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HAMBURGER ABENDBLATT vom 31.12.2002  Wirtschaft

Die Haspa wird eine AG

Sparkasse 2003 vor grundlegenden Veränderungen

Hamburg - Die Hamburger Sparkasse steht 2003 vor grundlegenden Veränderungen. Das kündigte Vorstandssprecher Karl-Joachim Dreyer am Montag an. Dabei handelt es sich um die Umwandlung der größten deutschen Sparkasse in eine Aktiengesellschaft. "Dieser Schritt gibt uns die nötige Handlungsfreiheit und Flexibilität, um sich auf Veränderungen im deutschen Bankenmarkt einzustellen - insbesondere im Bereich der Sparkassenorganisation", sagte er. Gemeint sind vor allem Zusammenschlüsse mit anderen Sparkassen und Banken oder deren Übernahme. Das wäre mit der heutigen Rechtsform der Haspa sehr kompliziert.

Künftig soll die heutige Haspa nur noch als Holding über drei selbstständige Sparten stehen: einer Gesellschaft mit dem eigentlichen, dann ausgegliederten Bankgeschäft, einer zweiten Gesellschaft mit allen Haspa-Immobilien und einer dritten Gesellschaft, in der Haspa-Töchter und -Beteiligungen wie die neue leben oder die LBS Hamburg zusammengefasst werden.

"Für unsere Kunden wird sich das Erscheinungsbild der Haspa aber nicht verändern", betonte Dreyer. Vielmehr bereitet er sein Institut so auf eine erwartete Konzentrationswelle im Sparkassenbereich vor. Durch den geplanten Wegfall staatlicher Haftungsgarantien dürften bald vor allem kleinere Sparkassen in Bedrängnis kommen. Die Sparkassen Pinneberg und Segeberg wollen bereits fusionieren, Stormarn und Lauenburg sprechen angeblich darüber.

Die Haspa könnte dann zu Hilfe eilen und auf diese Weise über Hamburgs Grenzen hinaus expandieren, was heute wegen des Gebietsschutzes nicht ohne Weiteres möglich ist. "Wir werden aber nur aktiv, wenn es gewollt ist", versichert der Haspa-Chef. Auch an einer Übernahme der Vereins- und Westbank habe man grundsätzlich Interesse, so Dreyer: "Aber das ist momentan noch gar kein Thema." Entsprechende Spekulationen waren erneut zuletzt aufgekommen. rh