionalen Pressevertretern herstellen

    Gemeinsame Werbemittel (Broschüre; Display; Plakatwand)

    Kontinuierliche Berichterstattung in der Presse (z.B. oz-extra;)

    Präsenz auf Festen

    Internet-Präsentation der Vereine

      Stadt

    Agenda-21-Gruppen

    Sportvereine und Umwelt    Stadt/Kreis meistens Eigentümer der Sportstätte; also wenig direkte investive Mitwirkungsmöglichkeiten Einwirken auf die Verhaltensweisen der Mitglieder Aufklärung

    Vorbildhaftigkeit

    (entscheidend ist, was verbraucht wird, nicht, wer bezahlt)

    Sparinvestitionen seitens Eigentümer

    Fachreferate/ Unterstützung für die "Anwender"

      Stadt

    Lsb

    Kreis

    Agenda-21-AG Energie

    1. Instrumente und Methoden der Agenda 21 Alsfeld

    2.  

       

      Zentrale Leitvorstellung auch der Alsfelder Agenda 21 ist die Nachhaltigkeit und damit auch die selber nachhaltige Fortführung des Prozesses nach den Prinzipien der UN-Charta von Rio.

      Im Folgenden werden die Methoden erläutert, mit denen die Agenda Alsfeld nach ihren vielversprechenden Anfängen verstetigt und zum Erfolg geführt werden kann. Dazu ist ein Mindestmaß an Organisiertheit, Arbeitsteilung und Zuständigkeiten erforderlich.

      Mit Sicherheit werden einige der neuen Instrumente und Methoden erst eingehend diskutiert werden müssen, Aber auch hier gilt: Ohne dass alle Beteiligten in Alsfeld sie akzeptieren, werden die 'Alsfelder Agenda-Regeln' nicht funktionieren.
       
       

      1. Die Instrumente

      2.  

         

        Aufbau und Instrumente der Agenda Alsfeld entsprechen im wesentlichen dem, was auch in anderen hessischen Agenda-Prozessen üblich ist. Ihr Zusammenspiel für Alsfeld wird im folgenden kurz erläutert

        1. Arbeitskreis (AK)

        2.  

           

          Der Arbeitskreis (AK) der Agenda Alsfeld stellt für alle Beteiligten das Plenum bzw. die "Zentrale" dar. Hier treffen sich öffentlich die Arbeitsgruppen, Institutionen und Interessierten zum inhaltlichen / informellen Austausch, zur Koordination der Aktivitäten und zur gemeinsamen Beschlussfassung. In seiner Obhut liegt die Aushandlung und Regelung von Verfahrensfragen, das Ausräumen von Problemen und Differenzen, die Abstimmung zwischen Arbeitsgruppen, Politik und Verwaltung, die abschließende Beratung über den Handlungsleitfaden und die Entscheidungsfindung in Fragen zur Prozess-Steuerung.

          Der AK bestimmt die inhaltlichen und organisatorischen Schwerpunkte seiner Arbeit selbst und ist in seiner Beschlussfassung autonom.

          Er hat für die Arbeitsgruppen beratende und unterstützende Funktion und greift nicht in deren Arbeit ein. Er vertritt die Interessen der Agenda Alsfeld sowohl gegenüber der Administration als auch gegenüber allen anderen Gruppierungen, Institutionen und Personen. Für seine Arbeit kann er externe Hilfen (s.u.) in Anspruch nehmen.

          Der AK wählt einen ständigen Agenda-Rat (der in Alsfeld gegenwärtig noch nicht existiert), der aus mehreren Personen bestehen sollte. Dieser übt zwischen den Sitzungen des AK die Funktionen desselben aus.

          Der AK lädt i.d.R. im 4-Monats-Rhythmus oder nach Bedarf zu koordinierenden, öffentlichen Sitzungen ein. Diese sollten von einer Person geleitet und moderiert werden, die im AK allgemeine Zustimmung findet.

          Von allen Sitzungen des AK werden Protokolle gefertigt, die öffentlich zugänglich sind und deren Inhalte für die Agenda Alsfeld verbindlich sind.
           
           

        3. Arbeitsgruppen

        4.  

           

          Die Arbeitsgruppen (AG’s) der Agenda bilden sich entlang der inhaltlichen Themen, Interessen und Ziele ihrer jeweiligen Mitglieder. Sie tagen und arbeiten völlig selbständig in vielfältiger Weise, die die Mitglieder selbst bestimmen. Es besteht kein Zwang, bestimmte Ergebnisse erzielen zu müssen. Die AG’s können sich nach eigenem Ermessen bilden oder auflösen.

          Wie der Arbeitskreis auch arbeiten die Arbeitsgruppen autonom.. Die AG’s bilden bei Bedarf zu einzelnen Projekten Projektgruppen (s.u.), die die konkrete Arbeit bei der Umsetzung von Maßnahmen planen und ausführen.

          Die Sitzungen der AG’s erfolgen nach Bedarf und sind grundsätzlich öffentlich. Zu ihnen sollte rechtzeitig eingeladen werden. Von allen Sitzungen der AG werden Protokolle gefertigt, die öffentlich zugänglich sind und deren Inhalte für die Gruppenarbeit verbindlich sind.

          Die AG können im Bedarfsfall auf die externen Hilfen und den AK bzw. den (gegenwärtig noch nicht existenten) Agenda-Rat mit Bitte um Unterstützung zurückgreifen. Es ist immer sinnvoll, wenn sich Arbeitsgruppen, die an ähnlich gelagerten oder sich überschneidenden Themen oder Problemen arbeiten, gegenseitig zu ihren Sitzungen einladen.
           
           

        5. Projektgruppen

        6.  

           

          Projektgruppen entstehen entweder spontan oder werden von Arbeitsgruppen zur Verwirklichung von einzelnen AG-Vorschlägen ins Leben gerufen. Sie bearbeiten ihre Vorhaben i.d.R. selbständig.

          Alleingänge und Abweichungen von den Zielen und Beschlüssen der anderen Gruppen und den allgemeinen Zielen der weltweiten Agenda 21 sollten vermieden werden.
           
           

        7. Der kommunale Handlungsleitfaden
    Der vorliegende kommunale Handlungsleitfaden stellt für den Alsfelder Agenda-21-Prozess den mittel- und langfristigen 'Roten Faden' dar und dient gleichzeitig als Steuerungs- und Kontrollinstrument für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. In ihm sollen alle Inhalte und Methoden, die für die Alsfelder Agenda als erheblich angesehen werden und die Prinzipien der UN-Charta von Rio fördern, schriftlich fixiert werden. Er beinhaltet die erarbeiteten Leitbilder, die aufbereiteten Themen und Methoden.

    Mittel- und langfristig sollte der Alsfelder Leitfaden fortgeschrieben werden und alle kommunalen Entscheidungen maßgeblich mit gestalten.

    Für eine breite Zustimmung zu seinen Inhalten ist vor allem für die vorliegende erste Ausgabe des Leitfadens eine intensive Diskussion in Arbeitsgruppen, Arbeitskreis und Parlament notwendig.

    Der kommunale Leitfaden spiegelt zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung den jeweils aktuellen Stand der Alsfelder Agenda wider. Da sich Stadt und der Agenda-21-Prozess immer weiter entwickeln, ist der Leitfaden als dynamisches, fortzuschreibendes und zu ergänzendes Instrument zu begreifen. Die Fortschreibung sollte durch den AK und die AG veranlasst werden und wird im Jahresrhythmus empfohlen. Sie wird maßgeblich von den Aktivitäten der Arbeitsgruppen abhängig sein.
     
     
        1. Hilfsmittel
    Viele Diskussionen, Planungen und Maßnahmen der Arbeitsgruppen und des AK erfordern fachspezifisches Wissen oder Unterstützung von außen, die über die Möglichkeiten der einzelnen AG hinaus gehen.

    Für viele Fälle sind Wissen und Kompetenz in Alsfeld zwar vorhanden, aber oft nicht bekannt. Der Aufbau einer "Kompetenzdatenbank" könnte hier Abhilfe schaffen.

    Besonders bei Aktivitäten, die nach außen gerichtet sind (z.B. Exkursionen, Mittelbeschaffung aus EU-Töpfen u.a.m.) werden Hilfestellungen durch Verwaltung oder auswärtige Experten notwendig. Auch hierzu wäre der Ausbau der o.g. "Kompetenzdatenbank" sinnvoll.

    Unterlagen der Verwaltung und entsprechende Gesprächspartner sollten im Bedarfsfall zur Verfügung stehen.

    Mittlerweile haben die Agenda Alsfeld und einzelne Arbeitsgruppen ein relativ hohes Maß an fachlicher Kompetenz erreicht, die wiederum anderen, lokalen Agenden weiterhelfen könnte. Die notwendige Vernetzung auf regionaler Ebene würde durch solche wechselseitige Unterstützung sehr gefördert.
     
     

      1. Methoden zur Verstetigung des Agenda-21-Prozesses
    Der Agenda-21-Prozess ist mit der Abgabe des Dokuments an die Stadtverordnetenversammlung nicht beendet. Vielmehr stehen dann die Fortschreibung des Dokuments, Umsetzungen konkreter Projekte und eine Verstetigung der Bürgerbeteiligung im Sinne der Agenda 21 auf der Tagesordnung.

    Der Agenda-21-Prozess ist erfolgreich, wenn

    Für die Fortführung des Agenda-21-Prozesses gilt daher: Das Ziel ist weitgesteckt, doch lohnend. Für die nun anstehende Phase der Verselbständigung werden deshalb einige wichtige Vorkehrungen angeraten.
     
     
        1. Der Agenda-Rat

        2.  

           

          Der Agenda-Rat sollte die ständige Anlaufstelle des Arbeitskreises zwischen seinen Sitzungen für Fragen der Agenda Alsfeld darstellen.

          Er existiert in Alsfeld noch nicht; seine Funktion wird (neben anderen Aufgaben) gegenwärtig vom Agenda-21-Büro im Umweltamt der Stadt Alsfeld wahrgenommen.

          Der ehrenamtliche Agenda-Rat besteht i.d.R. aus mehreren ortskundigen und kompetenten Personen, die vom Arbeitskreis gewählt werden. Er steht für die Kontinuität der Agenda Alsfeld und ist für eine fortlaufende Arbeit erforderlich.

          Der Aufgabenbereich des Agenda-Rates wird vom AK festgelegt und kann sehr unterschiedlich ausfallen. Er sollte zumindest die folgenden Punkte umfassen:

          Ansprechpartner für die Arbeitsgruppen in allen Fragen der Agenda Alsfeld

          Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Institutionen und Interessierte in allen Fragen der Agenda Alsfeld

          Koordination der Arbeit der AG nach innen und nach außen

          Koordination von Terminen und Formalien

          Vertretung der Agenda-Interessen nach außen

          Vermittlung in Konfliktfällen.
           
           

        3. Kooperation von Bürgern, Politik und Parlament
    Die enge und vertrauensvolle Kooperation von Bürgern, Politik und Parlament ist Grundlage und Ziel der Agenda 21 zugleich. Nur durch eine offene Kommunikation und große Transparenz kann in Alsfeld, wie in andern Kommunen auch, der Sprung in eine zukunftsfähige Stadtentwicklung geschafft werden. Kooperation zählt zu den wichtigsten Methoden der Agenda-Arbeit.

    Dafür haben sich in Alsfeld günstige Voraussetzungen entwickelt. Sowohl der bisherige Agenda-Prozess als auch die Absichtserklärungen und Diskussionsbeiträge von Arbeitsgruppen, Verwaltung und Politik zum Thema "enge Zusammenarbeit" lassen eine sehr hohe Konsensbereitschaft aller Beteiligter erkennen.

    Für eine gute Zusammenarbeit bedarf es dauerhafter Kontakte. Folgende Formen wurden bislang vereinbart:

    Im Bedarfsfall sind geeignete Instrumente für die Schlichtung von Konflikten ("Mediation") zu entwickeln.

    Der Rahmen der Hessischen Gemeindeordnung ist dabei zu beachten. Gleichzeitig sollten alle Spielräume zur Gestaltung eines demokratisch lebendigen Gemeinwesens ausgeschöpft werden und Mut auch zu Experimenten bewiesen werden.

    Prüfstein für die wirkliche Qualität der Zusammenarbeit wird natürlich das gemeinsame Umsetzen von konkreten Maßnahmen sein. Dazu müssen zwischen den Beteiligten jeweils verbindliche Absprachen über Verantwortlichkeiten, Arbeitsleistungen und Finanzierungen getroffen werden.
     
     

        1. Öffentlichkeitsarbeit

        2.  

           

          Eines der wichtigsten Prinzipien der lokalen Agenda 21 ist die Transparenz aller Vorgänge für alle Interessierten. Öffentlichkeitsarbeit und Informationsbeschaffung gehören also zum Kerngeschäft der Agenda-21-Arbeit, sowohl nach innen (Protokolle, Informationsfluss), als auch nach außen (Transparenz, Aufklärung).

          Die Öffentlichkeitsarbeit und "Kommunikation" im obigen Sinn wurde bisher vom Agenda-21-Büro gewissermaßen als Statthalter für die noch nicht zustande gekommene "Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit" geleistet und hat sicherlich entscheidend für die beachtenswerte breite Resonanz gesorgt.

          Eine starke Öffentlichkeitsarbeit mit phantasievollen Methoden (neue Medien, Präsentationsmaterialien u.a.m.) könnte neben der Funktion der Vernetzung auch die Agenda Alsfeld an die bisher noch nicht beteiligten Bevölkerungsteile herantragen. Ohne eine umfassende Integration aller Bürger, das hier nochmals angemerkt, bleibt die Agenda Alsfeld Stückwerk.

          Notwendig ist also die Gründung einer "AG Öffentlichkeitsarbeit" für regelmäßige Presseberichterstattung mit entsprechender Kontaktpflege, Internetpräsentation (derzeit ist der Prozess dokumentiert unter http://agenda21.alsfeld.de) und Ansprechbarkeit nach außen.
           
           

        3. Dokumentation

        4.  

           

          Eine weitere, wichtige Aufgabe der AG Öffentlichkeit ist die umfassende und übersichtliche Dokumentation des Agenda-Geschehens in Alsfeld. Denn in dem kontinuierlichen, sich aus sich selbst heraus entwickelnden Prozess müssen Handlungen und Aktionen aufeinander aufbauen aufbauen, um Erfolge zu erzielen, unnötige Doppelarbeiten zu vermeiden oder um schmerzliche Erfahrungen nicht noch einmal machen zu müssen. Vor allem das Weitergeben von Wissensquellen und Kooperationspartnern erleichtert die jeweils nachfolgende Arbeit ungemein. Denn die Agenda Alsfeld ist nicht nur auf die jeweils aktuelle Kooperation zwischen den Beteiligten angewiesen, sondern auch auf die Kooperation von aufeinanderfolgenden Generationen von engagierten Bürgern. Und diese funktioniert nur, wenn die 'Vorarbeiter' ihren 'Nachfolgern' ausreichende Informationen über ihr bisheriges Tun überlassen. Eine übersichtliche Dokumentation und Auswertung ist daher ein unerlässliches Handwerkszeug

        5. Organisatorische Unterstützung

        6.  

           

          Nirgendwo ist bisher ein Agenda-Prozess zum echten "Selbstläufer" geworden. Professionelle Unterstützung bei Projekt-Management und Vernetzung wird weiterhin gebraucht.

          Die Weiterführung des Agenda-21-Prozesses bedarf zusätzlich für die Erledigung einzelner Verwaltungsaufgaben der Zuarbeit durch die Verwaltung und sollte von dort nach dem Wegfall des Agenda-21-Büros mit den notwendigen Sekretariatsleistungen unterstützt werden (Einladungen, Sitzungsvorbereitungen, Protokollversand).

        7. Alsfelder Agenda-21-Regeln
    Wie in anderen Kommunen auch sollte sich die Alsfelder Agenda selbst bestimmte Verhaltens- und Umgangsregeln auferlegen. Diese tragen nicht nur zu einer Verstetigung des Gesamtprozesses bei, sondern erleichtern auch den Umgang aller Beteiligter miteinander vor allem bei Meinungsverschiedenheiten. Ziel ist es, diese Regeln in Alsfeld als allgemein verbindlich anzuerkennen und in den kommunalen Alltag einfließen zu lassen.

    Schon bei der ersten Sitzung des AK im Februar 1999 wurden solche Regeln vorgestellt und allgemein als notwendig begrüßt. Bis heute liegen folgende Bestandteile für ein solches 'Regelwerk' vor:


     
     
    1. Schlussbemerkungen

    2.  

       

      Der Alsfelder Agenda-21-Prozess ist auf einem guten, aus- und aufbaufähigen Weg. Die schwierige Anfangsphase, hat er, verglichen mit anderen Kommunen, mit Bravour gemeistert. Die Akteure sind mit großem Engagement bei der Sache und glücklicherweise ist die Klippe, die Agenda 21 als einen individuellen 'Selbstbedienungsladen' für Einzel- oder Gruppeninteressen zu benutzen, erfolgreich umgangen worden. Diese Tendenzen solidarischen Handelns über soziale, politische und wirtschaftliche Grenzen hinweg sollten von allen Beteiligten mit allen Mitteln bewahrt und gestärkt werden.

      Die hiermit vorliegende erste Fassung des Alsfelder Agenda-Handlungsleitfadens wird in den nächsten Wochen im Endspurt fertig gestellt. Anschließend wird das Dokument dem neuen Stadtparlament mit der Bitte um eine einvernehmliche und zügige Zustimmung übergeben.

      Für den Prozess beginnt damit eine neue Etappe:

      In den Arbeitsgruppen tritt die Projektarbeit wieder endgültig in den Vordergrund; mit dem Handlungsleitfaden steht dafür eine gut gegliederte "Tu-Liste" zur Verfügung.

      Der AK wird sich neben dem Leitfaden mit der Einrichtung eines Agenda-Rates auseinander setzen müssen.

      Da durch die Veröffentlichung des Leitfadens eine Aktivierung neuer Interessierter zu erwarten steht, ist die Gründung zusätzlicher Arbeitsgruppen durchaus möglich.

      Das Auslaufen der Förderung (und damit von Moderation und Agenda-21-Büro) birgt Probleme, bedeutet aber auch eine stärkere positive Verantwortung für die Akteure.

      Die Gruppen der Alsfelder Agenda 21 leisten (das wird wahrscheinlich erst die nächste Generation Alsfelder Bürger so richtig ermessen können) eine überaus wichtige und sinnvolle Arbeit für das Gemeinwohl der Stadt.

      Daher bedankt sich die Redaktion des Handlungsleitfadens 2000/2001 bei allen Mitwirkenden und Aktiven aus den Arbeitsgruppen, den Projekten und dem Arbeitskreis für ihr nicht immer einfaches Engagement und ermutigen sie, mit neuem Schwung in die nächste Etappe der

      Agenda Alsfeld einzutauchen.

      Schließlich geht es dabei um nichts weniger als um die Zukunftsfähigkeit Alsfelds und der gesamten Region.
       
       

    3. Anhang

    4.  

       
       
       

      1. Ansprechpartner und Kontakte

      2.  

         

        Der gesamte Agenda-21-Prozess ist dokumentiert.

        Protokolle und Informationen sind erhältlich über das

        Agenda-21-Büro im Hochzeitshaus, A. Pawelka,

        Telefon: 06631/182-185

        Fax: 06631/182-113

        Oder:

        Im Internet unter http://agenda21.alsfeld.de
         
         

        Ansprechpartner für den Agenda-21-Prozess in Alsfeld sind:

        Wolfgang Dennhöfer, Umweltbeauftragter, Tel. 06631/182-180

        Email: w.dennhoefer@stadt.alsfeld.de

        Alexander Pawelka, Agenda-21-Büro, 06631/182-185

        Email: a.pawelka@stadt.alsfeld.de
         
         

      3. Dokumentation: Bereits abgearbeitete Themen